Arten der Reproduktionsverfahren. 263
Hinterberger hat mit Vorteil zwei mit verschiedenen Filtern. auf-
genommene Bilder in verschiedenen Farben eingefärbt, übereinander ge-
legt und dadurch die Färbung des Objekts gut wiedergegeben (s. Dreifarben-
druck Kap. 87).
Mikrostereogramme werden hergestellt, indem man nacheinander zwei
Aufnahmen des Objekts macht, das. nach der ersten Aufnahme in seiner
Ebene etwas — je nach der Vergrösserung — verschoben wird, Alle am-
deren Methoden widersprechen dem Prinzip des körperlichen Sehens und
konnten daher niemals vernünftige Resultate geben.
36. Kapitel.
Die Reproduktionsverfahren.
Bei den graphischen Druckverfahren unterscheidet man
Tiefdruck, Flachdruck und Hochdruck, die durch Radierung,
Lithographie und Holzschnitt und seine Abarten vertreten
werden, Die photographischen Reproduktionsverfahren basieren
auf allen drei Methoden.
Bei der Radierung sind die Schatten des Bildes aus der
ebenen Platte ausgeschabt, vertieft; die Farbe haftet in den
Vertiefungen, sie wird beim Druck vom Papier aufgenommen,
und je grösser die Vertiefung‘ war, desto mehr Farbe hielt sie
zurück, desto satter wird die Schwärze. Die Halbtöne sind
durch dünne Farbschichten charakterisiert und der Druck zeichnet
sich durch homogene Töne aus, wie die gewöhnliche photo-
graphische Kopie. Eine photographische Tiefdruckplatte lässt
sich herstellen, wenn man auf eine Kupferplatte ein Pigment-
negativ aufquetscht, das ein Relief mit erhöhten Lichtern dar-
stellt. Wenn man mit einer Flüssigkeit, welche Kupfer löst,
ätzt, braucht diese an den Lichtern längere Zeit, um durch
das Gelatinerelief zu dringen, als an den Schatten, wo keine
oder wenig Gelatine zu durchdringen ist. An den Schatten ent-
stehen also Vertiefungen, an den Lichtern bleibt die Platte in-
takt, und beim Einfärben halten die Schatten Farbe zurück,
die Lichter nicht; beim Druck entsteht ein Positiv.
. Als Aetzflüssigkeit dient Eisenchloridlösung, welche dabei
in Chlorür übergeht und Kupferchlorid. bildet, und ohne Luft-