Object: Rio bis Schönebeck (17. Band)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
456 Sajd-Szent: Peter — Safe. 
Sajó - Szent - Péter (ſpr. ſhajö5- ßent -pêter), Groß- 
gemeinde im ungar. Komitat Borſod, an der Staats- 
bahnlinie Miskolcz=Fülek, mit Braunkohlenbergwerk 
Und (1901) 4281 meiſt magyariſchen (reformierten und 
römiſch - kath.) Einwohnern. 
Saka (arab. S\akkä), Waſſerträger (in der Türkei). 
Sakai, 1) Volk im Innern der Halbinjel Malakfa, 
das die gebirgigen Gegenden der britifchen Schuß- 
ſtaaten Perak, Selangor und Pahang und der zu Siam 
gehörigen Staaten Kedah, Patani und Kelantan be- 
wohnt, von denen aber erſt die S. von Perak beſſer 
bekannt geworden ſind. Sie ſind den Negrito nahe 
verwandt, klein (1,45 m), aber kräftig, meſokephal, mit 
beſtimmter Neigung zur Brachykephalie, haben ſ{<hwar- 
zes, ſtark gekräuſeltes, kompaktes Haar und meiſt 
dunkelbraune Hautfarbe. Die Malaien unterſcheiden 
dieOrang-Sakai-liar oderwildenunddieOrang- 
Safai-jina oder zahmen ©. Die lebtern vertau- 
ihen Waldprodufte: Guttapercha, Kautjchuf, Rotang, 
Dammargunmi, Elfenbein, Ahinozeroshörner ıc. 
gegen Schwerter, Baummwollenftoffe, Salz, Tabak 
und Betel. Die erjtern, echte Waldmenfchen, ftehen 
dagegen den Malaien feindlich gegenüber und be- 
drohen ste int Bejig der Wälder und durch Raub der 
Kinder. Ihre Waffe it daS Blasrohr (Blahan), bei 
einigen Stämmen im nördlichen Teil des Gebietes 
ein Bogen, beide mit vergifteten Pfeilen, ein Baſt- 
gürtel ihre einzige Bekleidung. Als Shmud> tragen 
beide Geſchlechter Hals- und Armbänder aus Kupfer- 
draht. Tätowierung und Durchbohrung des Naſen- 
knorpels iſt am meiſten bei den Weibern üblich. 
Teilweiſe herrjcht noch die Gemeinfchaftsehe. Shre 
Sprache zeigt Verwandtſchaft mit den melanefifchen 
Sprachen, während die zahmen S. mehr und mehr 
die malaiiſhe Sprache annehmen. Die an den Weſt- 
abhängen des Gebirges wohnenden Semang (ſ. d.) 
ſind ihnen nahe verwandt. — 2) Ausgeſtorbenes No- 
madenvolf in Turan, f. Safen. 
Sakai, Hauptſtadt der japan. Provinz Jdzumi, 
an der Südweſtküſte der Jnſel Nippon, durch Eiſen- 
bahn mit dem nördlih benachbarten Oſaka verbun- 
den, links an der Mündung des Yamatogawa, mit 
breiten, gutgepflaſtertenStraßen, anſehnlichen Waren- 
häuſern und (1903) 54,040 Einw. , die Ziegelſteine, 
Töpferwaren, Teppiche, Gewehre herſtellen und Sei- 
denraupenzucht betreiben. Die Stadt war früher die 
erite Handelsjtadt Japans, trat aber ſeit dem Brande 
von 1615 hinter Oſaka und ſeit der Eröffnung des 
Landes auch hinter Kobe-Hiogo zurü>. Bekannt ge- 
worden iſt ſie in Amerika und Europa durch die nah 
ihr benannten billigen Baumwoll- und Juteteppiche. 
Safaläven, Volksſtamm im weſtlichen Teil von 
Madagaskfar, deſſen ethnographiſche Stellung zweifel- 
haft iſt. Nach einigen ſind ſie den Bantuvölkern bei- 
zuzählen und ſtammen aus Oſtafrika, nach andrer, 
neuerer Anſicht ſind ſie weder ſprachlih noch phyſiſch 
ſehr von den Hova verſchieden und wären danach 
ebenfalls malaiiſher Abkunft. Verhältnismäßig tüch- 
tige Seeleute, ehemals ſogar als Piraten gefürchtet, 
entbehren die S. eines politiſchen Zuſammenhanges, 
leben verſtreut in größern oder kleinern Gruppen, 
von Murondava im Süden bis zur Bombetokebai 
im N. hinaufreichend. Sie ſind mittelgroß, ſlank, 
aber kräftig, mit breiter, platter Naſe, dicken Lippen 
und geringem oder ganz fehlendem Bartwuchs, 
Ihwarzbrauner Hautfarbe und langem, welligem 
Haar. Doch haben zahlreiche Miſchungen nit Leuten 
aus Comoro, Arabern und Malaien ſtattgefunden. 
Neben Rinden- und Palmfaſerſtoſfen werden ein- 
  
geführte Baumwollentücher mit Vorliebe getragen. 
Die Zahl der S. wird auf !/2—1 Mill. geſchäßt. Einſt 
ein kleiner Stamm an der Südweſtküſte, dann lange 
Zeit das herrſchende Volk der Jnſel, aus dem alte 
Königsfamilien ſtammten, erlagen ſie ſpäter troy 
ihrer Tapferkeit den begabtern Hova. 
Sakar, Stamm der Turkmenen (ſ. d.). 
Sakara, eine den Niam-Niam (f. d.) naheſtehende 
Völkerſchaft im Kongoſtaat (Uëlle-Ubangigebiet). 
Sakarîia (Sangarios der Alten), waſſerreicher, 
aber nicht ſchiſfbarer Fluß in Kleinaſien, entſpringt 
90 km öſtlih von Kjutahia, fließt in ſehr gekrümm- 
tem Lauf erſt öftlich, dann nördlich und nordiveftlich 
und mündet bei Indjichirky ins Schwarze Meer. Sein 
größter Nebenfluß ijt der Burfaf (Thymbres). 
Safarre, wichtige Kaffeeplantage in Weſtuſam- 
bara (Deutſch-Oſtafrika), zwiſchen Mlulu- und Wu- 
runiquellgebieten. 
Sakaſtane, perſ. Landſchaft, \. Drangiane. 
Safät (arab.), gejeglihe Almoſen, eine der fünf 
Religionsvorſchriften des Jslams (ſ. d.). Das S. 
wurde bezahlt von Kamelen, Rindvieh, Schafen, Zie- 
gen, Pferden, von Silber und Gold, von Handels- 
waren, von den Bodenproduften. Bei letern beitand 
es im Zehnten (uschr), wenn ſie von natürlich be: 
wäljertem Lande herrührten, während für die Er- 
zeugniſſe des künſtlih bewäſſerten Bodens das S. nur 
den 20. Teil der Ernte ausmachte. 
Sakata, Stadt in der japan. Provinz Ugo im 
nördlichen Teil der Jnſel Nippon, an der Mündung 
des Mogamigawa ins Japaniſche Meer, mit gutem, 
aber jeßt nur von Dſchonken beſuchtem Hafen, be- 
deutendem Handel und (1898) 21,937 Einw. 
Sakataly, ſelbſtändiger Kreis in Transkaukaſien, 
3986 gkm mit (1904) 73,348 Einw. (Lesghier, Ta- 
taren, Jngiloi), liegt in geſhüßter Lage am Südfuß 
des großen Kaukaſus, durch zahlreiche, vom Gebirge 
zum Alaſan fließende Bäche bewäſſert und iſt ſehr 
fruchtbar (Obſt, Nüſſe, Tabak, Reis 2c.). S. zerfällt 
in die vier adminiſtrativen Teile: Aliabad, Bjelokani, 
Dſchara-Muchach und Kach. Hauptort und Sig des 
Kreischefs iſt Sakataly (3046 Einw.). 
Safatır, Reich im Sudän, f. Sofoto. 
Saké (Reisbier, Reis wein), ein in Japan aus 
Reis dargeſtelltes hellgelbes, angenehm riechendes 
und ſherryartig \{<me>endes alkoholiſches Getränk. 
Zur Darſtellung des S. wird feinſter Reis mit wenig 
Waſſer ohne Umrühren gekocht (gedämpft), damit 
die Körner ihre Foru behalten. Nach dem Erkalten 
mengt man dieMaſſe in der Kojikammer mit Moyaſchi, 
einer Hefe, einem hefeartig wirkenden Pilz (Eurotium 
0ryzae), der in zwei Tagen das Stärkemehl des Rei- 
ſes in Traubenzucker verwandelt. Das Präparat, 
Koji, wird mit friſh geko<htem Reis und Waſſer zu 
einem dünnen Brei angerührt und 30—40 Tage bei 
höchſtens 37° der Gärung überlaſſen. Die gegorne 
Maiſche, Mot oh, läßt man mit friſch gekochtem Reis, 
Koji und Waſſer noh 8—10 Tage gären, gießt dann 
die Flüſſigkeit dur< baumwollene Säcke, preßt den 
Rückſtand aus und überläßt die Flüſſigkeit der Ruhe. 
Sobald ſie ſi< vollſtändig geklärt hat, wird ſie auf 
44° erwärmt, wobei ſie ſih weiniggelb färbt. Die Preß- 
rüſtände dienen zur Eſſigfabrikation. ©. enthält 
im Durchſchnitt 12,52 Proz. Alkohol, 3,16 Extrakt, 
0,31 Milchſäure, 0,57 Glykoſe, 0,20 Dextrin, 0,8 Gly- 
zerin, 0,067 Proz. Mineralſtoffe. Handelt es ſih un 
die Darſtellung von Alkohol, ſo wird ſtatt Reis- auch 
Gerſtenkoji benußt. S. iſt das japaniſche National- 
getränk und wird meiſt warm getrunken. 
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