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— Die Sonne. —
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Thatsache begnügen, dass seit Jahrtausenden weder ihre scheinbare
Grösse, noch ihre Abgabe von Wärme und Licht eine für uns be
merkbare Veränderung erlitten haben b .
Zu a. Die Sonnentemperatur wird aus relativ kleinen Wirkungen,
welche auf der Erde beobachtbar sind, unter der Annahme berechnet, dass ge
wisse im Laboratorium aufgefundene physikalische Gesetze sich auch ohne wei
teres auf ganz unbekannte, jedoch mutmasslich sehr verschiedene Verhältnisse
übertragen lassen. So konstruierte z. B. Secchi einen in jeder seiner beiden Ab
teilungen ein Thermometer enthaltenden Doppelcylinder, dessen innerer Raum
mit einer Flüssigkeit gefüllt war, — Hess in letztere durch ein Diaphragma
Sonnenstrahlen eintreten, — und wartete nun ab, bis der Überschuss der An
gabe (t) des von der Sonne beschienenen Thermometers über die Erwärmung (0)
der Umhüllung einen konstanten Wert angenommen hatte; er erhielt so in Rom
bei 52 m Meereshöhe einen Überschuss t —0=14°,O, während Jacques-Louis
Soret (Genf 1827 — ebenda 1890; Prof. phys. Genf,) mit ähnlichem Apparate
1867 in Genf bei 400 m diese Differenz gleich 15°,5 und am Montblanc in Höhen
von 2500 und 4800"’ gleich 18°,6 und 21°,1, und J. J. Waterston in Indien bei
einer Sonnenhöhe von 70° dieselbe sogar gleich 27°,8 fand. Dass nun Secchi
schliesslich annahm, diese Sonnenkonstante möchte ohne die atmosphärische
Absorption bei 29°,0 betragen, war ganz gerechtfertigt; aber je nachdem man
zur Bestimmung der Sonnentemperatur T diese Differenz mit Secchi in die
dem Newton’schen Strahlungsgesetze entsprechende Formel
T = « • (t — 0) 1
wo u das Verhältnis der Oberfläche einer Kugel zur Projektion der Sonne auf
dieselbe, also (den scheinbaren Sonnendurchmesser zu q> — 31' 13“,6 angenommen)
etwa die Zahl 4 Cs 2 l / 2 q> = 196000 bezeichnet, — oder mit Vicaire, unter Be
rücksichtigung der nach Dnlong und Petit für hohe Temperaturen geltenden
Gesetze, in die Formel
a r = a • (a‘ — a ö ) 2
wo a = 1,0077 ist und (da nach den Versuchen von Secchi die Konstante von
dem Werte von 0 unabhängig ist) 0 = 0, folglich t = 29 angenommen werden
kann, einführt, so erhält man die nicht ganz übereinstimmenden Werte
T' = 5684000° C. und T“ = 1398° C.
und kann sich nur sagen, dass der wahre Wert zwischen diesen beiden Rech
nungsergebnissen liegen werde, indem T' sicher viel zu gross ist, da nicht
nur bei einer solchen Temperatur kaum Gebilde von längerer Dauer auf der
Sonne existieren könnten, sondern sogar die Sonne nach den Versuchen von
Fel. Lucas (Compt. rend. 1885 VI 8) mutmasslich gar nicht mehr leuchten
würde, — aber auch T“ bedeutend zu klein, da diese Zahl nicht einmal die
Schmelztemperatur des Platin erreicht. — Die erwähnte Annahme von Siemens
befriedigt mich am besten, doch könnte ich mich am Ende auch einverstanden
erklären mit Herrn. Schultz (vgl. seine Noten „Zur Sonnenphysik“ in A. N.
2817 u. f. von 1887—88 und in Exners Rep. d. Phys.) für die Temperatur der
Photosphäre auf höchstens 7000 und für diejenige des Sonnenkernes auf höch
stens 10000° C. zu gehen. — Für weitern Detail verweise ich auf die Schrif
ten: „Pouillet, Sur la chaleur du Soleil (Compt. rend. 1838), — Secchi, Sülle
macchie e sulla temperatura del Sole (Mein. Oss. 1852—55; vgl. auch Compt.
rend.), — Zöllner, Über die Temperatur und physische Beschaffenheit der