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Huntington
führen, hat (1901) 4261 €, fünf Kirchen, ein Theater,
eine Lateinſchule, ein wiſſenſchaftliches Jnſtitut mit
Muſeum und Bibliothek; MWoll- und Kornhandel,
Wagenfabrifation, Gemüſe- und Blumenzucht. H.,
einſt bedeutender, hat ſein altertümliches Ausfehen
bewahrt und ift Geburtsort Dliwer Cromwells.
Huntington (ſpr. hönntingt'n), mehrere Orte
in den Vereinigten Staaten von Amerika; darunter
1) Stadt im County Cabell, im weſtlihſten Winkel
des Staates Weſtvirginien, am linken Uſer des Ohio,
oberhalb des Einfluſſes des Big Sandy-River, Eijen-
bahnknotenpunft mit anſehn ihem Handel, einer
Fabrik von Eiſenbahnwagen, hat (1900) 11 923 E.,
gegen 3174 im J. 1880. — 2) Hauptſtadt des
County H. in Jndiana, ſüdweſtlich von Fort Wayne,
in A&erbau treibender Gegend, Knotenpunkt zweier
Bahnen, mit beträchtlicher Kalkgewinnung, Zie-
geleien, Holzinduſtrie und (1900) 9491 E.
Huntington (ſpr. hönntingt'n), Collis Potter,
amerik. Finanzmann und Eiſenbahnſpekulant, geb.
99. Oft. 1821 in Harwington (Connecticut), betei-
ligte fich früh an Eifenbahnpelulationen und wurde
Präſident der Southern-Paciſfic-Railroad-Company,
Vicepräſident der Central - Pacific- Railroad -Com-
yany, Bevollmächtigter der Atlantic- and Pacific-
Telegraph-Company und Direktor der Occidental-
and OrientalSteamfhip: Company. Er ftarb 13. Aug.
1900 in Raquette-Lafe.
Huntington (fpr. hönntingt’n), Daniel, amerik.
Hiſtorien- und Porträtmaler, geb. 14. Dft. 1816 zu
Neuyork, bildete ſich zuerſt bei dem Porträtmaler
Elliott im Hamilton College aus und trat 1833 in
das Atelier von Morfe, des fpätern Telegraphen:
verbeſſerers und damaligen Präſidenten der natio-
nalen Malerſchule, ein. 1839 ging er nah Rom und
Florenz, wo er ſih der Darſtellung hiſtor. Stoffe
widmete. In die Heimat 1840 und von einem zwei-
ten Beſuch 1846 zurü>gekehrt, wandte H. ſich hier
dem Porträtfah zu. Berühmt ſind die Porträte
von Lincoln, Sir Charles Eaſtlake, Van Buren,
James Lenox, Louis Agaſſiz, Cullen Bryant,
Sherman u. |. w. H. war 1862—70 in Neuyork
Präſident der genannten Kunſtſchule. Unter ſei-
nen Bildern verdienen unter anderm genannt zu
werden: Die Sibylle, Königin Maria unterzeichnet
das Todesurteil der Lady Jane Grey, Jane Grey
im Tower, Heinrih VIII. und Königin Katharina
Parr, Mercy’s Dream, Chriſtiana und ihre Kinder
(nah Bunyans «Pilgrim's progress»), Tizian und
Karl V., Des Goldſchmieds Tochter.
Huntingtower (jpr. hönntingtauer), Burg in
der ſchott. Grafſchaft Forfar, 4 km im NW. von
Perth, iſ bekannt dur<h den Bund der engliſchen
prot. Adelspartei unter Lord Ruthven, Grafen von
Gowrie, der 1582 Lennox und Arran, die Günſt-
linge Jakobs VI., ſtürzte und den jungen König hier
dur Gefangenſezung zur Nachgiebigkeit zwang.
Bis 1600 hieß das Schloß Ruthven-Caſtle.
Huntly (ſpr. hönntlè), ſchott. Peerwürde in der
Familie Gordon (j. d.), die nad dem Ausſterben
der Hauptlinie der Gordon mit Sir Adam Gor-
don von H. 1402 in Beſitz der Nachkommen von
deſſen mit Alex. Seton verheirateten Tochter Eli-
ſabeth überging. Jhr Sohn wurde 1450 zum Gra-
fen von H. erhoben, und deſſen älteſter Sohn
dritter Ehe übernahm mit dem Grafentitel den Fa-
miliennamen Gordon.
George Gordon, vierter Graf von H,
wurde 1546 Lordkanzler von Schottland und war
— Hunyad 431
ein eifriger Bekämpfer des Proteſtantismus. Als er
ſi mit Gewalt der Königin Maria Stuart bemäch-
tigen wollte, um ſie mit ſeinem Sohne zu vermäh-
len, wurde er bei Corrichie nahe Aberdeen vom .
Grafen Murray geſchlagen und kam ſelbſt ums
Leben, 28. Oft. 1562. Sein älteſter Sohn John
wurde enthauptet, der jüngere, George, als Hoch-
verräter verurteilt, aber begnadigt und in die
väterliche Würde wieder eingejeßt. Deſſen Sohn,
George Gordon, fehiter Graf 9., wurde
1599 zum Marquis von 9. erhoben. Er hatte
ſih 1594 mit andern Großen zur Ausrottung des
Broteftantismus erhoben, war aber verbannt wor-
den und trat ſelbſt nach ſeiner Rückkehr (1596) zum
reformierten Glauben über. Er ſtarb 1635. Wie er
ein treuer Anhänger von Jakob 1. war, fo fein
Sohn George Gordon, zweiter Marquis H.,
von Karl I., als deſſen geheimer Parteigänger er
30. März 1649 enthauptet wurde. Sein älteſter
Sohn George war 1644 an der Spibe der fönigl.
Reiterei bei Alford gefallen, der zweite, James,
focht unter Montroſe für den König und ſtarb nach
Karls I. Hinrichtung als Flüchtling in Frankreich.
Der vierte, Charles, wurde 1681 von Karl IL. für
ſeine Dienſte zum Grafen von A boyne exr-
hoben, als dritter Marquis H. folgte der dritte
Sohn, Lewis Gordon, geſt. 1653. Deſſen Erbe,
George Gordon, vierter Marquis H., wurde
1684 zum Herzog von Gordon erhoben. Als
Katholik und Anhänger Jakobs II. ſuchte er Edin-
burgh für dieſen zu halten. Er ſtarb 1716. Mit
George Gordon, fünftem Herzog von Gordon, erlof <
1836 die Herzogswürde, feine Güter gingen auf
den Sohn ſeiner älteſten Schweſter, Charles Len-
nox, fünften Herzog von Richmond, über,
deſſen Sohn Charles, ſehſter Herzog von Richmond,
1876 auc den Herzogstitel von Gordon erhielt.
Das Marguiſat ging an George Gordon, fünf:
ten Grafen von Aboyne, als neunten Marquis
von H. über, deſſen Enkel Charles Gordon,
elfter Marquis von H., geb. 5. März 1847,
heutiger Träger des Namens iſt.
Huntsville (ſpr. hönntswill), Hauptſtadt des
County Madiſon im nördl. Teile des nordamerik,
Staates Alabama, an der Tenneſſee-Valley-Bahn,
ein hübſcher Ort, hat Baumwollwareninduſtrie und
(1900) 8068 E. H. war früher Staatshauptſtadt.
Hunyad (ſpr. húnnjadd), Komitat in Ungarn (f.
Karte: Ungarn und Galizien), das größte
Komitat Siebenbürgens, grenzt im N. an Torda-
Aranyos, im O. an Unterweißenburg und Hermann-
ſtadt, im S. an die Walachei und im W. an Arad und
Kraſſó-Szörény, hat6932,049km und (1890) 267895
E. (238 486 Rumänen, 17 167 Magyaren und 8047
Deutſche), darunter 190018 Griechiſh-Drientaliſche,
50 520 Griechiſh- Katholiſche, 15 121 Röômiſch-Ka-
tholiſhe, 9553 Evangeliſche und 2470 Jsraeliten,
(1900) 302546 E. und umfaßt außer den Städten
mit geordnetem Magiſtrat Déva, Hátſzeg, Broos
und Vajda H. 10 Stuhlbezirke. Hauptort iſt Déva
(\. d.). Das Land iſt gebirgig. Namentlich beſtehen
die ſüdl. und ſüdweſtl. Teile aus hohen, mit
ungeheuern Waldungen bede>ten und faſt ganz
unbewohnten Gebirgen , welche man in die Hunya-
der Alpen und die Pareng-, Vulkan- und Retjezát-
oder Hátſzeggruppen einteilt. Die höchſten Punkte
derſelben ſind der Mandra (2520 m),Pelaga (2506m),
Retjezát (2496 m), an deſſen Fuß die Ruinen des alten
Sarmizegetufa im Dorfe Gradistye (Värhely) liegen.