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88 Saugwindkessel.
stelle oder Gruppe von Gewinnungsstellen aus beschickt, wie aus einem ge-
schlossenen Rohrnetz von überallher gespeist werden können. Durch passend
angeordnete Verbindungen zwischen den Saugwindkesseln und den Rohr-
strängen und durch eine grosse Zahl von Schiebern bei den Windkesseln und
sonst geeigneten Punkten kann der Lauf des Wassers beliebig hier- oder
dorthin gelenkt werden.
Der Blick auf die Tafel XI lehrt, dass die Maschinen 4 und 5 des —
auf der Zeichnung nicht dargestellten — südlichen Mauerstrassenwerks ihren
Kondenswasserbedarf über die Saugwindkessel A und B beziehen. Unter
Zuhilfenahme der Saugleitung a werden die Maschinen 1 bis 3 des südlichen
Werks bedient, während eine zweite Saugleitung b die Versorgung der auf
der Zeichnung angegebenen Dampfmaschinen 6, 7 und 8 übernimmt. An
diese Leitung b ist der dritte Windkessel © geschaltet.
Die allgemeine Anordnung eines Saugwindkessels ist in Abb. 40 an
einer Ausführung des Werks an der Markgrafenstrasse gezeigt. Durch die
vier Zuleitungen b sind Brunnen angeschlossen. Die Leitungen cc sind als
Einspritzleitungen zwei Dampfmaschinen, d ist als Saugleitung den Speise-
pumpen der Dampfkessel zugeführt. Alle Leitungen sind an den viereckigen
Unterbau des hier aus Gusseisen hergestellten Windkessels a angefügt und
davor mit Absperrschiebern versehen. Ein Vakuummeter h, ein Wasserstands-
glas i und der als Strahlapparat gebaute, mit Dampf betriebene Luftabsauger e
bilden die nothwendige Ausrüstung des Windkessels. Durch das Rohr f tritt
der Dampf in den Absauger ein, durch das Rohr g der Abdampf mit der
abgesaugten Luft aus. In der Regel werden die Windkessel alle 3 bis 4 Stunden
— bei kleinen Betrieben etwa auch nur alle Tage — entluftet.
Abb. 41 ist das Schaubild eines andern, im südlichen Mauerstrassenwerk
befindlichen, im Gegensatz zum vorigen in Schmiedeeisen ausgeführten,
Saugwindkessels, das zeigt, wie der untere Theil, an dem die Rohrleitungen
sitzen, unter dem Fussboden verdeckt liegt; nur die Handräder der Absperr-
schieber sehen heraus. Man erkennt wieder das Vakuummeter, das Wasser-
standsglas und den Luftabsauger, der hier von oben nach unten gerichtet ist.
Die Kondensationseinrichtungen der auf Tafel XI angedeuteten 1000- und
1500-pferdigen Dampfmaschinen No. 6, 7, 8 sind, wie bekannt, überein-
stimmend zusammengesetzt in der durch die Abb. 16 erläuterten Weise aus
einem aufrechten Kondensatorrohr E und zwei Luftpumpen, die das erstere
zwischen sich nehmen. Die Wasserzuleitung für die Hilfseinspritzung, durch
die dafür gesorgt ist, dass beim Anlassen einer Dampfmaschine die Luftleere
in den bereits laufenden Dampfmaschinen und in den Windkesseln nicht be-
unruhigt wird, ist auf Tafel XI durch grüne Linien veranschaulicht. Von