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INTERNATIONALE ELEKTRICITÄTSGESELLSCHAFT IN WIEN. 131
sammelschienen S, von denen die Strassenkabel abzweigen, angeschlossen werden,
mittels letzterer jedoch auf die Belastungsrheostaten RR’ geschaltet werden. Diese
(in einem Souterrainlokale der Centrale befindlichen) Belastungsrheostaten bestehen
aus Eisendraht, welcher auf isolirt aufgestellte Rahmen aufgewickelt ist. Es sind
Rheostaten in so grosser Zahl vorhanden, dass dieselben die volle elektrische Energie
von 600 PS absorbiren können. Sie sind in 48 Gruppen getheilt, welche durch eine
Klaviatur einzeln zu- oder abgeschaltet werden können.
Die parallel zu schaltenden Wechselstrommaschinen werden, wie bekannt, auf
gleiche Spannung und gleiche Phase gebracht.
Die Phasengleichheit wird erzielt durch Belastung der neu hinzuzuschaltenden
Maschinen mittels Ersatzrheostaten, und wird der Zustand der Phasengleichheit an
dem aus einer Glühlampengruppe bestehenden Phasenindicator 1] konstatirt.
An die Hauptsammelschienen sind die Strassenkabel angeschlossen.
Von der Centrale führen gegenwärtig 3 Hauptkabel (koncentrische Kabel nach
dem System von Berthoud Borel, aus der Fabrik von Jacottet & Co. in Simmering
bei Wien) in die Stadt, welche zur Speisung von 30 000 Glühlampen & 16 N. K. hinreichen.
Wie aus dem in Fig. 5 enthaltenen Kabelplan ersichtlich ist, führt eines der Kabel mit
2>< 100 qmm Querschnitt direkt in den Prater, die beiden anderen mit je 2x220 qmm
Querschnitt über die Aspernbrücke, resp. Ferdinandsbrücke zur Ringstrasse. Ueber
letztere führt eine doppelte Ringleitung. Von dem inneren Ringkabel zweigt das
Kabelnetz der inneren Stadt ab, von dem äusseren jenes der umliegenden Bezirke.
Die Kabel, welche vor ihrer Verlegung auf die dreifache Betriebsspannung (6000 V)
erprobt wurden, haben eine vorzügliche Isolation (in der Regel mehr als 1500 Megohm
pro Kilometer bei 15° C.) und sind durchwegs unterirdisch verlegt. Die Gesammt-
länge der bisher verlegten Kabel beträgt mehr als 50 km. An verschiedenen Stellen
des Kabelnetzes sind Vertheilungskästen eingesetzt, durch welche es möglich ist, sowohl
die einzelnen Kabelstrecken mit den Hauptkabeln beliebig zu verbinden, sowie auch
einzelne Strecken derselben behufs Ausführung von Arbeiten gänzlich abzuschalten.
Von den Strassenkabeln führen die Abzweigungen in die Häuser, gewöhnlich in
den Kellerraum, zu den Transformatoren, welche sich in verschlossenen, innen mit
Eisenblech ausgekleideten Kästen befinden.
Die Transformatoren, System Zipernovsky — Deri — Bläthy, haben bei
normaler Belastung einen Wirkungsgrad von 95—97 %/,, ihr Transformationsverhältniss
ist 1:18, Sie können als Bestandtheile der Vertheilungsleitung betrachtet werden, da sie
vollständig selbstthätig wirken, also gar keine Bedienung erfordern. Um sie vor Ueber-
belastung zu schützen, findet die Zuführung des Primärstromes, sowie die Ableitung
des Sekundärstromes durch entsprechend dimensionirte Bleisicherungen statt.
Von dem Transformator kann ein Zwei- oder Drei-Leitersystem (oder auch eine
SOvoltige Leitung für einzelne Bogenlampen) zunächst zu einem Elektricitätszähler
und von diesen zu der betreffenden Installation geführt werden.
Die Elektricitätszähler, System Bläthy, zeichnen sich durch grosse Genauig-
keit und überraschende Einfachheit aus. Sie enthalten kein Uhrwerk, sondern wirken
selbständig, einzig und allein durch den elektrischen Strom. Sie werden gegenwärtig
in 2 Typen (für 100 und 200 A, d. i. also bis zu ca. 200 resp. 400 Glühlampen ä 16 N.K.)
verwendet.
In der Centralstation befindet sich auch ein Messzimmer, welches mit allen für
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