Mittelwerte für ganze Breitenkreise.
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Fig. 62.
1,0 0,8 0.6 0,4 0,2 0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0
Sonnenstrahlung am 20. März, 12. April, 5. Mai und 21. Juni nach der
entsprechenden Umzeichnung ein wesentlich anderes Bild, wie Fig. 62
zeigt.
Der Maßstab der Ordinaten ist hierbei ebenso wie bei Hann so
gewählt, daß die Strahlensumme, die ein Punkt des Äquators am
20. März erhält, d. h. der sogenannte Thermaltag, als Einheit gilt.
Betrachtet man nun diese Figur, in welche des Vergleiches halber
unterhalb auch noch die Temperaturen für Januar und Juli nach
Spitaler aufgenommen sind, so
sieht man, daß die ungewöhnlich
hohen Strahlungssummen, wie
sie den Polargegenden während
des Sommersolstitiums zukommen,
lange keinen so breiten Kaum
einnehmen wie bei der älteren
Darstellungsweise, d. h. daß die
so unverhältnismäßig bestrahlten
Teile der Zirkumpolargegend doch
nur einen kleinen Teil der Erd
oberfläche ausmachen.
Ein großer Vorzug dieser Art
der Darstellung liegt übrigens,
wie leicht verständlich, auch
darin, daß die Gesamtstrahlung,
welche einer beliebig ausgewähl
ten Zone an dem betreffenden
Tage zukommt, jederzeit durch
die Fläche dargestellt wird, welche
von dem zugehörigen Stücke der
Kurve, der Anfangs- und Endordinate und dem dazwischen liegenden
Stücke der Abszissenachse begrenzt wird.
Dementsprechend sind auch die ganzen Flächen, welche unter
halb der verschiedenen Kurven liegen, den Strahlensummen pro
portional, welche die ganze Erde an den betreffenden Tagen erhält,
also umgekehrt den Quadraten der Entfernung der Erde von der
Sonne.
Verwandelt man nun diese Flächen, sei es mit Hilfe eines Plani
meters oder an der Hand der nach Sinusargumenten fortschreitenden
Tabellen, durch mechanische Quadratur in Rechtecke, so geben die
Vertikalseiten dieser Rechtecke die mittleren Strahlungssummen für
die ganze Erde, und ähnlich verhält es sich natürlich mit allen Ele
menten, die sich in entsprechender Weise darstellen lassen.
W. y. Bezold, Gesammelte Abhandlungen. 24