Full text: Kohle (2. Teil)

       
   
  
  
   
  
  
   
   
   
   
  
  
  
   
   
  
   
  
    
    
  
   
   
   
   
   
   
   
     
  
  
  
   
   
  
   
  
  
  
    
  
    
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B. Überblick über die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Kohle 9 
Prozessen und Entschädigungsansprüchen führen. Auch eine Beschä- 
digung von Bauwerken (z. B. Kölner Dom) ist auf solche Verbrennungs- 
gase Öfter zurückzuführen. Zersetzbare Bestandteile der Bausteine 
werden von den Verbrennungsgasen angegriffen und zerstört. Bei einer 
Vergasung der Kohle im Generator liefert schwefelreiche Kohle auch 
schwefelreiche Gase, welche hier dem Betrieb überaus lästig werden. 
Dieser so unerwünschte Schwefel kann in der Kohle in viererlei 
Form enthalten sein: 
1.. Als Sulfid (z. B. Schwefelkies). 
2. In organischer Bindung. 
3. Als Sulfat (z. B. Gips). 
4. Als gediegener Schwefel (z. B. in manchen Braunkohlen.) 
Der größte Teil des Schwefels der Kohlen ist wohl an Metalle 
gebunden, und zwar hauptsächlich an Eisen. Er findet sich alsdann in 
der Form von Schwefelkies oder Markasit. Auf Klüften, Schlechten 
und Schichtfugen ist Schwefelkies in Kohlenflözen oft anzutreffen. 
Konkretionen von Schwefelkies sind in den .Kohlen ebenfalls nicht 
selten. Sulfide von Blei, Kupfer, Zink, Nickel und anderen Metallen 
sind seltener. | 
Schwefelkies ist in den Kohlen häufig in so feiner Verteilung ent- 
halten, daß man ihn mit bloßem Auge nicht erkennt. Man kann ihn 
dann erst durch Sichern der vorher feingepulverten Kohle nachweisen. 
Auch im Dünnschliff ist er dann zu erkennen (Fig. 1). Eine Durch- 
leuchtung dünner Kohleplatten mit Röntgenstrahlen soll den Schwefel- 
kiesgehalt oft sichtbar machen. 
Die Herkunft des Schwefelkieses wird auf eisensulfathaltige Ge- 
wässer zurückgeführt, aus welchen Eisensulfid durch Kohle abgeschieden 
wurde. Dieser Vorgang läßt sich heute noch in verlassenen Gruben- 
bauen beobachten, in denen Schwefelkies sich als ganz dünner Überzug 
auf den Absonderungsflächen („Schlechten“) der Steinkohle vor unsern 
Augen absetzt. 
Es ist daher der Schwefelgehalt des Schwefelkieses als ein ur- 
sprünglich fremder Bestandteil anzusehen. Er ist dem Kohlenflöz in 
Form von schwefelsauren Lösungen zur Zeit der Ablagerung der Pflanzen- 
substanz oder in einem späteren Stadium zugeführt und durch die Kohle 
ausgefällt worden. Bei Besprechung der Petrographie der Kohlenlager 
wird auf diesen Schwefelkiesgehalt noch einmal eingegangen werden. 
Von besonderem Interesse sind Untersuchungen von WALLACE!) 
über organisch gebundenen Schwefel in Kohle. WALLACE unter- 
suchte zahlreiche eisenarme Steinkohlen und kam hierbei zu dem Er- 
eebnis, daß einzelne Steinkohlen bis zu 0,90°/o Schwefel enthalten, 
1) Chemical News 41, S. 201 (1880) 
 
	        
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