Object: Die Berliner Elektrizitätswerke bis Ende 1896

  
  
  
  
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88 Saugwindkessel. 
stelle oder Gruppe von Gewinnungsstellen aus beschickt, wie aus einem ge- 
schlossenen Rohrnetz von überallher gespeist werden können. Durch passend 
angeordnete Verbindungen zwischen den Saugwindkesseln und den Rohr- 
strängen und durch eine grosse Zahl von Schiebern bei den Windkesseln und 
sonst geeigneten Punkten kann der Lauf des Wassers beliebig hier- oder 
dorthin gelenkt werden. 
Der Blick auf die Tafel XI lehrt, dass die Maschinen 4 und 5 des — 
auf der Zeichnung nicht dargestellten — südlichen Mauerstrassenwerks ihren 
Kondenswasserbedarf über die Saugwindkessel A und B beziehen. Unter 
Zuhilfenahme der Saugleitung a werden die Maschinen 1 bis 3 des südlichen 
Werks bedient, während eine zweite Saugleitung b die Versorgung der auf 
der Zeichnung angegebenen Dampfmaschinen 6, 7 und 8 übernimmt. An 
diese Leitung b ist der dritte Windkessel © geschaltet. 
Die allgemeine Anordnung eines Saugwindkessels ist in Abb. 40 an 
einer Ausführung des Werks an der Markgrafenstrasse gezeigt. Durch die 
vier Zuleitungen b sind Brunnen angeschlossen. Die Leitungen cc sind als 
Einspritzleitungen zwei Dampfmaschinen, d ist als Saugleitung den Speise- 
pumpen der Dampfkessel zugeführt. Alle Leitungen sind an den viereckigen 
Unterbau des hier aus Gusseisen hergestellten Windkessels a angefügt und 
davor mit Absperrschiebern versehen. Ein Vakuummeter h, ein Wasserstands- 
glas i und der als Strahlapparat gebaute, mit Dampf betriebene Luftabsauger e 
bilden die nothwendige Ausrüstung des Windkessels. Durch das Rohr f tritt 
der Dampf in den Absauger ein, durch das Rohr g der Abdampf mit der 
abgesaugten Luft aus. In der Regel werden die Windkessel alle 3 bis 4 Stunden 
— bei kleinen Betrieben etwa auch nur alle Tage — entluftet. 
Abb. 41 ist das Schaubild eines andern, im südlichen Mauerstrassenwerk 
befindlichen, im Gegensatz zum vorigen in Schmiedeeisen ausgeführten, 
Saugwindkessels, das zeigt, wie der untere Theil, an dem die Rohrleitungen 
sitzen, unter dem Fussboden verdeckt liegt; nur die Handräder der Absperr- 
schieber sehen heraus. Man erkennt wieder das Vakuummeter, das Wasser- 
standsglas und den Luftabsauger, der hier von oben nach unten gerichtet ist. 
Die Kondensationseinrichtungen der auf Tafel XI angedeuteten 1000- und 
1500-pferdigen Dampfmaschinen No. 6, 7, 8 sind, wie bekannt, überein- 
stimmend zusammengesetzt in der durch die Abb. 16 erläuterten Weise aus 
einem aufrechten Kondensatorrohr E und zwei Luftpumpen, die das erstere 
zwischen sich nehmen. Die Wasserzuleitung für die Hilfseinspritzung, durch 
die dafür gesorgt ist, dass beim Anlassen einer Dampfmaschine die Luftleere 
in den bereits laufenden Dampfmaschinen und in den Windkesseln nicht be- 
unruhigt wird, ist auf Tafel XI durch grüne Linien veranschaulicht. Von
	        
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