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Kap. 8. Verbiegung der Linienflächen.
(11)
p 2 + q 2 + — 1,
< Ip -f mq -f nr ' = cos#',
Vp -f m'q' + n'r — N
erfüllt werden.
Für die Behandlung unserer Aufgabe ergeben sich zwei verschiedene
Methoden, je nachdem wir zunächst l, m, n als bekannt annehmen und
p, q, r suchen oder umgekehrt p, q, r als bekannt annehmen und l, m, n
suchen. Im ersten Falle steht uns die Methode von Min ding zu
Gebote, die zu folgenden Ergebnissen führt:
Es seien l, m, n drei Funktionen von v, die den beiden Glei
chungen (10) genügen. Die Gleichungen (11) geben dann die Werte
für p, q, r, und aus diesen erhält man durch Quadraturen p, q, r.
Genügt man der ersten Gleichung (10) dadurch, daß man setzt:
l = Sin 05 COS m — Sin 05 Sin I/>, n — COS 05,
wo G5 und ip Funktionen von v sind, so ist nur noch die zweite der
Gleichungen (10) zu befriedigen. Sie ergibt:
05' 2 + 1p' 2 Sin 2 05 == M’ 2 ,
woraus mittels einer Quadratur für ip die Gleichung:
folgt, in der 05 willkürlich bleibt. Die Willkürlichkeit, die der Lösung
infolge des Vorhandenseins der willkürlichen Funktion ca (v) anhaftet,
kann geometrisch dahin gedeutet werden, daß der Fläche S durch Ver
biegung ein willkürlich angenommener Leitkegel zugewiesen werden kann.
In der Tat genügen die Koordinaten l, m, n eines Punktes der
gegebenen sphärischen Indikatrix den Gleichungen (10), falls zwischen
dem Bogen cp dieser Indikatrix und dem Bogen v der Direktrix die Be
ziehung:
Mdv
aufgestellt wird. Der Leitkegel der entsprechenden Fläche hat dann
die durch die Wahl von 05 bestimmte Gestalt.
Ferner ergibt sich durch Auflösung des Systems (11) nach p, q, r:
p = l cos # +
V N±A YM 3 sin 1 9 — JV*
q == m cos # +
m N + B YM* sin s # — N s
M’
r = n cos # -f-
n' N±CyM* sin* 9 — iV*
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(12)