I. Buch. Analytik des Schönen. 3. Moment. 5$. 15 238
setive keit zu erkennen; weil, da von diesem Einem als Zweck, (was das Ding
a be- sein solle) abstrahirt wird, nichts, als die subjeetive Zweckmässigkeit der
| Vorstellungen im Gemüthe des Anschauenden übrig bleibt, welche wohl
1. die eine gewisse Zweckmässigkeit des Vorstellungszustandes im Subject, und
5 Ge- ;n diesem eine Behaglichkeit desselben, eine gegebene Form in die Ein-
shalb bildungskraft aufzufassen, aber keine Vollkommenheit irgend eines Ob-
t be- jeets, das hier durch keinen Begriff eines Zwecks gedacht wird, angibt.
u er- Wie z. B., wenn ich im Walde einen Rasenplatz antreffe, um welchen
dem die Bäume im Zirkel stehen, und ich mir dabei nicht einen Zweck, näm-
3 des lich dass er etwa zum ländlichen Tanze dienen solle, vorstelle, nicht der
issig- mindeste Begriff von Vollkommenheit durch die blose Form gegeben
chon wird. Eine formale objective Zweckmässigkeit aber ohne Zweck, d. i.
dem die blose Form einer Vollkommenheit (ohne alle Materie und Be-
t der griff von dem, wozu zusammengestimmt wird, wenn es auch blos die
„in Idee einer Gesetzmässigkeit überhaupt wäre,)! sich vorzustellen, ist ein
aheit wahrer Widerspruch.
Nun ist das Geschmacksurtheil ein ästhetisches Urtheil, d. i. ein
sder- solches, was auf subjeetiven Gründen beruht, und dessen Bestimmungsgrund
ıicht kein Begriff, mithin auch nicht der eines bestimmten Zwecks sein kann.
griff Also wird durch die Schönheit, als eine formale subjeetive Zweckmässig-
A keit, keinesweges eine Vollkommenheit des Gegenstandes, als vorgeblich-
SA formale, gleichwohl aber doch objective Zweckmässigkeit gedacht; und
NSS der Unterschied zwischen den Begriffen des Schönen und Guten, als ob
tan beide nur der logischen Form nach unterschieden, die erste blos ein ver-
ing worrener, die zweite ein deutlicher Begriff der Vollkommenheit, sonst
fal- aber dem Inhalte und Ursprunge nach einerlei wären , ist nichtig; weil
bin- alsdann zwischen ihnen kein specifischer Unterschied , sondern ein
Leit Geschmacksurtheil ebensowohl ein Erkenntnissurtheil wäre, als das Ur-
ines theil, wodurch etwas für gut erklärt wird; so wie etwa der gemeine
En Mann, wenn er sagt, dass der Betrug unrecht sei, sein Urtheil auf ver-
hon worrene, der Philosoph auf deutliche, im Grunde aber beide auf einerlei
che Vernunft-Principien gründen. Ich habe aber schon angeführt, dass ein
SS ästhetisches Urtheil einzig in seiner Art sei, und schlechterdings kein
mt, Erkenntniss, (auch nicht ein verworrenes,) vom Object gebe, welches
Sig- letztere nur durch ein logisches Urtheil geschieht; da jenes hingegen die
Vorstellung, wodurch ein Object gegeben wird, lediglich auf das Subject
lich —
1 wenn es auch ... wäre‘ Zusatz der 2. Ausg.