Full text: Die Lehre der Situation-Zeichnung oder Anweisung zum richtigen Erkennen und genauen Abbilden der Erd-Oberfläche, in topographischen Charten und Situation-Planen ([1. Theil])

§. 15* 
Ordnungfolge in der Arveit. 
Zur beßten Benutzung der Uebersichten muß der Aufnehmer, im Fall die gegebene 
Basis seines Blattes in der Tiefe läge, zuförderst die höchsten und entferntesten Objekte 
der Gegend zu bestimmen suchen; dann aber, mit der ausführlichen Arbeit, von der 
Höhe nach der Tiefe hinab und aus der freien Gegend in die bedecktere hineingehen. 
So bleiben zuletzt blos diejenigen Theile der Gegend übrig, in welchen, wegen gänzli 
chen Mangels der Aussichten, alle Entfernungen unmittelbar gemessen werden müssen. 
Bei dem umgekehrten Gange der Aufnahme würde einer verleidet werden. Vieles mit 
großem Zeit- und Kostenaufwands unmittelbar zu messen, von dem sich nachher zeigen 
würde, daß es von den übersehbaren Standorten aus gar leicht mittelbar, mit großer 
Zeit- und Kraft-Ersparniß, in Grund hatte gelegt werden können. 
Bei dieser wissenschaftlich-wirthschaftlichen Anordnung für den Gang des Aufneh 
mens, kommen die Wegelinien des Feldmessers nicht parallel (was auch ohnedem in ge 
birgigen Ländern gar nicht möglich wäre,) sondern so zu liegen, daß von denselben und 
von allen dadurch zusammengereiheten Standorten, jeder Theil des offnen Bodens wenig 
stens zweifach gesehen wird. Sie betragen, bei einer klugen Auswahl, kaum den zehnten 
Theil der Länge, welche der Ingenieur bei Anwendung der Parallelmethode durchlaufen 
müßte, und nicht den hundertsten Theil der unmittelbaren Messungen. Sie gestatten 
auch, im Vergleich der sogenannten Parallelmethode, fast keine Fehler, die bei jeder unmit 
telbar zu messenden Linie unvermeidlich sind. 
§. 16. 
Elementar - Aufgaben. *) 
Der mathematisch«wirthschaftliche Gang der Aufnahme mit dem Meßtische in der 
übersehbaren Gegend beruhet auf der einzigen Angabe: Nach einer gegebenen Li- 
*) Herr Major Decker spricht zwar diesen Elementar-Aufgaben ihre nützliche Anwendung 
zu Gunsten des Reflektors Seite 104 seines militairischen Aufnehmcns gänzlich ab/ indem 
er sagt: 
„Lehmann nennt das Stationiren/ das Rückwärts-Einschneiden/ und hat diese Ma- 
„terie wcitlauftig abgehandelt, wo man sie nachlesen kann. Allein sie setzt immer 
„ein Etabliren des Meßrisches voraus, worauf sich der militairische Aufnehmer nicht 
„immer einlassen kann re. Die Mensulaner thun sich viel auf die Fünf so genannten 
„Elementar-Aufgabcn zu Gute. Der Reflektor löset sie alle auf einmal (?) und 
11 zwar auf eine unendlich einfachere Art."
	        
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