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peratur in denselben soll 8° R. nicht übersteigen; je kühler,
desto besser, damit die Nachgährung, von welcher die Dauer
des Biers abhängt, verlangsamt, das kohlensaure Gas in dem
selben besser erhalten und keine Gelegenheit zum Schal- und
Sauerwerden gegeben sei.
Die Eigenschaften und Erfordernisse eines guten Kellers
sind folgende:
1. Er soll nicht dumpfig sein, eine Temperatur von 4 bis
höchstens 8° R. haben, und es soll sich darin eine reine Luft
befinden.
2. Er soll gegen Norden liegen und besonders zur Mit
tagszeit nicht von der Sonne beschienen werden, damit er keine
Erwärmung von oben erleide. Um dies zu verhindern, führt
man wohl auch Gebäude über den Kellern auf, und man macht
hohe Erdaufwürfe über denselben.
3. Er soll eine gewisse Tiefe haben, damit die Temperatur
in demselben das ganze Jahr hindurch eine möglichst gleich-
massige sei. Diese gleiche Temperatur erreicht man in einer
Tiefe von 30 bis 36 Fuss.
4. Der Keller soll mässig feucht sein. Bei zu viel Feuchte
werden die Fässer leicht schimmelig; bei zu grosser Trockene
leiden sie ebenfalls.
5. Soll derselbe ein gemässigtes Licht haben; zu viel Dunkel
bringt Fäulniss hervor.
6. Grünes Holz, Essig, faulende Körper müssen aus dem
Keller entfernt und davon fern gehalten werden.
Hiernach soll der Keller 5 bis 6 Klaftern tief in die Erde
gegraben, überwölbt, seine Eingänge gegen Norden gerichtet und
derselbe von Gassen, Strassen, Werkstätten, Abflüssen, Gräben,
Abtritten, Ställen, Miststätten &c. entfernt sein.
Im Allgemeinen haben gegrabene Keller von der genannten
Tiefe die mittlere Temperatur des Jahres an den Orten, wo sie
sich befinden.
Da es von Interesse ist, für diesen Zweck die mittlere Jah
reswärme verschiedener Orte zu kennen, um daraus den Einfluss
zu ermessen, den dieselbe auf die Biererzeugung, so wie auf die
Aufbewahrung und Dauer des Biers in den Kellern haben kann,
so sollen die wichtigem Orte, wo Bier gebraut wird, mit ihrer
mittlern Jahreswärme hier aufgeführt werden.