Full text: Fortschritte in der Metallographie

Prakt. Met. Sonderband 51 (2017) 19} 
| Korn und Phasengrenzen: 
Korn und Phasengrenzen sind Gefügebestandteile die inhärent atomare Dimensionen aufweisen] 
und aufgrund der geringen Fremdatomanteile die signifikante Eigenschaftsveriinderungen 
bereits bei geringen Fremdatomkonzentrationen zeigen. Deshalb entziehen sie sich 
üblicherweise der quantitativen Analyse mit elektronenmikroskopischen Methoden. Hier besitzt 
die Atomsonde mit ihrer außerordentlich niedrigen Nachweisgrenze yon Fremdatomen nahezu 
' eine Monopolstellung und mit FIB basierten Methoden können die spezifisch zu untersuchenden] 
| Grenzflächen direkt aus dem Gefüge entnommen werden. Diese ist im weitgehend durch die 
pe Zahlstatistik der Messung begrenzt, was praktisch zu einer Nachweisgrenze im 10 ppm Bereich 
Fagen ie führt. Es kommt an Grenzflichen jedoch zu leichten Verzerrungen der Abbildung in der 
Mili Atomsonde, wodurch die Grenzflachenbereiche in den Daten etwas verbreitert aufscheinen. 
dy Dies lässt eine direkte Messung der Konzentration an Fremdatomen nicht zu, sondern es wird 
ww ak die Menge der Fremdatome pro Flacheneinheit in at/nm’ angegeben. Diese kann mit hoher 
de riser; Genauigkeit bestimmt werden und ist repräsentativ für den Segregationzustand. Bei lokalen} 
Ungleichgewichten ist es LA. aber möglich das Segregationsprofil zur Grenzfläche hin zu 
bestimmen. Eine volle Monolage an Segregation stellt bei Metallen typ. 10 — 20 at/nm’ dar, 
wobei technisch relevante Mengen an Fremdatomen auch im Bereich < 1 at/nm’ sein konnen. 
In Abb. 5 a ist exemplarisch die Atomsondenanalyse der Segregation zu einer Korngrenze in 
einer Ni-Basis Superlegierung zu sehen, die mehrere Aspekte der Methode vereint ‘'”l, Bei dieser 
Legierung (Allvac® A718 plus) ist beispielsweise beobachtet worden, dass es bei SchweiBungen 
zu HeiBrissen kommt. Die Legierung weist gegenüber konventionellen Legierungen einen 
Erhöhten Gehalt an B und P auf, welche Korngrenzendiffusion unterbinden. Die Zugabe von 
geringen Mengen an C verminderte die Anfälligkeit auf Heißrisse signifikant, was die Frage 
nach dem dahinterstehenden Mechanismus aufwarf. Atomsondenmessungen ergaben, dass nach| 
Abkühlung aus der Schweißhitze in der C legierten Variante kaum mehr C an den Korngrenzen 
x. worhanden war als in der unlegierten Variante. Die Menge an B und P war jedoch merklich 
: ja | reduziert. Eine Analyse der Assoziation der Atome im inneren des Korns zeigte, dass sich der C 
5 stattdessen mit B und P in kleinsten Clustern verbindet und so die fir die 
Ungleichgewichtssegregation verantwortlichen Leerstellen abbindet.’ 
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Abb. 5: Quantifizierung der Korngrenzensegregation in Allvac® A 718. Atomsondentomographie zeigt, dass die 
Zugabe von C die Diffusion. von B maßgeblich beeinflusst)
	        
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