man sie auch verlängern mag. Zieht man durch
einen beliebigen Punkt der Geraden L 2 eine Gerade
'Li parallel zu L*, ferner durch einen beliebigen
Punkt der Geraden L T eine Parallele 'L 2 zu L 2 , legt
durch L r und 'L 2 eine Ebene E x , durch 'L x und L.
eine Ebene E 2 , so wird nach §. 29-, E x parallel zu
L a und E 2 parallel zu h t sein müssen.
M»n kann also durch jede von zwei s i ch
n •* eh t s ch n e i d e n d e n und a u ch n i ch t
parallelen Geraden eineEbene legen,
die parallel zur andern ist. —
§. 52.
(Fig. 25.) Legt man durch einen beliebigen
Punkt und L, eine Ebene , sodann durch denselben
Punkt und L 2 eine Eibene, so müssen diese beiden
Ebenen sich schneiden nach einer Geraden C, wel
che mit L x in der ersten Ebene liegt, und mit L a in
der zweiten Ebene , also sowohl L,; als L 3 schneiden
muss. Hieraus folgt also :
1. Man kann zwei in verschiedenen Ehe-
nen liegende Gerade durch eine dritte
schneiden, w e 1 ch e d u r ch einen gegebe
nen Punkt geht. Daher kann man auch
2. drei in verschiedenen Ebenen liegen
de und sich n i ch t schneidende Gerade,
durch eine und dieselbe Gerade sch nei
den, oder es gibt eine Gerade, welche
diese drei Gerade zuglei ch trifft.
§ 53.
(Fig. 24-) A B und C D seien zwei in verschie
denen Ebenen befindliche und sich nicht schneiden
de Gerade. Legt man durch CD eineEbene MN,
welche parallel ist zu A B (nach §. 50*) , zieht so
dann von einem beliebigen Funkte E der Geraden
A B eine Senkrechte auf Ebene MN, so wird diese
Senkrechte EF die kürzeste Entfernung der Gera
den AB von Ebene MN, und mithin nach §. 50. so
gross sein, als eine Senkrechte, die von einem an
dern Punkte 'E auf Ebene MN gezogen wird. Bückt
man aber die Senkrechte E F an der Geraden A B
so lange fort, bis sie (senkrecht auf Ebene MN
bleibend) die Gerade CD in 'F trifft, so wird sie in
dieser Lage senkreeht auf C D sein (nach §. 7.), und
aus demselben Grunde senkrecht auf A" n , die
durch F' parallel zu A B gezogen werden kann.
Diese Gerade 'E 'F wird also auch senkrecht auf
AB sein (nach ebener Geometrie) , und mithin die
Eigenschaft haben, senkreeht auf den beiden Gera
den AB und CD zu sein, woraus also folgt:
1. Für zwei in verschiedenen Ebenen lie
gende und sich n i ch t sch neidende G e r a-
de gibt es einen Ort, an welchem eine
dritte Gerade auf beiden zuglei ch senk
recht ist.
2. Die Entfernung dieser beiden Punkte,
deren Verbindungslinie senkrecht auf
beiden Geraden steht, ist die kürzeste
Entfernung beider Geraden.
§. 54.
(Ftg. 27.) < AEB, <BEC und < AEC
sollen in verschiedenen Ebenen liegen, einen ge
meinschaftlichen Scheitel E, und je zwei derselben
auch einen gemeinschaftlichen Schenkel haben; so
wird der durch die Ebene dieser drei Winkel einge
hüllte körperliche Raum ein körperliches, drei
seitiges Eck genannt, dessen Scheitel E ist.
Yon diesem dreiseitigen körperlichen Eck lässt sich
zeigen , dass je zwei der W i n k e 1, die das
selbe bilden, in Summe grösser sein müs
sen, als der dritte. —
Sind die drei Winkel einander gleich, so ist jeden
falls die Summe zweier grösser, als der dritte; folg
lich ist nur der Fall zu erwähnen, in welchem
die drei Winkel ungleich, also einer grösser, als
jeder der beiden anderen Winkel ist. Ist diess
der Winkel AEC, so schneide man von demsel"
ben ein Stück DEC ab, das gleich BEC ist,
macht DE = BE, zieht in den Ebenen AEC,
AEB und BEC die Hülfslinien AI)C, AB und
BC, so muss DC = BC sein (weil A DEC cv
A BEC ist). Es ist nun AB + BC AD -|-
DC oder AB AD, und da ferner AE des
A AEB — AE des A AED, BE = DE ist,
so muss < AEB grösser als <( AED sein.
Mithin ist <( AEB -f- <( BEC grösser
als < AED -f < DEC oder
< AEB -j- < BEC grösser als < AEC,
was nachzuweisen war. —
§. 55.
(Fig. 28.) Pis seien die < AMB, < BMC,
< DMC, <C E M D und <( AME gegeben, wel
che einen gemeinschaftlichen Scheitel M haben,
und einen körperlichen Raum umschdessen ; so wird
dieser körperliche Raum ein vielseitiges Eck
genannt, dessen Seiten die genannten Winkel sind.
Schneidet man nun alle diese Winkel durch eine
Ebene ab , welche dieselben nach den Geraden
AB, BC, CD, DPI und EA schneidet, so bilden
diese letzteren Geraden ein Vieleck von so vielen
Seiten, als von wie vielen Winkeln das körperli
che Pick M gebildet wird. Nimmt man daher in
dem Vielecke ÄBCDE den Punkt N an, und
zieht von diesem aus nach allen Scheiteln Gerade,
nämlich NA, NB etc. etc., so liegen um N herum,
ebenso viele Dreiecke, als wie viele das körperli-