Full text: Johann Georg Soldner und sein System der Bayerischen Landesvermessung

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auch in der oben Nr. 5 genannten Abhandlung bei der Betrachtung über die Eigen 
schaften der kürzesten Linie auf dem Erdsphäroide (§ 82, S. 522 ff.) verwendet. 
7) Wer sich genauer über den Soldnerschen „Vorschlag zu einer Gradmessung 
in Afrika“ unterrichten will, findet diesen Aufsatz nebst den dazu entwickelten Formeln 
in der „Monatlichen Korrespondenz zur Beförderung der Erd- und Himmelskunde“ 
von Freiherrn v. Zach, Bd. IX, S. 357 ff. vom Jahre 1804. 
8) Die literarischen Nachweise für die Richtigkeit der in diesem Absätze der 
Biographie erwähnten Thatsachen finden sich in folgenden Zeitschriften: Der erste 
Teil der veranlassenden Abhandlung „Neue Methode, beobachtete Azimute zu redu 
zieren“ in den Denkschriften der mathematisch-physikalischen Klasse der K. B. Akademie 
der Wissenschaften, Band IV, und in Zachs monatlicher Korrespondenz, Band XXVIII, 
beide vom Jahre 1813; der zweite Teil der eben genannten Abhandlung steht in 
Bode’s „Astronomischem Jahrbuch“ für das Jahr 1818; die hierauf bezüglichen ausführ 
lichen Äusserungen Delambres finden sich in der Connaissance des temps für 1820, 
Seite 357 bis 397. Einige weitere Verdächtigungen des Ursprungs der Soldnerschen 
Methode für Azimutbestimmungen sind von Rezensenten in der Jenaer Literatur- 
Zeitung des Jahres 1815 (Nr. 40) und in den Göttinger Anzeigen des gleichen Jahrs 
(Nr. 46) abgefertigt worden. 
9) Die schon in der Anmerkg. Nr. 5 erwähnte Soldnersche Abhandlung über 
die Berechnung geodätischer Dreiecksnetze, welche Soldner der K. Steuervermessungs- 
Kommission am 5. Mai 1810 im Manuskript übergab und diese Behörde als ein nicht 
für die Öffentlichkeit bestimmtes Aktenstück behandelte, wurde auf meine Veranlassung 
zum ersten Male in dem 1873 erschienenen Werke „Die Bayerische Landesvermessung“ 
abgedruckt. Dieselbe zerfällt in folgende Abschnitte: a) Allgemeine Betrachtungen 
über die Berechnung eines Hauptnetzes, b) Sphärische Berechnung terrestrischer 
Dreiecke, c) Untersuchung des Einflusses der Abplattung der Erde auf die sphärische 
Berechnung grosser Dreiecke, d) Berechnung der sphärischen Abscissen und Ordinaten. 
e) Einrichtung der Detailpläne der Landesvermessung, damit sie Teile der Kugelfläche 
bilden, f) Auftragung der sphärischen Abscissen und Ordinaten auf die Tischblätter, 
g) Beispiel der Berechnung eines Hauptdreiecks, h) Hilfstafel zur Verwandlung des 
Logarithmus vom Sinus des Bogens in den Logarithmus des Bogens selbst (Addi- 
tamententafel). Wie genau sich der Leiter der im Jahre 1816 begonnenen Württem- 
bergischen Landesvermessung, Professor Bohnenberger in Tübingen, bei seinem Ent 
würfe von Rechnungsvorschriften für die Triangulation an die vorgenannte Abhandlung 
Soldners gehalten hat, ergibt sich am deutlichsten aus seiner als Programm der Uni 
versität Tübingen erschienenen Schrift: „De computandis dimensionibus trigonometricis 
in superficie terrae sphaeroidica institutis commentatur J. Th. Fr. Bohnenberger, 
Tubingae 1826“, von der kürzlich (Mai 1885) Professor E. Hammer in Stuttgart 
eine wertvolle deutsche Bearbeitung veröffentlicht hat. Wer die Vergleichung nicht 
selbst vorzunehmen in der Lage ist, kann sich auf die Worte des Übersetzers ver-
	        
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