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Zweiter Teil. Integral-Rechnung.
Fig. 130.
In ähnlicher Weise wird ein über ein unendliches Gebiet
sich erstreckendes Doppelintegral durch den Grenzwert eines
über ein endliches Gebiet sich ausdehnenden
Integrals definiert, wenn dieses Gebiet be-
~ x ständig sich erweiternd in das unendliche
Gebiet übergeht, vorausgesetzt wieder, daß
ein solcher Grenzwert wirklich existiert.
Beispiele. 1) Für das über das Recht
eck OC (Fig. 130) ausgedehnte Integral der
Funktion fxy (x 7 y) ergibt sich nach den
Ausführungen in 278 der folgende Wert:
O o
a h
fjfxyipc, y)dxdy = I*cIxJf" y (x; y)dy
‘(OU) 0 0
= f(a f 6) — fifl, 0) - f{0; h) + f{0; 0);
in gleicher Weise ist
JJfxy(x, y)dxdy = /■(«, ß) ~ f(cc, 0) — f{0; ß) + /'(0; 0);
(OT)
das über das hexagonale Gebiet P erstreckte Integral ist der
Unterschied beider
y) = /'(“> 6 ) — f("> 0) — /-(0, b) - /Ta, (3)
p + f(«, 0) + /(0, ß).
Von dieser letzteren Formel kann in dem Falle Gebrauch
gemacht werden, wenn fx y (x, y) bei Annäherung an die Stelle
0/0 unendlich wird, ohne sonst Unstetigkeit zu zeigen; nur
wenn der rechtstehende Ausdruck für beliebige Grenzübergänge
lim a = 0, lim ß = -\-0 einer bestimmten Grenze sich nähert,
hat das Integral über (OC) unter den bemerkten Umständen
einen bestimmten Wert.
Ein solcher Fall entsteht, wenn
f{x, y) = arctg ~ >
weil dann
f" ( x v \ = y*r x \
für lim x = 0, lim y = 0 unendlich wird; hier ist nun