mit der Ätzlösung nach Bechet-Beaujard die Abschreckkorngröße ent-
wickelt werden kann. In einigen Fällen wurde das Abschreckgefüge
entwickelt, sodaß die Korngröße nur schwer bestimmbar wurde. Dies
erfolgte bei allen Stahl- und Seildrähten aber auch beim Stahl
19Mn5 (siehe Abb. 9). In manchen Fällen, wie etwa beim Federstahl
54Si1Cr6. (Abb, 10),. war die Abschreckkorngröße überhaupt nicht zu
bestimmen, da durch. die AÄtzlösung. ein Seigerungsgefüge entwickelt
wurde, Erst nach einem Homogenisieren der Probe über Diffusions-
glühen mit ausreichendem Beseitigen der Seigerungen war ein Ent-
wickeln der Abschreckkorngröße möglich. Es ist keine Frage, ‚daß
Ätzmittel zur Bestimmung der Abschreckkorngröße sensibel sind und
empfindlich auf Konzentrationsänderungen reagieren. Damit hat. man
natürlich ein Mittel in der Hand, die Einsatzbreite im Hinblick auf
die jeweiligen Anforderungen etwas zu erhöhen. Zweck der Untersu-
chung aber war es, mit einem Standardätzmittel zur Bestimmung der
Austenitkorngröße ohne jede zusätzlichen Kunstgriffe vergleichende
Untersuchungen durchzuführen. Als Resümee kann festgehalten werden,
daß die Einsatzbreite zur Bestimmung der Abschreckkorngröße kleiner
ist als beim Oxidationsverfahren nach Kohn oder bei der Hochtempera-
turmikroskopie und daß sie mitunter das Abschreckgefüge oder das
Seigerungsgefüge entwickelt und nicht die Abschreckkorngröße.
Das Mc Quaid-Ehn Verfahren weist eine relativ große Einsatzbreite
auf... Nicht. bestimmbar ‚war _ die Austenitkorngröße, wenn sich beim
Abkühlen kein sekundäres Zementitwerk ausbildete; dies war in Vor-
versuchen bei einem 17Mn3 einerseits und bei den beiden siliziumle-
gierten. Stählen, 54SiCr6 und ‚„6MnSi5. andererseits. der. Fall... Bei
diesem 17Mn3 entstand bei der geforderten langsamen Abkühlung von
der Einsatztemperatur entarteter Perlit mit knochenförmig ausgebil-
detem Sekundärzementit (Abb. 11), wodurch das Ausmessen eines Zemen-
titnetzwerkes nicht möglich war. Ergänzende Untersuchungen haben
gezeigt, daß selbstverständlich die Ausbildung eines sekundären
Zementitwerkes erzwungen werden kann, wenn von der in der Norm
vorgeschriebenen langsamen Abkühlgeschwindigkeit abgegangen wird,
also die Proben von der Aufkohlungstemperatur schneller, etwa durch
Luftabkühlung, abgekühlt werden. Die Ursache, warum es bei den
beiden siliziumlegierten Stählen zu keinem ausmeßbaren Zementitnetz-
werk kommt, ist ein anderer Verlauf im Aufkohlungsprofil der Aufkoh-
lungszone. Sondenmessungen haben gezeigt, daß das Silizium die
Ursache sein dürfte, daß das Aufkohlungsverhalten bei den silizium-
D7€