Full text: Die kirchlichen Denkmäler der Stadt Köln (7. Band, 1. Abteilung)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Anbauten u. 
ehem. Kloster 
Inneres 
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STADT KÖLN 
366). Bis zu ihrem Einzug in das neue Kloster, von 1637—1649, bewohnten die 
Karmelitessen das Rodenkirchensche Haus in der Schnurgasse (s. S. 316). Wahrschein 
lich war das obige Wappen an diesem Hause angebracht und wurde in das neue 
Kloster als Erinnerung an die einstige Wohnstätte übertragen. Die Kartusche ist 
beim Neubau des Gemeindehauses wieder zur Verwendung gekommen. 
Das Innere der Kirche ist im Lichten 30 m lang, 22,75 m breit, die Kuppel 
18,60 m hoch. (Taf. XXV; Fig. 223.) 
Das ursprünglich einschiffige Langhaus ist dreijochig. Die Wände werden 
hier sowie im Querschiff und Chor durch eine ionische Pilasterordnung ge- 
gliedert. Zwischen den Pilastern Arkadenbögen mit barocken Kartuschen in den 
Schlußsteinen. Die Gewölbe haben Rippen mit Birnstabprofil zwischen Gurtbögen. 
Im Chor ein reicheres Sterngewölbe, in dessen Scheitelrosette die Inschrift: GLORIA 
PATRI ET FILIO ET SPIRITUI SANCTO ANNO MDCLXxxI. Die Fenster schlicht mit 
stichbogigem Schluss. Die ganz im Dachraum liegende, nach aussen also nicht 
  
Fig. 226. St. Maria in der Schnurgasse. Ehem. Klosterküche, 
hervortretende Kuppel wird von rundbogigen Fenstern durchbrochen, die mit je 
einem kleineren elliptischen Fenster darüber durch gemeinsame Umrahmung ver- 
bunden sind. Im Scheitel der Kuppel eine Rosette mit der Umschrift: saLve 
SIS REGINA PACIS PRECIS PRAEBE MUNERA | PELLE PROCUL HINC MINACIS SAEVA 
MARTIS FUNERA. Im westlichen Joch des Langhauses eingebaut eine auf breitem 
elliptischen Bogen ruhende Orgelempore. 
Die im J. 1819 hinzugefügten Seitenschiffe sind ganz schmucklos mit gratigen 
Gewölben und durch glatte Bögen nach dem Mittelschiff geöffnet. Der im J. 1882 
erweiterte nördliche Querflügel ist entsprechend dem noch ursprünglichen südlichen 
Flügel gebildet und mit einem Sterngewölbe versehen. Die Kapellenräume neben 
dem Chor, gleichfalls dem Umbau von 1882 angehörend, haben korbbogenförmige 
Tonnengewölbe mit einschneidenden Kappen. Aus der nördlichen Kapelle führt 
eine Tür mit barocker Umrahmung in die Sakristei: in der Bekrönung eine Nische 
mit kleiner Jesusfigur. Der kreuzgewölbte Gang unter dem Turm, der jetzt das süd- 
liche Seitenschiff mit der südlichen Chorkapelle verbindet, ist ein Rest des ehe- 
maligen Kreuzgangs (vgl. Fig. 224). 
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