GEILENKIRCHEN 155
gotik angehört, jetzt fast durchweg mit grossen modernen Fenstern versehen. An-
schliessend in der Ostfront das moderne Amtsgerichtsgebäude, ein Ziegelbau, zu
dem noch ein halbrunder Turm der spätgotischen Anlage benutzt worden ist; jetzt
nach aussen mit moderner Spitzbogentür und Obergeschoss mit hohem spitzem Dach.
Das Amtsgerichtsgebäude lehnt sich wiederum direkt an die Kapelle, die zwischen
Vorburg und Hauptburg eingefügt ist (s. o.).
Der Wassergraben, der ursprünglich Hauptburg und Vorburg umschloss und
beide voneinander trennte, ist jetzt ganz trocken gelegt und nur noch in einem kleinen
Teil in Südosten zu erkennen. Um den Graben legte sich ein in den Wiesen um
das Schloss noch erkennbarer Wall, der
aussen von der Wurm umflossen war.
Ortsbefestigung. Vgl. die Litera-
turangaben o. S. ı50, ı51 und 15a.
Von der kleinen Ummauerung
des Ortes, die sich südlich an die Burg
lehnte und deren Östgrenze die Wurm bil-
dete, sind Reste nicht mehr erhalten; sie
stammte wahrscheinlich aus dem 15. Jh.
Die Befestigung hatte wohl nur zwei Tore,
die Unterpforte an der Wurmbrücke, die
im J. 1640 abbrannte, und die Oberpforte
am Westausgang des Ortes. Die Befesti-
gungen scheinen im Anfang des 19. Jh.
niedergelegt worden zu sein.
Unter den Privathäusern sind
bemerkenswert das Haus des Herrn
Notars a. D. Nuss, ein breiter spät-
gotischer Ziegelbau mit den Resten eines
hübschen Masswerkfrieses unter dem
Hauptgesims, dazu die Jahreszahl 1549
über dem früheren Tor; im ]J. 1682 nach
der Jahreszahl in Eisenankern mit den
: ; Fig. 99. Geilenkirchen, ehemalige Burg.
geschweiften Barockgiebeln umgebaut und Torturm der Vorburg.
nach der Jahreszahl 1750 auf den Schluß-
steinen der Fenster damals mit neuen Fensteröffnungen versehen und um ein
niedriges Geschoss erhöht.
An der Wurm das breite zweigeschossige Rokokohaus der Frau Witwe
Hubert Aldenhoven, ein schlichter Bau im Stile Cowuvens, um 1750 (Aachener
23: XV], 85199).
Sammlung des Herrn Generalmajors z. D. Freiherrn Ludwig von
Eynatten. Die Sammlung umfasst meist Möbel französischen Ursprunges, einige
schöne süddeutsche Architekturmöbel des 17. Jh., Rokokomöbel und namentlich eine
Reihe sehr schöner Mahagoni-Empiremöbel mit reichen Bronzebeschlägen, auch ein
schönes geschnitztes und bemaltes Paneel der Louis XIV.-Zeit und ein in Silber ge-
sticktes Antependium mit den Stifterwappen aus dem Anfang des 17. Jh. Weiterhin
ist eine Reihe zum Teil sehr guter Pendulen des 17. und 18. Jh. zu nennen, einige
gute Elsässer Fayencen von Niederweiler, Porzellane u. a m. Ein Paar Empire-
399
Ehemalige
Burg
Ortsbe-
festigung
Privat-
häuser
Sammlung
Eynattien
u |
Beer
Par rom
Fe