Full text: A - K (1. Band)

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Finsternisse — Firmament — Fixsterne. 
Dieß ist das Merkwürdigste von den 
Finsternissen der Monde des Jupi 
ter ; von den Finsternissen der Saturns- 
und Uranus-Monde dagegen han 
dele ich, wie schon oben bevorwortet wor 
den, wegen der Schwierigkeit ihrer ge 
naueren Beobachtung in so großer Ferne, 
nicht besonders, und bemerke nur noch, 
daß auf dem ersteren dieser beiden Pla 
neten außerdem auch der Ring lange 
dauernde, im Art. Saturn -näher zu 
erörternde Sonnenfinsternisse verursacht, 
mit welcher Bemerkung ich denn endlich 
diesen wichtigen, schwierigen und verwi 
ckelten, und daher nicht kürzer abzuferti 
genden Artikel von den Finsternissen 
beschließen kann. 
Firmament, Himmelsgewölbe, Him- 
mels-Veste; Firrnarnenturn, Coelum ; 
Firmament. Man legt diesen Namen oft 
dem scheinbar über unserm Haupte aus 
gespannten, vom Horizonte begrenzten, 
blauen Gewölbe bei, an welchem sich uns, 
als wenn es eine „Veste", daher der Na 
me, wäre, die Gestirne wie angeheftet 
zeigen. Ich handele darüber, namentlich 
über die aus diesem Scheine hervorgehen 
den mannichfachen, in der Sternkunde 
überaus wichtigen Illusionen, mit aller 
nothwendigen Ausführlichkeit im beson 
dern Art. Himmel. 
Fixsterne; Stellae fixae s. infrian 
tes (wie P i aZzi sagt) ; Étoiles , Étoi 
les iixes. Ich beginne die, nothwendig 
sehr ausführliche Betrachtung des Fix 
stern- Himmels, in dessen tieferes Geheim 
niß uns erst die neueste Astronomie ein 
geweihet hat, mit dem Ausdrucke eines 
innigen Gefühles von Ehrfurcht und Be 
wunderung vor der Allmacht, welche ihn 
sich mit dieser Geschwindigkeit von der 
Sonne fortzupflanzen: 
bis zum Merkur . . . 3' 8" 
— zur Venns . . . . 5' 52" 
— —Erde .... 8' 7" 
— zum Mars . . . . 12' 22" 
— zu der Region der 4 
Planetoiden etwann . 21' — 
— zu in Jupiter . , . 42' 13" 
— — Saturn . . 1h 17' 25" 
— — Uranus . . . 2 ',» 35' 42" 
Bergt. Wiirm'S „Geschichte des neuen 
Planeten IlrannS." Gotha. 1791. 8. 
S. 53. 
über unsere Häuptern ausgespannt, un- 
fern Blicken eröffnet, und uns in seiner 
räumlichen Unendlichkeit eine materielle 
Entsprechung des Unendlichen, wie es 
uns in der Idee beherrscht, veroffenbart 
hat. Hier reihet sich Stern (Welt) an 
Stern (Welt) in endloser Folge; und 
wohin unser Teleskop nicht mehr reicht, 
um uns diese immer neuen Sternwelten 
noch augenscheinlich zu zeigen, dahin 
sieht sich der Verstand gezwungen, wie 
der andere Welten zu setzen: denn was 
sollte da seyn, wo der Fixstern - Welten 
erfüllte Raum aufhörte? Oder wie sollte 
sich, um die Betrachtung noch auf einen 
Grund mehr auszudehnen, eine als äußerste 
gedachte Kugel Schicht von Fixsternen 
(Welten) ohne eine neue, sie umringende 
Schicht erhalten können? 
„Praeterea spatium somma'i totius 
omnes 
Undique si inclusum certis consis* 
teret oris, 
Finitumque foret, jam copia material 
Undique ponderibus solidis confia* 
xet ad im um, 
Nec foret omnino coelum“. 
Lucret. de rer. nat. I. 983 sqq. 
Die Anzahl dieser Weltkörper ist also 
zunächst wirklich unendlich, und sie füh 
ren, um jetzt der Sache selbst näher zu 
treten, den Namen der „F ix sterne", weil 
sie ihre Stellungen gegen einander nicht 
ändern (wenigstens nicht merklich än 
dern *; wir werden über weniger merk 
liche Stellungsveränderungen zwischen ih 
nen hinten ausführlich genug zu sprechen 
haben). Außerdem besteht ein Hauptcha 
rakter der äußern Erscheinung der Fix 
sterne darin, daß sie in einem funkelnden 
(zitternden) Lichte glänzen, und durch die 
allerstärksten Fernröhre als untheilbare 
Puncte erscheinen, welches Alles sie voll- 
* Diese relative Unbeweglichkeit hat dem 
Alterthume eben die Veranlassung zur 
Benennung „Fixstern" gegeben: da sich 
die Bewegung dieser Gestirne, aus der 
Unendlichkeit ihrer Entfernungen, dem 
Anblicke Millionen und Millionen Male 
kleiner als die der Planeten darstellt; 
so wäre eS unmöglich gewesen, daß die 
alten Astronomen davon auch nur Ettpds 
hatten wahrnehmen können.
	        
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