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450 Cypern (Bodenbeſchreibung).
Cypern (bei den Griechen Kypros, türk. Ki- | penartigen Charakter; es heben ſi<h aus ihr mehrere
bris), türk. Jnſel des Mittelmeeres unter engliſchem | Tafelberge, aus horizontalen Bänken pliocäner Sande
Protektorat, liegt zwiſchen 34° 33‘ und 35° 41“ nördl. | und Mergel aufgebaut, empor. Zwiſchen beiden Ge-
Br., in dex von den Küſten Syriens und Kilikiens ge- birgsreihen fließt der Pidias (Pediäos), der beträcht-
bildeten nordöſtlihen Ecke des genannten, hier tiefen | lichſte Fluß Cyperns, der auf der Oſtküſte mündet;
Meeres und hat eine ungefähr rechte>ige Geſtalt, doch | die übrigen Flüſſe tro>nen im Sommer größtenteils
mit einer langen, ſhmalen, gegen NO. geſtre>ten | aus, und die Bewäſſerung der Jnſel iſt daher im all-
Halbinſel (\. Karte). Ihre größte Länge beträgt | gemeinen nicht eben reihli<h. Troßdem blühte C. im
faſt 230, ihre Breite 96 km, der Flächeninhalt Altertum durch außerordentlichen Kulturreihtum. Der
9282 qkm. Die wichtigſten Vorgebirge ſind: das Kap | Aphrodite heilig, die hier aus dem Schaum des Mee-
Zevgari (Kurias der Alten) im S., Kap Greco (Pe- | res aufgeſtiegen ſein ſollte und in Paphos einen pracht-
dalion) gegen SD., Kap St. Andrea (Dinareton) im | vollen Tempel hatte, galt die Jnfel der damaligen
NO., Kap Kormachiti (Krommyon) im N. und Kap | Welt als Vereinigungspunkt aller Anmut und Lieb-
Arnauti (Akamas) im NW. Das Junere dex Inſel | lichkeit, freilih au< aller Üppigkeit und Frechheit.
wird von zwei Gebirgsfetten von D. nad) W. dur<- | Man pries das liebliche Klima, die jtrogende Begeta-
zogen, der Nordkette, welche im Berge von Buffavento | tion, den Reichtum an Produkten aller Art, wie na-
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een PORES Höhen in Metern.
Fr IS 74 Gstl. Länge yon, Greeimwich 34
Karte der Jnſel Cypern.
mit 954 m gipfelt, und dem Syſtem des Troodos (im mentlich an Kupfer (das von C. ſeinen Namen hat,
Chioniſtra zu 1953 m anſteigend, Aoos der Alten), | jezt aber nicht mehr ausgebeutet wird), köſtlichem
zu welchem der öſtlicher gelegene Stavrovuni (Olym- | Wein, Kriſtall (»Diamant von Paphos«), Seeſalz 2.
pos, 689 m hoch) gehört. Das Kettengebirge im N. | Auch die Cypreſſen und Coperfagen, heute auf C. faſt
der Inſel beſteht in feiner weſtlihen Hälfte aus ſteil
verſchollen, erinnern an die Jnſel. Ackerbau, Berg-
aufgerichteten harten Kalken, wahrſcheinlih cretacei- | bau und Jnduſtrie, die beſonders kunſtvolle Teppiche,
ſchen Alters, welche hier und da von Gabbro, Ser- | koſtbare Tiſchgede>e, reiche Kleider, Thonwaren, wohl-
pentin und Augitandefit ducchfegt werden; im N. wie riechende Salben 2c. erzeugte, ſtanden in hohem Flor,
im ©. find den Kalken, welche an einzelnen Stellen "und die zahlreichen kleinen Gemeinweſen, welche an
von eocänen grünlichen Mergeln und Nummuliten füh- | den Küſten beſtanden und meiſt im Beſitz trefflicher
renden Kalken begleitet werden, graubraune miocäne | Häfen waren, wie Amathus, Paphos, Salamis, Ki-
Sandſteine und Mergel vorgelagert. Die leßtern, tion 2c., waren ſämtli<h blühend und wohlhabend.
oft reich an Einlagerungen von Gips, herrſchen in | Für den großen Wohlſtand des alten C. zeugt auh
dem öſtlichen niedrigen Teil der Kette. Das Maſſen- | die reiche Ausbeute der von Cesnola (\. d.) und Ohne-
gebirge im S. der Jnſel (Troodos) ſebt ſich (ebenſo | falſ<-Richter veranſtalteten Ausgrabungen, die cine
wie die Berge von Antiocheia) faſt ausſchließlih aus | große Menge von Statuen, Reliefs, Thonvaſen (vgl.
Eruptivmaſſen (Diabas, Gabbro, Serpentin, Andeſit, | Vaſen) und Metallarbeiten zu Tage gefördert haben.
Liparit und Trachyt) zuſammen; nur im ©. und O. Dieſe als cypriſche Altertümer in verſchiedenen
A
ſind auh weiße kreideartige Kalke eocänen Alters vor- | Muſeen (namentlich in I
Artikel, die unter C vermißt werden, ſind unter K oder Z nachzuſchlagen.
[ ¿ew York und C. ſelbſt) auf-
handen. Die 80 —40 km breite Ebene zwiſchen den | bewahrten Arbeiten zeigen eine eigentümliche Miſchung
beiden genannten Gebirgen (Meſorea) hat faſt ſtep- | von ägyptiſchem, aſtatiſhem und altgriechiſchem Stil
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