Full text: Bericht über die wissenschaftlichen Apparate auf der Londoner internationalen Ausstellung im Jahre 1876

Heliostaten, Photometer u. s, w. 197 
hieran sind zugleich zu erwähnen der nach Warren De La Rue’s 
Angaben construirte Photoheliograph des Observatoriums zu Kew, ein 
Dallmeyer’sches Instrument derselben Art, der Greenwicher Stern- 
warte gehörig, ferner eines der ziemlich langen Fernröhre, nebst Ca- 
mera, Janssen’schem Revolver und dazugehörigen Aufnahmen des 
Venusdurchganges, welche bei den französischen Expeditionen benutzt 
worden sind. 
Unter den Heliostaten oder Siderostaten befanden sich nur zwei, 
welche speciell für astronomische Untersuchungen bestimmt sind, erst- 
lich der bekannte Foucault’sche, der von ©, Wolf in den Annales de 
l’ecole normale 1872 eingehend beschrieben worden ist; sodann ein dem 
Foucault’schen an Grösse etwa gleiches Instrument, für Lieut.-Colonel 
C. Campbell von A. Hilger (London) ausgeführt. Der letztere Side- 
rostat ist so eingerichtet, dass der reflectirte Strahl in jeder beliebigen 
Richtung erhalten werden kann, und nicht wie bei dem Foucault’- 
schen in der Meridianebene liegen muss. Ein nur in einer Photo- 
graphie ausgestellter Siderostat, von Cooke & Sons für die Royal 
Society erbaut, war in seiner äusseren Anordnung, soweit sich dieselbe 
erkennen liess, dem Foucault’schen sehr ähnlich. 
Als selbständiges Instrument ist noch zu erwähnen das Schwerd’- 
sche Photometer, der Pulkowaer Sternwarte gehörig. Das Princip des- 
selben besteht bekanntlich darin, dass mittelst zweier Fernröhre von 
den beiden zu vergleichenden Sternen in demselben Gesichtsfelde Bil- 
der erzeugt werden, denen durch Abblenden der Oeffnung gleiche 
Helligkeit gegeben wird. Die Anwendung dieses Photometers ist eine 
ziemlich mühsame, namentlich im Vergleich mit dem so bequemen und 
für jedes Fernrohr zu benutzenden Zöllner’schen Photometer. 
Unter den als nicht selbständige Instrumente anzusehenden Vor- 
richtungen sind von den für Winkelmessung bestimmten hervorzuheben: 
ein Satz von äusserst sauber ausgeführten Glasmikrometern (Netz- und 
Kreisgitter) von Breithaupt & Sohn und ein Ocularheliometer von 
C. A. Steinheil Söhne. Ein allen Ansprüchen, namentlich in Bezug 
auf die Qualität der Bilder, entsprechendes Doppelbildmikrometer ist 
bisher ein frommer Wunsch gewesen, wenn sich auch nicht leugnen 
lässt, dass einzelne Constructionen, wie z. B. das Airy’sche Mikro- 
meter, in den Händen eines sorgfältigen Beobachters, wie die Kaiser’- 
schen Arbeiten beweisen, genaue Messungen gestattet. Bei der 
Steinheil’schen Einrichtung fällt je eine Hälfte des vom Objectiv 
kommenden Lichtkegels auf die Hypotenusenfläche zweier recht- 
winkliger Prismen, welche sich unabhängig von einander um eine ge- 
meinschaftliche, zu ihren Kanten parallele Achse drehen. Soviel Re- 
ferent weiss, liegen bis jetzt keine ausgedehnteren Erfahrungen über 
die Vorzüge oder Nachtheile dieser Einrichtung gegenüber anderen 
Doppelbildnikrometern vor. 
  
  
  
 
	        
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