Full text: Immanuel Kant's sämmtliche Werke (5. Band)

I. Buch. Analytik des Schönen. 3. Moment. 5$. 15 238 
setive keit zu erkennen; weil, da von diesem Einem als Zweck, (was das Ding 
a be- sein solle) abstrahirt wird, nichts, als die subjeetive Zweckmässigkeit der 
| Vorstellungen im Gemüthe des Anschauenden übrig bleibt, welche wohl 
1. die eine gewisse Zweckmässigkeit des Vorstellungszustandes im Subject, und 
5 Ge- ;n diesem eine Behaglichkeit desselben, eine gegebene Form in die Ein- 
shalb bildungskraft aufzufassen, aber keine Vollkommenheit irgend eines Ob- 
t be- jeets, das hier durch keinen Begriff eines Zwecks gedacht wird, angibt. 
u er- Wie z. B., wenn ich im Walde einen Rasenplatz antreffe, um welchen 
dem die Bäume im Zirkel stehen, und ich mir dabei nicht einen Zweck, näm- 
3 des lich dass er etwa zum ländlichen Tanze dienen solle, vorstelle, nicht der 
issig- mindeste Begriff von Vollkommenheit durch die blose Form gegeben 
chon wird. Eine formale objective Zweckmässigkeit aber ohne Zweck, d. i. 
dem die blose Form einer Vollkommenheit (ohne alle Materie und Be- 
t der griff von dem, wozu zusammengestimmt wird, wenn es auch blos die 
„in Idee einer Gesetzmässigkeit überhaupt wäre,)! sich vorzustellen, ist ein 
aheit wahrer Widerspruch. 
Nun ist das Geschmacksurtheil ein ästhetisches Urtheil, d. i. ein 
sder- solches, was auf subjeetiven Gründen beruht, und dessen Bestimmungsgrund 
ıicht kein Begriff, mithin auch nicht der eines bestimmten Zwecks sein kann. 
griff Also wird durch die Schönheit, als eine formale subjeetive Zweckmässig- 
A keit, keinesweges eine Vollkommenheit des Gegenstandes, als vorgeblich- 
SA formale, gleichwohl aber doch objective Zweckmässigkeit gedacht; und 
NSS der Unterschied zwischen den Begriffen des Schönen und Guten, als ob 
tan beide nur der logischen Form nach unterschieden, die erste blos ein ver- 
ing worrener, die zweite ein deutlicher Begriff der Vollkommenheit, sonst 
fal- aber dem Inhalte und Ursprunge nach einerlei wären , ist nichtig; weil 
bin- alsdann zwischen ihnen kein specifischer Unterschied , sondern ein 
Leit Geschmacksurtheil ebensowohl ein Erkenntnissurtheil wäre, als das Ur- 
ines theil, wodurch etwas für gut erklärt wird; so wie etwa der gemeine 
En Mann, wenn er sagt, dass der Betrug unrecht sei, sein Urtheil auf ver- 
hon worrene, der Philosoph auf deutliche, im Grunde aber beide auf einerlei 
che Vernunft-Principien gründen. Ich habe aber schon angeführt, dass ein 
SS ästhetisches Urtheil einzig in seiner Art sei, und schlechterdings kein 
mt, Erkenntniss, (auch nicht ein verworrenes,) vom Object gebe, welches 
Sig- letztere nur durch ein logisches Urtheil geschieht; da jenes hingegen die 
Vorstellung, wodurch ein Object gegeben wird, lediglich auf das Subject 
lich — 
1 wenn es auch ... wäre‘ Zusatz der 2. Ausg.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.