Full text: Lehrbuch der Krystallographie (Band 2)

         
    
   
  
  
   
  
  
  
  
  
  
   
   
   
    
   
    
    
   
    
  
   
    
   
KAP. II. 
  
RECHNUNGSFORMELN. $. 38.39. 
dass eine mit der ersten in dieselbe Glasse gehörige Form mit anderem Ver- 
hältniss der Axenabschnitte vorhanden sei. Wenn nun auch nicht verkannt 
werden darf, dass durch die Fundamentalverhältnisse der Axen in jedem System 
gewisse Formen bestimmt sind, mit welchen sich alle übrigen vergleichen und 
aus denselben durch Veränderung der Neigungswinkel nach einer oder der andern 
Richtung entstanden denken lassen, so dass eine hierauf begründete Bezeichnungs- 
weise für die Beschreibung vortheilhaft zu sein scheint, da in dem Zeichen 
sofort der allgemeine Habitus eines Octaeders, eines Prisma oder eines Rhom- 
boeders zu erkennen ist, und auch ohne Zweifel das Bestreben nach Anschau- 
lichkeit auf diese Bezeichnungsweise geführt hat, so wird doch theils dieser 
Zweck nicht immer erreicht werden können, da namentlich die Grenzformen 
einer jeden solchen Reihe einen entschieden abweichenden Habitus erhalten, 
theils wird durch dies Princip der Bezeichnung das Fundament der krystallo- 
graphischen Bestimmung, die Beziehung der Form zu den bedingenden Kräften, 
zu sehr in den Hintergrund gedrängt, weshalb dasselbe als minder empfehlens- 
werth erscheinen muss. 
  
  
Kapitel II 
Rechnungsformeln. 
  
8. 38. 
Durch Anwendung der in $. 41 eingeführten sphärischen Projection in Ver- 
bindung mit den Fundamentalgleichungen 1) lassen sich alle Rechnungen zur 
Aufsuchung der Beziehungen zwischen den Neigungswinkeln an Krystallen, den 
Fundamentalverhältnissen und Axenwinkeln der Krystallsysteme auf Probleme 
der sphärischen Trigonometrie zurückführen. 
8. 39. 
Es seien (Fig. 11) X, Y, Z die Durchschnitte der Krystallaxen mit der 
Projectionssphäre, das Fundamentalverhältniss der Axen a: b:c, die Neigungs- 
winkel der Axen XZ=i, X\Y={i, YZ='", 
und M der Pol der Krystalllläche (m, n, 2), 
so ist in dem Dreieck X YZ 
cost — cosÜ cosi” + sin! sini’ cos XYZ 
AYZ=MYX-+ MYZ, 
also 
  
Fig. 11. cos XYZ==cos MYXcosMYZ— sin MYX sin MYZ. 
Aus den Dreiecken MYX und MYZ ergiebt sich: 
   
  
ill! | 
{Anl 
ıl 
  
  
 
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.