Isoxazolgruppe.
(183) In den Azolverbindungen, welche eine cyklische Verkettung,
bestehend aus drei Kohlenstoffatoinen, einem Stickstoff- und einem
Sauerstoffatom, enthalten, können die letztgenannten benachbart oder
durch ein Kohlenstoffatom getrennt sein:
CH—CH
II II
CH N
CH—N
II II
CH CH
Die erstgenannten, welche den Pyrazolen entsprechen, werden als
Isoxazole, die letztgenannten, welche den Imidazolen an die Seite
gestellt werden können, und die früher bekannt waren, als Oxazole
bezeichnet.
Die Isoxazole wurden im Jahre 1888 von Claisen entdeckt 1 )
und sind fast ausschliesslich durch Einwirkung von Hydroxylamin auf
ß- Diketone und ß - Ketoaldehyde dargestellt worden, eine Reaction,
welcher die Pyrazolbildung aus den nämlichen Ketoverbindungen und
Phenylhydrazin vollkommen entspricht. Intermediär bilden sich jeden
falls Monoxime, welche unter Wasserabgabe in Isoxazole übergehen:
C 6 H 5 .C:N.OH C 6 H 5 .C=N
I = I >o 4- h,o.
CH, .CO.CH, CH=C.CHj
Monoxim des Benzoylacetons Phenylmethylisoxazol.
Sie können somit als innere Anhydride der Monoxime der ß- Di
ketone (bezw. /3-Ketoaldehyde) angesehen werden.
Die Reaction führt also, wenn man von Diketonen ausgeht, zu
dialkylsubstituirten Isoxazolen. Weniger leicht reagiren in genannter
Richtung die /3-Ketoaldehyde. Die Monoxime sind hier beständig und
müssen mit wasserentziehenden Mitteln behandelt werden:
^CH—CH
CH 2 .CH = C 6 H 5 .Cf || -f H 2 0
/ \ \ /N
C 6 H 5 .CO N.OH MK
Monoxim des Benzoylaldehyds Phenylisoxazol. *)
*) Ber. deutsch, ehern. Ges. 21, 1149.