Leitungen. 19
Rades auf einander folgend eine leitende Verbindung mit den einzelnen
Zündergruppen herstellen.
Obige Schaltungsweise hat den Vortheil, mit einem Apparate von
geringem Umfange eine grosse Zahl von Minen wenigstens nahezu gleich-
zeitig. zur Explosion zu bringen.
Es sei noch bemerkt, dass diese Art der Successivzündung auch bei
Anwendung von Glühzündpatronen ausführbar ist.
RB .beistunsen,
Die Leitungen, welche die Bestimmung haben, den Weg für die Elek-
trieitätsüberführung von der Elektricitätsquelle zum Zündherde zu bilden,
müssen so beschaffen sein, dass dieselbe unter möglichst geringen Verlusten
vor sich gehe. Die Verluste können zweifacher Natur sein, nämlich einer-
seits herbeigeführt durch den Widerstand der Leiter (innerer Verlust),
andererseits durch ungenügende Isolation (Verlust nach aussen). Unter
der Voraussetzung einer ununterbrochenen metallischen Leitung lässt
sich sagen, dass bei der Funkenzündung, wenigstens bei den in der
Praxis vorkommenden Fällen, der Verlust vermöge des Widerstandes
der Leitung wohl höchst selten in Betracht kommen wird. Es ist dies
auch leicht erklärlich, wenn man bedenkt, dass der Widerstand einer
selbst sehr langen Zündleitung im Verhältniss zu dem grossen Wider-
stande der Funkenzündpatronen !) vollkommen zu vernachlässigen ist.
Die Verluste der zweiten Art hingegen können sehr beträchtlich sein,
da wir es bei der Funkenzündung mit Strömen von hoher Spannung zu
thun haben. Während also bei der Glühzündung insbesondere auch auf
den Widerstand der Leitungen Bedacht genommen werden muss, um
nicht eine ‚bedeutende Herabminderung des Zündeffeetes erfahren zu
müssen, so ist bei der Funkenzündung aus diesem Grunde bei denselben
vorzüglich auf eine gute Isolirung zu sehen. Wenn es möglich wäre,
vollkommen isolirte Leitungen herzustellen, so dass bezüglich der Ver-
luste nur der Widerstand in Betracht käme, so würde man wohl selbst
mit Apparaten von geringer Schlagweite auf Entfernungen zünden kön-
nen, welche viele Tausende von Kilometern betragen.
In dieser Richtung bemerkenswerth und von Interesse sind die
schon auf S. 33 erwähnten, von A. v. Waltenhofen?) versuchsweise
auf grosse Entfernungen hin mit dem dynamoelektrischen Funkenzünder
von Siemens & Halske ausgeführten Zündungen. Es wurde bei-
spielsweise mit diesem Apparate, dessen Schlagweite eine sehr geringe
ist 3), von Prag aus mit Zuhülfenahme der Telegraphenleitungen (Hin-
und Rückleitung 758km lang mit einem Widerstande von 6736 8. E.)
die Explosion einer in Wien befindlichen Marcus’schen Zündpatrone
bewirkt.
!) Siehe 8. 53. — ?) Siehe Anmerkung 1, 8. 33. — 3) Siehe 8. 73.