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116 G. Rose und A. SADEBECK:
Derartige Okta&der sind dann also nur von Flächen der Gegentetraöder
gebildet. Fafst man alle holoödrischen Diamantkrystalle als derartige ver-
steckte Zwillinge auf, so erklärt es sich leicht, dafs man keinen Unterschied
zwischen den Flächen erster und zweiter Stellung wahrnehmen kann.
Ein solcher Unterschied könnte nur zwischen den Flächen an den
einspringenden Kanten und den äufseren Flächen wahrnehmbar sein, ist
jedoch hier weder von G. Rose noch mir jemals beobachtet worden.
Dieser Umstand ist wohl geeignet, Bedenken gegen die hemiödrische
Natur des Diamanten zu erwecken.
Die Diamantkrystalle haben nie Kerben, welche von glatten Okta£-
derflächen gebildet werden, sondern es treten an den Kerben immer
Hexakisoktaöder auf (Fig. 34), welche nie scharfe Kanten bilden, sondern
gewissermalsen ineinander verschwimmen. Demnach würde das Haupt-
tetra&der beim Diamanten ganz fehlen und alle Oktaöderflächen mülsten dem
Gegentetraöder angehören. Dagegen würden die Hexakisoktaöderflächen
in solche 1. und 2. Stellung zerfallen und nach Krystallen, wie sie Fig. 36
und 36« aus Brasilien darstellen, bei denen die Ikositetraöder vorherr-
schend hemiödrisch als Triakistetraöder erscheinen, könnte man sagen,
dafs die Ikositetraöderflächen die 1. Stellung bezeichnen. Aber auch dies
Verhalten der Ikositetraöderflächen kann man auf eine gewisse Neigung
zu hemiödrischen Formen zurückführen , besonders da bei den Süd-Afri-
kanischen Diamanten etwas ähnliches fehlt. Hier findet man entweder
rein holoödrische Formen oder solche, welche in der Richtung der Okta6-
derkanten ganz unregelmäfsige abgerundete Rinnen zeigen, deren Erklä-
rung durch Zwillingsbildung eine sehr gezwungene wäre.
Schliefslich kommen in Brasilien noch Hexaöder in Combination
mit Hexakisoktaöder vor, bei denen die Hexakisoktaöderflächen ungefähr
in der Mitte der Hexaöderkanten Einschnürungen bilden (Fig. 37), so dafs
man auch hier Durchwachsungshexakistetraöder annehmen könnte.
Jedoch auch diese Krystalle sind bei der vielfachen Krümmung
der Flächen nicht entscheidend.
Schwierig ist es jedenfalls die sphaeroidisch - dodekaödrischen Kıy-
stalle, welche keinen Unterschied in den verschiedenen Oktanten und
keine Andeutung von Kerben erkennen lassen als Durchwachsungszwillinge
zu betrachten.