Full text: Regalien bis Schottische Philosophie (Band 12)

  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
   
  
  
  
   
   
  
  
  
  
  
  
  
   
    
     
   
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
  
  
  
Sachſen (Nfalzgräfſchaft) Sachſen (Provinz) 439 
5 Thle. und für 500000 zu-L0 Thlr. Außerdem curſiren no< für 590000 Thlr. leipzig- 
dresdner Eiſenbahuſcheine und dieBankkaſſenſcheine der leipzigerBanë zu 20, 100, 200 und 
500 Thlr: als baares Geld. Das Militair zählt im vollen Etat 12193 M., darunter vier 
Unienregimenter zu etwa 7500 M., eine Halbbrigade leichter Infanterie zu 2200 M., ein 
Artilleriecorps von 1900 M. und eine Neiterbrigade von 2000 M., beſtehend aus drei Nez 
gimentern. Als BundescontingentftelltS. 12000 M. aller Waffengattungen, bie dieerſte Diz 
viſion des außerdem von Kurheſſen und Naſſau geſtellten neunten Armeecorps bilden, welchem 
©. den Befehlshaber gibt. Militairpflichtig find alle Staatsbürger vom 20. Jahre an; doch 
ſchafft das Kriegsminiſterium Stellvertreter gegen Einzahlung einer Summe von 209 Thlr. 
Die Dienſtzeit beträgt im Frieden ſehs Jahrez doch iſt, mit Ausnahme der jährlichen Übungs: 
zeit, fortwährend ein großer Theil des Heeres beurlaubt. Nach Ablauf dieſer Zeit ſtehen die 
Mannſchaften noch drei Jahre in der Kriegsreferve, die zufolge Geſezes vom J. 1846 ‘nun 
ebenfalls jährlich auf furzeZeit zu Übungen einberufen werden. ImKriege gilt blos freiwillige 
Stellvertretungz auch hat während des Krieges Niemand wegen vollendeter Dienſtzeit Ans 
ſpruch auf Entlaſſung. Als Kopfbede>ung iſt im J. 1846 für die Infanterie das Kappi ein- 
geführt worden. Vgl. Schumann und Schiffner, „Vollſtändiges Staats-, Poſt- und Zei- 
tungslexifon von S.“/ (18 Bde., Zwi. 1814—33)z Engelhardt, „Baterlandskunde“ 
(herausgeg. von Klemm, 8. Aufl., Lpz. 1842); Schiffner, „Beſchreibung von S. u.  . w.“ 
(2. Aufl., Dresd. 1844—45); Boſe, „Handbuch der Geographie, Statiſtik und Topogra- 
phie des Königreichs S.“/ (2. Aufl., Dresd. 1846); Bülau, „Darftellung der Berfaffung 
und Verwaltung des Königreichs S.'“ (Lpz. 1833) und die „Mittheilungen des ſtatiſtiſchen 
Vereins fir das Königreich ©.” (Dresd. 1832 fg.). 
Sachſen, Pfalzgrafſchaft, entſtand dadurch, daß Herzog Heinrich von Sachſen, nach- 
dem- er zum deutſchen Könige erwählt worden war, die Verwaltung der Juſtiz in ſeinen 
Pfalzen oder Paláſten in Niederſachſen und Thüringen, wie zu Grona, Werla (ſpäter Gos- 
lar), Allſtädt, Wallhauſen, Dornburg, Merſeburg u. \. w., beſondern Pfalzgrafen übertrug. 
Der gewöhnliche Sig derſelben war Allſtädt. Übrigens gab es nur Eine Pfalzgrafſchaft S., 
denn die Pfalzgrafen in Nord- und Oſtthüringen , ſowie in Weſt- und Südthüringen und 
in Niederſachſen, die von alten Chroniſten aufgeführt werden, laſſen ſich urkundlich nicht 
erweiſen. Ums J. 10940 erhielten die Grafen von Goſe> die Pfalzgrafſchaft, aus der ſie im 
3.1088 die Grafen von Sommerſeburg verdrängten , doh führten ſie den pfalzgräflichen 
Titel fort und nannten fich nach ihrer Beſizung Putelendorf (jezt Bottelndorf am ber Un- 
ſtrut) Pfalzgrafen von Putelendorf. Nach dem Erlöſchen des Sommerſeburgiſchen Hau- 
ſes im J. 1178 oder 1180 kam die Pfalzgrafſchaft an die Landgrafen von Thüringen und 
on biefen nach Heinrich Naspe’s Tode an die Markgrafen von Meißen. Friedrich der 
Freudige trat ſie 1317 an die Markgrafen von Brandenburg ab, die dagegen ihrem Anſpruch 
an Meigen entfagten. Schon im folgenden Jahre fiel die Pfalzgrafſchaft nebſt der Mark 
Landsberg und den Schlöſſern Kyffhauſen und Alſtädt als Witthum an Agnes, die Witwe 
des Herzogs Heinrich des Altern von Brandenburg. Jhr Bruder, Kaiſer Ludwig der Baier, 
beſtätigte ſie 1320 in dem Befige, belehnte aber zugleich mit der Pfalzgrafſchaft eventuell die 
Grafen von Anhalt. Durch Vermählung mit der Tochter der Herzogin Agnes Fam die 
Pfalzgrafſchaft 1333 an den Herzog Magnus von Sachſen-Lauenburg. Als dieſer 1347 die 
Mark Landsberg an Friedrich den Ernſthaften verkaufte, nahm dieſer auch den pfalzgräf- 
lichen Titel an, den aber die Markgrafen von Meißen fpäter ald ganz bedeutungslos aufga- 
ben. Die Herzoge von Sachſen, askanifchen Stammes, waren bis zum Erlöſchen ihres Hau» 
ſes im Befige der Pfalzgrafſchaft , die mit dem Herzogthum Sachſen an den Markgrafen 
Friedrich den Streitbaren kam, der ſie ſeinen übrigen Landen einverleibte, den pfalzgräfli- 
chen Titel ablegte und nur das Wappen beibehielt. 
Sathſen , die preuß. Provinz, beſteht aus den durch den.wiener Tractat von 1815 
unter dem Titel Herzogthum Sachſen vom König von Sachſen abgetretenen Erblandestheilen 
es ehemaligen Kur- oder wittenberger, meißner und leipziger Kreiſes , faſt dem ganzen thü- 
ringiſchen Kreife, den Stiftern Naumburg- Zeig und Merfeburg, den Antheilen an Mansfeld 
und Henneberg u. \. w. und aus den andern bereits preuß. Ländern, dem Herzogthum Mag- 
deburg, der Altmark, den Fürſtenthümern Halberſtadt, Quedlinburg und Erfurt, dem Eichê- 
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