Full text: Lehrbuch der Thier-Chemie (4. Band, 1. Abtheilung)

Wasser gelassen, zerfällt sie zu Pulver, und wird sie aus 
einem zu wenig eingekochten Harn abgeschieden, so fällt 
sie sogleich als Pulver nieder. Alkohol löst einen Theil 
davon auf und läfst einen andern ungelöst. Diese Auflö 
sung ist rothbraun und läfst nach dem Abdampfen eine 
schwarzbraune, harzartige Masse zurück, die in der Wärme 
leicht schmilzt, und sich selbst in der schwächsten Lauge 
von Alkali auflöst, woraus sie, durch Zumischung von 
Säure, in braunen Flocken wieder unvollkommen nieder 
geschlagen wird. Proust nennt diese Substanz Hartiharz 
und hält sie für die Ursache der Farbe des Harns, wie 
wohl er zugibt, dafs sie beim Abdampfen des Harns in 
ihren Eigenschaften wahrscheinlich etwas verändert wor 
den sei. — Die andere Substanz, die von Alkohol nicht 
gelöst wurde, bleibt in Gestalt eines schwarzen, geschmack 
losen Pulvers zurück, welches in Wasser unlöslich, aber 
in Alkali mit dunkelbrauner Farbe löslich ist, woraus es 
von Säuren in grofsen schwarzen, käseartigen Flocken nie 
dergeschlagen wird, die beim Trocknen zusammenbacken 
und eine, wie grob zerstofsener Asphalt aussehende, glän 
zende Masse bilden. Bei der Destillation gibt sie wenig 
Ammoniak, Brandöl, und hinterläfst 65 Proc. Kohle, nach 
deren Verbrennung eine kieselerdehaltige Asche zurück 
bleibt. 
Bei Wiederholung von Proust’s Versuchen, sah ich 
niemals das schwarze Pech sich bilden. Die Schwefelsäure 
und der syrupdicke Harn vermischten sich, ohne dafs sich 
die Masse schwärzte, und ohne dafs sich darin nach 12 
Stunden ein Niederschlag bildete. Als aber die mit et 
was Wasser vermischte Masse beinahe zum Kochen erhitzt 
wurde, nahm sie eine schwarze Farbe an. Sie war indes 
sen noch durchsichtig, setzte aber nach einigen Stunden 
ein schwarzes Pulver ab, und wurde dabei blässer. Das 
schwarze Pulver hatte alle die von Proust, von seiner 
pechartigen Substanz angegebenen Eigenschaften. Alkohol 
zog, mit Zurücklassung eines schwarzen Pulvers, die braune, 
harzartige Materie aus. Von der nach Verdunstung die 
ser Auflösung zurückbleibenden Masse löste Wasser sehr 
viel
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.