Full text: Der Naturfreund am Meeresstrande

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DIE LAGUNE UND IHR LEBEN. 
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Di Lagune, welche besonders in der nördlichen Adria, 
aber auch an der südfranzösischen Küste im Rhönegebiet 
eine reiche Entwicklung zeigt, bietet eine so eigenartige 
Szenerie dar, daß man hier in eine fremde Welt zu kommen 
glaubt. Merkwürdig ist vor allem der rasche Wechsel in 
dem Bilde, der sich vollzieht, wenn man, vom Meeresstrande 
kommend, kaum hundert Schritt landeinwärts seinen Blick 
über die Lagunenlandschaft schweifen läßt. Eine weite 
Wasserfläche, nur wenig von Vegetationsstreifen unter- 
brochen, breitet sich vor uns aus und im Hintergrunde ist 
das Bild von der hohen Mauer der Alpen begrenzt. Das 
Auge findet wenige Ruhepunkte; die Lagune erscheint des- 
halb im ersten Moment eintönig und tot. Man muß sich aber 
in die Besonderheiten und Feinheiten dieser Landschaft 
hineinleben, um ihre Eigenart und ihre Bedeutung in geo- 
graphischer, historischer und biologischer Richtung ganz 
erfassen zu lernen. Uns schwebt hier speziell als Beispiel 
die nordadriatische Lagune vor. 
Wir wollen‘ uns nun dessen erinnern, was wir im ersten 
Kapitel gesagt haben, daß nämlich das Lagunengebiet nur 
eine Phase in der Bildung einer Anschüttungsebene, also 
ein Stadium der Landbildung, im vorliegenden Falle der 
norditalienischen Tiefebene, darstellt, und es ist gewiß lehr- 
reich, das, was hier von den Alpenflüssen durch Jahr- 
tausende geschaffen wird, entstehen zu sehen. Dann halten 
wir uns vor Augen, daß hier durch zwei Jahrtausende roma- 
nische Kulturzentren, wie Aquileja, Ravenna, Venedig u. a., 
geblüht haben, die den mächtigsten Einfluß auf die geistige 
und kulturelle Entwicklung der Nachbargebiete nahmen. 
Wir erinnern uns ferner an die bedeutungsvollen Kämpfe 
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