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3. 11. 93.] AROMAT. REIHE. — C. THIOSULFONSÄUREN C u H 2n _ 7 .S0 2 .SH.
sechsseitigen Tafeln. — K.Ä-|-2H 2 0. Dünne Blätter. Schwer löslich in kaltem Wasser,
leichter in Alkohol. — Ba.A 2 + 9H 2 0. Blättchen (aus Wasser). Schwer löslich, selbst in
heifsem Wasser.
11. Cetylbenzolsulfonsäure C 22 H 38 S0 3 = C ie H 38 .C 6 H 4 .S0 3 H (Krafft, B. 19, 2983). —
Na.A. Schwer löslich.
12. p-Methylhexadekylbenzolsulfonsäure c 28 h 40 so 3 = c 16 h 33 .c 6 h 8 (CH 3 ).so 8 h. b.
Aus p-Methylhexadekylbenzol und rauchender Schwefelsäure (Göttig, B. 21, 3183). —
Na.C 23 H 39 S0 3 . Perlmutterglänzende Blättchen.
13. Oktadekylbenzolsulfonsäure c 24 h 4? S9 3 = c 18 h 37 .c 6 h 4 .S0 3 h (Krafft, b. 19,2985).
— Na.A. Grolse, glänzende Blätter. Zersetzt sich in hoher Temperatur, ohne zu schmelzen.
Fast unlöslich in überschüssiger Kochsalzlösung.
C. Thiosulfonsäuren c n H 2n _ 7 .so 2 .SH.
Diese Säuren entsprechen vollkommen den Säuren C u H 2n + 1 .S0 2 .SH s. Bd. I. S. 374.
Ihre Salze entstehen aus den Chloriden der Sulfonsäuren und Ivaliumsulfhydrat (Blom-
strand , B. 3, 963). C 6 H 5 . S0 2 C1 + 2 KHS = C 6 H 5 . S0 2 . SK + KCl + H 2 S. Nach Spring
(B. 7, 1158) verläuft die Reaktion in folgender Weise: I. C 6 H 6 .S0 2 C1 -j- K 2 S = C 6 H s .S0 2 K
4-KC1-J-S und II. C 6 H ß .S0 2 K-|-S = C 6 H 5 .S0 2 .SK. In der That nimmt benzolsulfin-
saures Salz direkt Schwefel auf und geht in thiosulfonsaures Salz über. Die Salze ent
stehen auch durch Behandeln eines Gemisches aus sulfinsaurem Salz und Alkalisulfid mit
Jod (Otto, Tröger, B. 24, 1132). C 6 H 5 .S0 2 Na -j- Na 2 S -f- J 2 = C 6 H 5 .S0 2 .SNa -f- 2NaJ.
Jod wirkt auf wässerige Lösungen der Salze ein unter Bildung von Sulfiden der Säuren.
So entstehen z. B. aus p-toluolthiosulfonsaurem Kalium und Jod die Sulfide (CH„.C 8 H 4 .
S0 2 ) 2 S, (CH 3 .C 6 H 4 .S0 2 ) 2 S„ und (CH 3 .C 6 H 4 .S0 2 ) 2 S 3 . Aehnlich wirkt Chlor, nur wird dabei
viel Sulfonsäurechlorid (CH 3 .C 6 H 4 .S0 2 C1) gebildet. Von Zn + HCl werden alle jene Sul
fide in Thiophenole umgewandelt.
Die Ester erhält man aus den Alkalisalzen der Thiosulfonsäuren und Alkylbromiden.
Sie sind ölig, unlöslich in Wasser und Alkalien, nicht destillirbar und auch nur sehr
wenig flüchtig mit Wasserdämpfen. Durch Erhitzen mit Wasser auf 120° werden sie nicht
verändert. Beim Kochen mit Kalilauge werden sie in Sulfinsäuren und Alkyldisulfide
zerlegt. Von Zink und Schwefelsäure werden sie, in alkoholischer Lösung, in Thiophenole
und Merkaptane gespalten. Beim Kochen mit Alkohol und Zinkstaub entstehen sulfin-
saures Salz und Zinkmerkaptide (Otto, B. 15, 128).
Die Phenolester dieser Säuren entstehen: 1. bei der Oxydation von Thiophenolen
mit Salpetersäure (spec. Gew. = 1,3). 2C 6 H 5 .SH -\- 0 8 = C 6 H 5 . SO,. SC 6 H 5 -(- H,0. —
2. Beim Erhitzen der Sulfinsäuren C n H 2U _ 7 .S0 2 H mit Wasser auf 130°. 3C 6 H 5 .S0 2 H =
C 6 H 5 .S0 2 .SC 6 H 6 -j- C 6 H 5 .S0 3 H -(- H 2 0. Die Phenolester sind unlöslich in Wasser und
Alkalien, leicht löslich in Alkohol und Aether. Von Reduktionsmitteln (Zink und
Schwefelsäure) werden sie in Thiophenole übergeführt. C 6 H 6 .S0 2 .SC 6 H 5 + H 6 = 2C 6 H s .SH
+ 211^0. Von alkoholischem Schwefelkalium werden sie verseift unter Bildung von
Thiophenolen. C 6 H 5 .S0 2 .S.C 6 H 5 -j- K^S = C 6 H 6 .S0 2 .SK -f- C 6 H 6 .SK. Die Ester der Thio
sulfonsäuren werden durch Wasser nicht verseift. Von Alkalien werden sie in Sulfin
säuren und Disulfide zerlegt (Otto, Rössing, B. 19, 1241). 3C 6 H 5 .S0 2 .SC 6 H 5 -|- 211,0
= 4C 6 H..S0 2 H -j- (C ? H 5 ) 2 S 2 . Sie verbinden sich direkt mit (1 At.) Brom: (C 6 H 5 .S0 2 .
SC 0 H 5 ) 2 Br 2 . Die thiosulfonsäuren Phenolester sind bei den Phenolen (Thiophenolen)
abgehandelt. Beim Einleiten von H 2 S in eine erwärmte alkoholische Lösung der Ester
erfolgt Spaltung in Thiophenole (resp. Merkaptane) und Sulfinsäuren; letztere unterliegen
dann einer weiteren Zersetzung durch H 2 S (Otto, Rössing, B. 20, 2090). C 6 H 5 .S0 2 S.C 2 H.
+ H 2 S = C 6 H B .SO,H + C 2 H 5 .SH + S.
Die freien Thiosulfonsäuren sind sehr unbeständig und zerfallen leicht in Schwefel
und Sulfinsäuren. C 6 H B .S0 2 .SH = S -f- C 6 H 5 .S0 2 H. Ihre Reaktionen erinnern durchaus
an jene der unterschwefligen Säure. I.
I. Benzolthiosulfonsäure C 6 H 6 S 2 0 2 = C 6 H B .S0 2 .SH. B. Siehe oben. — Molekulares
Silber erzeugt Benzolsulfinsäure. Ueberschüssiges FeCl 3 erzeugt, in der Wärme, Benzol
sulfonsäurechlorid. Bei der Einwirkung von PC1 5 auf das Kaliumsalz entsteht das Sulfid
(C 6 H 6 .S0 2 ) 2 S 2 , resp. dessen Spaltungsprodukte (Otto, Rössing, B. 24, 1155). Aus C 6 H 6 .
S0 2 .SK und PC1 3 entsteht (C 6 H 5 .S) 2 . — Na.C 6 H 6 S 2 0 2 -j- 1 X / 2 H 2 0. Undeutliche Krystalle
Beilstein, Handbuch, n. 3. Aufl. 1. U