Gruppe I. No. 40.—41. 17
den Erzlagerstätten. Die eine findet sich gangförmig in der Culm-
Formation S Clausthal, die andere stock förmig in der devonischen
Formation bei Goslar.
Die Gänge des Oberharzes im Culm erlangen ihre grösste Ent-
wickelung bei Clausthal. Sie bilden etwa acht mächtige Züge. Diese
Gänge führen in der Hauptsache Bleierze und Blende, untergeordnet
Bu
Bergbau. Die Gänge des Oberharzes sind bereits seit
Ende des 13. Jahrhunderts bebaut worden. In der Mitte des 14. Jahr-
hunderts kam der Bergbau zum Erliegen, wurde aber im Anfang
des 16. Jahrhunderts wieder aufgenommen und seitdem ununter-
brochen betrieben. 1548 bis 1573 wurden mehrere tiefe an-
gesetzt, welche den Bergbau zu hoher Blüthe brachten, bis diese
der 30jährige Krieg wieder vernichtete.
Ein neuer Aufschwung beginnt Anfang des 18. Jahrhunderts
(Sperl yerhayer Damm 17: 32), unterstützt durch Anlage einer gross-
artigen Wasserwirthschaft. 17 71799 wird der tiefe Georg - Stolln
getrieben. 1803 wird die tiefe (1833 schiffbar gemachte) Wasser-
strecke begonnen. 1835 werden Wassersäulenmaschinen eingebaut,
in deren Niveau 1851 bis 1864 der Ernst-. August - Stolln getriebe n
wird. - Ferner sind zu erwähnen: Eiserner Ausban. Babel mit
eisernen Schenkeln, Bohrmaschinen mit comprimirter Lufi t betrieben,
Steindämme ei Kugelsegmentklinkern, die Voll lendune einer auf
300,000 Ctr. Erze pro Jahr berechneten Aufbereitungs- Anstalt mit
Sranlnde :hern, W alzwerken, continuirlich wirkenden Harzer Setzsieben,
Doppelrundheerden, Rittinger’ ’schen Stossheerde »n, und einem Dampf-
pochwerk. Es wurden 1872 mit 3673 Arb. 2% Millionen Ctr. Blei-,
Silber- und Kupfer-Erze für die eigenen Hütten und 44,000 Ctr.
Zinkblende zum w erkauf gefördert.
Die Hütten sind so alt als der Bergbau. An die Stelle der
alten Röstarbeit a Schmelzarbeit in Krummöfen trat Anfang die-
ses Jahrhunderts die Niederse hlagsarbeit mit metallischem Eisen und
mit getrennten Schmelzsäulen, 1864 fand die E inführung des Raschette-
Ofens, 1865—1866 die von Unterharzer Schlacken (an Stelle metalli-
schen Eisens) und Sc :hichtenschmelzen statt, 1868-1871 wurden vier-
förmige, fünf- und achtförmige Rundöfen mit erweiterter Gicht, 1869
das combinirte Schliech - und Steinschmelzen eingeführt. Aus dem
Blei wurde das Silber früher allein durch den Tre 'ibprocess gewon-
nen, 1864 wurde der € rystallisations - Process eingeführt, aber schon
1868 durch das oem es - Verfahren ve rdrängt , welches
durch die Benutzung des W asserdampfs 1869 vervollkommnet, hoch
gegenwärtig angewendet wird. Aus dem Se :hwarzkupfer wurde das
Silber früher durch den Saigerprocess gewonnen, seit 1865 aber
durch Schwefelsäure, welche bei der Röstung des Bleisteins gewon-
nen wird.
1872 en die Hütten mit 739 Arb. Producte im Werth
von 2,600,000 thlr., darunter 2 Ctr. Gold, 459 Ctr. Silber, 160.000 Ctr.
Blei, 10,000 Ctr. Ku fervitriol, 11,000 Ctr. Schwefelsäure. Von der
Bleiproduetion ee 3), an den überseeischen Markt.
Am Unterharz tritt in der devonischen Formation (den
Wissenbacher Schiefern) bei Goslar im Rammelsberge ein mächtiges
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