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Erster Theil. Differential-Rechnung.
dX =
P* P -\- 1
(1 -j- q 2 )(rdx -f- sdy) — pq{s dx -)- tdy)
__ ,
dY =
p* + ä 2 + i
(1 -f- p 2 ) (sdx -f- tdy) — pq{rdx -f- sdy)
wenn, wie dies schon an einer früheren Stelle geschah, zur
Abkürzung
1/y + + 1 = tv
gesetzt wird.
Mit diesen Ausdrücken gibt (5)
(1 -f- q 2 ){rdx -f- sdy) — pq(sdx -f- tdy)
d y
R
(1 -\-p 2 )(sdx -J- tdy)—pq{rdx -j- sdy) w 3 ’
ordnet man die erste dieser Gleichungen nach dx, dy, so
so erhält man
| K 1 +JP 2 )s— pqr]dx 2 — [(1 + g 2 )r-( 1 -\-p 2 )t\dxdy
\ — [1 -f- (f)s — pqt\dy 2 == 0.
Diese Gleichung bestimmt die Richtung der Tangenten
an die durch den Punkt M gehenden Krümmungslinien; sie
fällt aber zusammen mit jener Gleichung (26), welche sich in
202 zur Bestimmung der Tangentenrichtungen für die Haupt
normalschnitte im Punkte M ergab.
Daraus folgt der Satz: Durch jeden Punkt einer krummen
Fläche, sofern er nicht Nabelpunkt ist, gehen zwei stets reelle
Krümmungslinien, welche die Hmptnormalschnitte dieses Punktes
berühren und sich daher wie diese unter rechtem Winkel schneiden.
Jede Fläche, die Ebene und die Kugel ausgenommen, be
sitzt somit zwei Scharen von reellen Krümmungslinien derart,
dass jede Curve der einen Schar jede der anderen Schar recht
winklig schneidet.
Die Gleichung (7) charakterisirt die Projection der Krüm-