Wärme und Affinität.
von Salz und Wasser zu erstarren beginnt, so muss bei dieser Tempe-
ratur der Lösungsprocess und damit die Temperaturerniedrigung eine
Grenze finden.
Damit ist nun aber nicht erwiesen, dass die Mischung dieses
Temperaturminimum immer erreichen müsse, denn das hängt noch
davon ab, ob die Wärmeabsorption hinreicht, die Mischung so weit
abzukühlen, und dies wird wiederum von der Anfangstemperatur der
Materialien abhängen. Es kann also auf diese Weise aus der Gefrier-
und Sättigungsceurve nur eine untere unüberschreitbare Grenze abge-
leitet, nicht aber die in einem gegebenen Falle wirklich erreichbare
Minimaltemperatur berechnet werden, bevor nicht der ganze Process
calorimetrisch untersucht ist. Wohl aber ist es möglich, durch directe
Versuche auszumitteln, wie weit sich die Temperatur von irgend einer
Anfangstemperatur an erniedrigen lasse.
Wir theilen diesbezüglich einige von Rüdorff erhaltene Zahlen mit:
Eörlich in. are Die Temperatur sinkt
: mi
Salz 100 Theilen oo Theifen |
Wasser von bis2 2 2 um
Wasser |
| | |
Alan 2 bahn. 10 | 14/4188) +4 94| 14
Bochale.. 0... 35 36 + 12,61, 19.1 9:35
Chlorammonium.. . . 28,2 30 sur I ee
Salpeters. Natron . . 69 75 = 13,2. 22:83 | 185
Chlorcaleium, krystal- | |
ee 200 250 ı+108 | —1234 | 23,2
Salpeters. Ammoniak Dar 60 | 1156 | — 136 | 272
Schwefeleyankalium . 130 150 | +10,8 | —23,7 | 345
|
0. Brendel!) hat gezeigt, dass es Kältemischungen aus je zwei
Salzen mit Wasser giebt, welche mit weniger Salzaufwand tiefere Tempe-
raturen herstellen lassen, als die mit einem einzigen Salze.
Wir geben nachstehend seine Hauptresultate:
Gewichtsverhältnisse der Salze in ihrer Gefrierpunkt der
gesättigten Lösung gesättigten Lösung
13,5 Kalisalpeter mit 26 Salmiak — 17,8
52 salpeters. Ammoniak „ 55 Natronsalpeter — 25,8
9 Kalisalpeter „ 67 Rhodanammonium — 28,2
13 Salmiıak „ 37,3 Natronsalpeter 30T
27,5 salpeters. Ammoniak „ 59 Rhodanammonium — 30,6
2 Kalisalpeter „112 Rhodankalium — 34,1
39,5 Rhodanammonium „ 54,5 Natronsalpeter da
!) Inaugural-Dissertation „Ueber Kältemischungen“, Charlottenburg 1892.