Isolierte Starkstromleitungen (Erläuterungen). 65
Umhüllung muß konzentrisch sein, das heißt, der Kupfer-
leiter darf nicht einseitig in der Gummihülle liegen, die
vorgeschriebene Mindestwandstärke soll an keiner Stelle
des Drahtumfanges unterschritten sein. Andere Kupfer-
querschnitte als die Normalquerschnitte der Tabelle
sollen nicht benutzt werden. Diese Forderung ist not-
wendig mit Rücksicht auf die Fabrikation und die mög-
lichste Beschränkung der Installationszubehörteile.
Die Gummihülle kann einschichtig oder mehrschichtig
sein, die Schichten können beliebige Farben be-
sitzen. Das über der Gummihülle liegende gummierte
Band wird zweckmäßig vor der Vulkanisierung aufge-
bracht, damit es mit der Gummihülle selbst fest verbun-
den ist. Es soll die Gummihülle vor mechanischen Ein-
wirkungen schützen und während der Vulkanisierung die
Entstehung von Druckstellen verhindern. Die für die
Gummierung des Bandes benutzte Gummimischung muB
so zusammengesetzt sein, daß bei der Analyse des fertigen
Fabrikates die Forderung nach AI,2 erfüllt ist. Das
Band muß aus Baumwolle bestehen und um die Gummi-
hülle spiralig mit hinreichender Überlappung gewickelt
werden, wobei selbstverständlich die gummierte Schicht
der Gummihülle anliegt. Unzulässig ist es, das Band in
der Längsrichtung um die Gummihülle zu falten. Die über
dem gummierten Band folgende Beflechtung aus Baum-
wolle, Hanf oder gleichwertigem Material dient ebenfalls
zum mechanischen Schutz der Gummihülle.
8. Die geforderte Beflechtung ist nicht mit einer Um-
spinnung zu verwechseln. Die Beflechtung stellt ein me-
chanisch widerstandsfähiges Gebilde dar, bei dem die
einzelnen Fäden eng miteinander auf eigenartige Weise
so verbunden werden, daß auch beim Schneiden der
Leitungen der Überzug sich nicht aufwickelt und außer-
dem von der Umhüllung eine gewisse Zugspannung auf-
genommen werden kann. Im Gegensatz dazu besteht
die Umspinnung aus einer in eng aneinander liegenden
Windungen senkrecht zur Achse der Leitung erfolgenden
Umwicklung. Die Umspinnung dreht sich, wenn das
Ende des Fadens nicht irgendwie festgehalten wird,
leicht auf, hat aber andererseits vor der Beflechtung den
Vorzug, daß die Fäden mit größerer Spannung aufge-
bracht werden können. In der Herstellung ist die Be-
flechtung wegen des größeren Materialaufwandes und des
höheren Arbeitslohnes teurer als eine Bespinnung.
Über die besondere Ausführung der Beflechtung sind
Vorschriften in die Normen nicht aufgenommen. Es ist
aber selbstverständlich, daß das Geflecht nicht so weit-
maschig hergestellt werden darf, daß es schließlich nichts
anderes darstellt als einen Träger für die Imprägnier-
masse. Die Beflechtung soll vielmehr so engmaschig sein,
daß sie wirklich einen mechanischen Schutz der Gummi-
hülle darstellt und vor allen Dingen die bei der Verlegung
der Leitungen auftretenden Zugbeanspruchungen auf-
Apt, Erläuterungen, 2. Aufl. J