Längenmaassstäbe, 291
4. Längenmaassstäbe,
Zuerst ist hier ein Stab aus Platiniridium zu erwähnen aus der
Fabrik von Johnson, Matthey &Co.!); der Stab zeigt eine Phase der
Bearbeitung der unter Leitung des internationalen Maass- und Ge-
wichts-Comites herzüstellenden künftigen Urnormale. Diese erhalten
bekanntlich die in einem mitausgestellten Querschnittsmodell?) ver-
deutlichte Form eines X (Fig. 91), wobei die Theilungsfläche in die
Mittelebene A zu liegen kommt. Um die Querschnitte der verschiede-
nen Copien möglichst identisch herzustellen, sollen sämmtliche Stäbe
durch eine Leere von diesem Querschnitt gezogen werden; der ausge-
stellte Stab ist nun in der Phase aufgefasst, die dieser Procedur vor-
angeht; seinen Querschnitt deutet Fig. 92 an.
Das Standards Department hatte Copien der englischen Urmaasse
ausgestellt. Die stählernen Endmaasse?) werden durch hochpolirte
Achateylinder mit sphärisch abgeschliffenen Enden begrenzt, die in
Fig. 91. Fig. 92. Fig. 93.
conische Höhlungen der Stahlstangen eingesprengt sind; das Centrum
der sphärischen Endflächen liegt im Mittelpunkt der Stabaxe. Auch
der Körper des Strichnormals®) ist aus Stahl hergestellt, während die
Striche auf kleinen Goldstiftchen gezogen sind, die in den Stahl ein-
gelassen sind. Zu diesem Zwecke sind Höhlungen ausgearbeitet, die
bis zur Mittelebene des Stabes hinunterreichen. Die Theilstriche liegen
in dieser Ebene und sind in vorstehender Form (Fig. 93) ausgeführt,
so dass der Durchschnitt der beiden Transversalen des kleinen Quadra-
tes, also der Mittelpunkt des letzteren, den bestimmenden Punkt aus-
macht.
An Maassstäben von historischem Interesse ist ausser einigen
älteren englischen Normalen, unter welchen verschiedene Messingskalen
bemerkenswerth waren, die bei der Entwickelung des englischen Maass-
systems und besonders bei der Herstellung der neuen englischen
Urmaasse eine Rolle gespielt haben ?), vor Allem ein Meterstab aus Eisen
1) Nr. 334. 2) Ne. 335, 3) Nr. 263. 4) Nr. 262. 5) Nr. 280,
298, 299.