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Verschiedene Holophote. 53
wieder viele Strahlen unnütz verloren gehen, und hätten auch ihres geringen
Winkels wegen die Anwendung einer Horizontallampe vorerst nicht gestattet —
vel. Fig. 12. — Da gelang es 1886 Professor Munker in Verbindung mit der
Firma S. Scuuckerr in Nürnberg, nach einem besonderen Verfahren vollkommen
genaue Parabolspiegel aus versilbertem Glase herzustellen, welche, sogleich mit
einer Horizontallampe vereinigt, das vollkommenste aller Holophote ergaben; neben
diesen sind dann von anderer Seite die aus sphärisch gekrümmten Ringen zu-
sammengesetzten Meniskenringspiegel in geringem Umfange verwendet worden. Die
Verwendung elektrischer Scheinwerfer mit Glasparabolspiegel für Leuchtfeuer ist
bereits 1893 vom Regierungsrat Körrz vorgeschlagen und nach einer von ihm in
Gemeinschaft mit Baurat PEck unternommenen, den Leuchtfeuereinrichtungen ge-
widmeten Studienreise in Frankreich 1896 erneut befürwortet, endlich auf Grund
bezüglicher Versuche (1899) für das neue Leuchtfeuer auf Helgoland beschlossen
worden, welches sich nunmehr bereits über ein Jahr in regelmäßigem Betriebe be-
findet (seit 10. Juni 1902) und in jeder Hinsicht die erstmalige erfolgreiche An-
wendung eines gänzlich neuen Systems darstellt; dieses System: Gleich-
stromhorizontalbogenlampe mit Glasparaboloidspiegel verdankt
seine Überlegenheit gegenüber den anderen besprochenen Anord-
nungen allein der Eigenart des Lichtbogens.
Im Anschluß an die vorstehenden allgemeinen Erörterungen seien jetzt einige
besondere Formen zu Holophoten verwendeter Vorrichtungen näher besprochen.
1) Lavoısıer, 1765 (in einer Abhandlung) behandelt das Ellipsoid. —
Denken wir uns einen Meridianschnitt durch ein Umdrehungsellipsoid, dessen eine
Polkalotte bis zu einer senkrecht zur Achse durch den einen Brennpunkt gelegten
Ebene fehlt, so wird die ganze von einer im zweiten Brennpunkt stehenden Licht-
quelle allseitig — über 360° — ausgesandte Strahlung über 180° verteilt aus der
Öffnung treten. Die Anwendung elliptischer Reflektoren, erhalten durch Rotation
einer Ellipse um eine in ihrer Ebene außerhalb gelegene Achse, beabsichtigte
Junes Bourvaıs 1885 in einem sehr phantastischen Projekt eines für die Welt-
ausstellung 1889 auszuführenden elektrischen Sonnenleuchtturmes von 360 m Höhe.
2) Borpıer-MArcrr, 1811, Doppelparaboloid. — An eine Paraboloid-
kalotte ist eine einer anderen Parabel mit anderem Brennpunkte angehörende
Paraboloidzone angefügt; befindet sich in jedem Brennpunkte eine Lichtquelle, so
werden durch die Paraboloidzone auch Strahlen der äußeren in die gewünschte
Richtung gelenkt. — 6 solche Doppelparaboloide wurden u. a. auf Cap La Heve
aufgestellt.
3) Borprer-Marckt, 1811, Sideral. — Die reflektierende Fläche entsteht
durch Rotation einer Parabel entweder um eine durch den Brennpunkt gehende
Achsensenkrechte oder um den Parameter; in letzterem Falle tritt an Stelle des
Brennpunktes als Ort für eine Lichtquelle ein Brennkreis als Ort für eine größere
Anzahl solcher. — Bis 1855 war ein solcher Apparat von 785 mm ganzem Durch-
messer und 373 mm Öffnungsweite auf der Greifswalder Oie in Gebrauch.
4) Fr. A. Fressen, 1820, Polygonallinsen. — Da große Linsen nicht nur
schwierig herzustellen sind, sondern auch infolge der bei kleiner Brennweite not-
wendigen großen Dicke beträchtliche Aberration veranlassen, hatte schon 1788
Convorckr, dann 1811 Brewsrter vorgeschlagen, solche Linsen zusammenzusetzen
aus einem Mittelstück gewöhnlicher Form und konzentrischen Prismenringen.
Fresneis erste Linsen hatten 350 mm Durchmesser bei 400 mm Brennweite und
besaßen aus geraden Prismen zusammengesetzte Ringe; durch Zufügung von