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XI. Die chemische Verwandtschaft.
Noch erheblicher gestalten . sich die Unterschiede bei der Trichlor-
milchsäure. Milchsäure hat die Konstante 0-:0138; die drei Chloratome
haben dieselbe etwa auf den 34 fachen Wert gesteigert. Die Essigsäure
dagegen zeigt beim Übergange in die Trichloressigsäure eine Steigerung
von 0.0018 auf 121, also wie 1: 67000; das Verhältnis ist somit nicht
weniger als 2000 mal grösser.
Die Mononitrocapronsäure mit der Konstante 0.0123 leitet 8-5 mal
besser, als ihre Muttersubstanz; es kann somit keine @&-Verbindung sein.
Denn die Nitrogruppe erweist sich weit stärker negativierend als Chlor,
und Chlor in der @x-Stelle bedingt eine Erhöhung der Konstanten auf
etwa den 80 fachen Wert. Hingegen entspricht die Zahl ganz gut der
Annahme, dass die Nitrogruppe in der ß-Stellung steht, welche Annahme
auf Grund der chemischen Verhältnisse für den Stoff gemacht worden
ist. Die zweite Nitrogruppe bedingt eine Zunahme der Konstanten auf
den 5-6 fachen Wert der Monoverbindung. Der Faktor ist für die zweite
Nitrogruppe. kleiner, als für die erste, was den früheren Erfahrungen
vollkommen entspricht.
In noch viel mannigfaltigerer Weise, als bei den Abkömmlingen der
Fettsäuren, lässt sich der Einfluss wechselnder Stellung bei der Substitu-
tion an den Derivaten der Benzoesäure verfolgen. Es sind folgende
Konstanten beobachtet worden:
Benzoesäure C°H5CO?H 0.0060
3-Oxybenzoesäure C°H*(OH)CO?H 0.102
m-Oxybenzoesäure C°H*(0OH)CO?H 0.0087
?-Oxybenzoesäure C°H*(OH)CO?2H 0-:00286
Benzoesäure selbst ist stärker als die höheren Fettsäuren, auch als Essig-
säure; auch ist Phenyl negativer als Methyl, denn Phenylalkokol oder
Phenol hat den Charakter einer schwachen Säure, was bei Methylalkohol
nicht der Fall ist. Das eintretende Hydroxyl übt, je nachdem es in die
Ortho-, Meta- oder Para-Stellung tritt, ungemein verschiedene Wirkungen aus.
In der o-Stellung beträgt der Einfluss am meisten; die Konstante erscheint
auf den 17 fachen Wert gesteigert, In der m-Stelle beträgt die Änderung
nur das 1.4 fache, und in der p-Stelle bedingt der Eintritt des Hydroxyls
sogar eine Schwächung der Säure, eine Verminderung der Konstante
auf etwas weniger als die Hälfte.
Aus den Einflüssen, welche das Hydroxyl an jedem der drei Orte
des Benzols ausübt, lassen sich nun mit ziemlich grosser Annäherung
lie Konstanten aller übrigen mehrfach hydroxylierten Benzoesäuren
schätzen. Die Messungen haben folgende Zahlen ergeben, wobei be-
merkt werden soll, dass die Stellung der Hydroxyle vom Carboxyl ab
zezählt werden soll; dieses ist mit 1 bezeichnet. .
Oxysalicylsäure C°H*(0H)?CO?*H(2, 3) 0.114
Oxysalieylsäure C°H*(OH)?CO?H(2, 5) 0-108
x-Resoreylsäure C°HS(0OH)?2CO?HC2, 6) 5.0