Beschreibung der Arten.
Daudebardia praecursor m.
Den früheren Bemerkungen in Mitteilung Nr. 16 ist nur hinzuzufügen,
dafs die Art nicht so selten ist, wie es den Anschein hatte. Ja, es ist sogar
auffallend, dafs von diesen sonst überall als Rarität geltenden kleinen Raub-
schnecken jetzt über 50 Exemplare von Oppeln vorliegen, die z. T.. noch
etwas gröfsere Dimensionen erreichen, als das abgebildete Originalexemplar. —
Bei dem jetzt so reichlichen Material tritt die nähere Verwandtschaft mit
unserer recenten D. brevipes Fer, auf die schon hingewiesen wurde,
deutlich hervor, noch mehr erinnert die Art an D. heydeni Böttger vom
Suramgebirge und aus Svanetien in Transkaukasien, die aber breiter oval
ist und eine relativ gröfsere Mündung zeigt. O. Böttger hatte die Güte,
diese seine Art mit der unsrigen zu vergleichen und erkennt sie als eine
sichere neue und gute Art an.
Oleacina (Boltenia) sp.
Die vorliegenden Fragmente, besonders Spindelstücke, gestatten nicht
zu unterscheiden, ob die Form zu B. sandbergeri (Thom.), subsulcosa (Thom.),
neglecta (Klika) oder froducta (Rss.) gehört; Arten, welche alle im böh-
mischen Untermiocän vorkommen. Es könnte auch eine von diesen abwei-
chende Form sein und weiteres Material bleibt abzuwarten; immerhin ist es
eine typische Boltenia.
Öleacina (Salasiella) fossilis n. sp.
Die kleine Oleacina, die meines Wissens die erste fossil nachgewiesene
Salasiella ist, liegt in ziemlich vielen, jedoch keinem ganz vollständigen adulten
Fig. 1. Exemplar vor. Sie steht der allerdings viel gröfseren
recenten Sal. margaritacea Pfeiff. aus Mexico nahe.
Die kleinen sehr zarten, vielleicht noch jugendlichen
Schalen erreichten, nach dem gröfsten Fragmente zu
urteilen, 4mm, waren glatt glänzend und hatten, im Gegen-
5 satz zu der langen schmalen Mündung, eine kurze stumpfe
Saliselian fossilil 1. Sp Spitze, flache Nähte und 3 Umgänge. Der letzte derselben
5, nat. Gr. Das grö- Ist etwa dreimal so hoch als die Spitze. Die sehr feinen
(sere Individuum a ist Anwachsstreifen verstärken sich manchmal auf dem
nach anderen Exempla- Jetzten Umgang gegen die Naht hin. Es liegen nur 13
ren etwas ergänzt. meist fragmentäre Exemplare vor. Unter den fossilen
Landschnecken ist mir nichts ähnliches bekannt. Von Interesse sind die
verwandtschaftlichen Beziehungen zu Central-Amerika.
a
'} Die recenten „Arten“ Daudebardia hassiaca und D. heldi betrachte ich jetzt, nach Ein-
sicht der reichen Böttger’schen Sammlung in Frankfurt a. M., auch nur noch als Jugendformen
von D. rufe,