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Mirjam — Miſchhahn. 893
Mirjam (hebr.), ſoviel wie Maria.
Mirko BetrowitihNjegos, Prinz von Monte-
negro, geb.17. April 1879 in Cetinje, heiratete 12. Juli
1902 Natalie, eine Tochter des mit dem Hauſe der
Obrenovié (\. d.) verwandten, aber mit König Alexan-
der verfeindeten ſerbiſchen Oberſten Alexander Kon-
ſtantinovié (geb 1. Okt, 1882 in Trieſt); am 27. Aug.
1903 wurde ihm Prinz Stephan geboren.
Mirnujong, viele Knochenreſte und Steinbeile ent-
haltende, oft 3 m hohe und viele hundert Meter im
Umfang meſſende Muſchel- und Aſchenhaufen inSüd- |
auſtralien und Victoria, namentlich am Conewarren-
ſee. Die M. ſind Analoga zu den Kjökkenmöddingen.
Mirograpÿh, ſoviel wie Stroboſkop.
Miropolje, Stadt im ruf. Gouv. Kurſk, Kreis |
Sudſha, anm Pſiol (Nebenfluß des Dnjepr), hat leb-
haften Handel mit Leder, Schuhwaren, Getreide, Salz,
Fiſchen und Teer und (1897) 10,896 Einw.
Mirow , 1) Fle>en im Großherzogtum Me>len-
burg-Strelitz, Kreis Stargard, am gleihnamigenSee,
durch den der Havelkanal führt, und an der Eiſen-
bahn Neuſtreliz=Buſchhof, hat eine evang. Kirche mit
der großherzoglichen Gruft, Synagoge, Schloß, Leh-
rerſeminar, Amtsgericht, Oberförſterei, ein Dampf-
ſägewerk, Molkerei und (1905) 1687 evang. Einwoh-
ner. M. war ſeit 1227 cine Johanniterkomturei. —
2) Stadt in Rußland, #. Nemirow.
Mirri, Giuſeppe, ital. General, geb. 1839 in
Imola, ſtudierte in Bologna, trat aber 1859 als Frei-
williger in das ſardiniſche Heer und nahm 1860 am
Zuge Garibaldis nach Sizilien teil. Er blieb darauf
in der italieniſchen Armee, machte den Krieg von 1866
mit, war unter General Medici bei der Unterdrückung
der Räuber in Sizilien tätig, ſtieg allmählih zum
Storpsfonmmandanten in Bologna auf, wurde 1894
nac) Balernıo verjegt und kehrte 1895 als Komman-
deur des 6. Korps nad) Bologna zurüd. Seit 1898
Senator, übernahm er im Mai 1899 im Kabinett
Pelloux das Krieg8miniſterium, trat aber im April
1900 infolge von Angriffen auf ſeine Tätigkeit in
Sizilien zurück.
Mirſâ, gewöhnli<h nah franzöſiſh- engl. Weiſe
Mirza geſchrieben (perſ., von mîr-säde, »Emirs-
ſohn«), perſiſcher Titel, bezeichnet, dem Eigennamen
nachgeſeßt, einen Prinzen von Geburt (z. B. Abbas
M., »Prinz Abbas«), vor dem Namen einen Schrift-
gelehrten (Mirza Schaffy) oder Zivilbeamten.
Mirza, Wollenjtoff für Konfektionszwete.
Mirza, früheres rumän. Map für feite Körper —
1/2 Kilé, in der Walachei zu 4 Bannizi = 196,8 Lit.,
in der Moldau (Mierza, Mertic) zu 10 Dimerli
oder Bannizi = 217,55 8. ; in Siebenbürgen 2 Kübel
= 105,05:L.
Mirzapur, Hauptſtadt des gleihnamigen Diſtrikts
in der Diviſion Benares der britiſch - ind. Nordweſt-
provinzen, am Ganges und an der Eaſt Jndia-Bahn,
hat eine große Moſchee, (1901) 79,862 Einw. (66,014
Hindu, 13,182 Mohammedaner und 310 Chriſten)
und bedeutenden Handel mit Korn, Zucker, Lack,
Baumwolle, Salz 2c.
Mirza Schaffy, j. Bodenjtedt.
Miſahöhe, 1890 gegründete Regierungsſtation
in der deutſh-weſtafrikan. Kolonie Togo, 478m ü. M.,
an dem Agotimeberg, über dem Dorfe Jo, in frucht-
| mw). Die Station umfaßt die Landſchaften Agome,
| Haingba, Boeta, Kuma, Kpandu, Sovievhe, Boem,
| Avatime und zählt bei 350 ſelbſtändigen Dörfern
| ohne die Farmdörfer (1901) 86,161 Einw. (3 Euro-
päer); nach andern wird ſie auf 150,000 geſchäßt. M.
iſt der Station Kpandu unterſtellt (hier 1 Europäer).
Mifandrie (grich.), Männerjchen, Männerhaß.
Mifanthropte (griech), Menschenhaß, nanıen:-
| lich als habituell gewordene Denk- und Gefinnungs-
| weiſe; Miſanthrop, Menſchenhaſſer, Menſchenfeind.
Misburg, Dorf im preuß. Negbez. und Landkreis
| Hannover, an der Staatsbahnlinie Wuſtermark —
| Hannover=Hamm und der elektriſchen Straßenbahu
| Hannover— Anderten, hat flinf Zementfabriken, ein-
Spiritusfabrik, Eiſengießerei und (1905) 5040 Einw.,
darunter 2036 Katholiken.
Miscanthus Anderss0n, Gattung der Grami-
neen, hochwlihſige Gräſer mit meiſt ſeidenhaariger,
breiter Riſpe und begrannten Deckſpelzen. Von den
ſe<s Arten in Süd- und Oſtaſien werden M. sinen-
sis Andersson (Eulalia japonica Trin., j. Tafel
»&räfer Ve, Fig. 7) mit begrannten Ährchen und
M. sacchariflorus Hack mit wehrloſen Ährchen, vour
Amur, als Zierpflanzen kultiviert.
Misee (lat.), auf ärztlichen Rezepten, miſche.
Miſchabelhörner (wohl ſoviel wie Miſtgabel-
hörner, aud) Saasgrat), Hochgebirgsfette der Peu-
ninifchen Alpen, die fich am Neuen Weißtor nördlich
an die Monte Roſagruppe anſchließt und zwiſchen
Nikolai- und Saastal hinzieht, von mächtigen Glet-
ſchern (Allalin-, Feegletſcher u. a.) eingerahmt. Bös-
artig iſt der ins Saastal herabſteigende Allalin-
gletſcher, der, aus ſeinem Seitental vorrückend, den
kleinen Mattmarkſee ſtaut und dadurh, wenn der
Dnerriegel plöglich dem Druck weicht, gewaltige Ver-
heerungen und Überſhwemmungen verurſacht (vgl.
Gétroz). Die M. erreichen im Dom 4554 m; ſüdl
davon Täſchhorn (4498 m), Alphubel (4207 m), Alla-
linhorn (4034 m) und NRimphilhhorn (4203 m).
Von Täſch im Nikolaital führen mehrere Gletſcher-
päſſe (Alphubeljoh 3802 m, Allalinpaß 3570 m) ins
Saastal. An erſten Beſteigungen find zu erwähnen:
Allalinhorn 1856 vom Engländer Anıes, der Dom
1858 von J. Dawies, Rimphiſchhorn 1859 von Lestie
Stephen, Täſchhorn 1862 von Hayward und Dawies,
Balfrinhorn 1863 von Spence Walſon und Gattin.
Die Beſteigung erfolgt meiſt von der Miſchabelhütte
in 3360 m Höhe (ſeit 1903) oberhalb Saas Fee oder
von der Domhütte (oberhalb Randa).
Miſcharen , ſoviel wie Meſchtſcherjäken (ſ. d.).
Miſchbarkeit, \. Diffuſion u. Kapillarität, S. 587
(Oberflächenſpannung).
Miſchbau, im Gegenſaz zum Reinbau (\. d.)
eine Bauweiſe, bei der zur Herſtellung der Fronten
verſchiedene Baumaterialien angewandt werden (vgl.
Backſteinbau, Puzbau, Werkſteinbau).
Miſchbutter , |. Kunſtbutter.
Miſchdüſe, \. Jnjektor, ©. 839.
Miſchehen , ſoviel wie Gemiſchte Ehen (ij. d.).
Miſchfarbe, eine aus zwei oder mehr einfachen
Spektralfarben gebildete Farbe, die ſih von der be-
treffenden, im Farbenton mit ihr übereinſtimmenden
Spektralfarbe dadurch unterſcheidet, daß ſte durch ein
Prisma zerlegt werden kann. Miſchfarben werden
barer Gegend, wichtig als Kreuzungspunkt der Kara- | auch ſehr allgemein aus Farbſtoffen hergeſtellt.
wanenſtraßen von Salaga und Kpandu zur Küſte. |
Nach Lome hat man 5, Kpandu 2, Bismar>burg 7
Tagereiſen. Das Klima iſt kühler und geſünder als
an der Küſte (Jahresmittel 23,7°; Niederſchlag 1568
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Miſchfutter (Miſchling), |. Futterbau, S. 241.
Miſchgas, |. Leuchtgas, S. 468. i :
Miſchgeſchwulſt, \. Kombinationsgeſhwulſt.
Miichhahn, |. Hahn, S. 622.