Full text: Der Drehstrom

Wir wollen noch einige Bemerkungen über das große 
Elektricität8werk Oberſpree bei Berlin folgen laſſen, welches wie 
die Oberſchleſiſchen Werke und das Elektricitätswerk Rheinfelden 
von der Allgemeinen Elektricitäts - Geſellſchaft herrührt. Es 
werden fünfzigtauſend Pferdeſtärken zur Verteilung gelangen, 
und zwar empfangen vorläufig die Ortſchaften zu beiden Seiten 
der Spree, von Berlin bis Grünau, beziehentlich Köpenick, 
Kraft. Von anderen großen Centralen ſeien noch die von 
Siemens u. Halske erbauten Werke zu Wynau (Schweiz), Wal- 
denburg (Schleſien) und Turin genannt. 
Um einen ausgedehnten Bezirk ganz elektriſch auszugeſtal- 
ten, d. h. jede gewünſchte mechaniſche Kraftäußerung durch die 
wunderbarſte der Energien zu veranlaſſen, muß man natürlich 
auch der Verkehrsmittel gedenken; kurz, es ſtellt ſich die Auf- 
gabe, elektriſche Eiſenbahnen dort einzuführen. Faſt die ſämt- 
lichen elektriſchen Bahnen auf der Erde empfangen ihren Antrieb 
durch Gleichſtrom. Erſt ſeit wenigen Jahren hat man fich an 
die Aufgabe herangewagt, hierzu den Drehſtrom zu verwenden, 
und der Verſuch iſt vortrefflich gelungen. 
Die älteſte elektriſche Eiſenbahn mit Drehſtrom wurde von 
der Firma Brown, Boveri u. Co. in Baden (Schweiz) erbaut 
und im Dezember 1895 in Lugano eröffnet; ſie hat ihre 
Schuldigkeit bis auf den heutigen Tag gethan. Wir wollen 
daher eine furze Schilderung dieſer als vorbildlich geltenden 
Einrichtungen hier geben. 
Etwa zwölf Kilometer von der Stadt Lugano entfernt geht 
bei Maroggia ein Waſſerfall nieder, deſſen Energie durch eine 
Turbine von dreihundert Pferdekräften aufgenommen wird. Bis 
zur Eröffnung der Bahn hatte die Energie des Waſſerfalles Dazu 
gedient, um Lugano mit elektriſchem Licht zu verſehen. Jett be- 
   
  
  
  
    
   
  
  
  
  
  
  
  
  
   
    
  
  
  
  
   
  
  
  
  
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