Full text: Theorien über den Mehrwert (3. Teil)

   
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Thomas Robert Malthus 5] 
  
Beschränkung der Masse der Produzenten auf die necessaries. Hence! sind 
bei ihm die Krisen nicht wie beı Ricardo Zufälle, sondern wesentliche Aus- 
brüche der immanenten Widersprüche auf großer Stufenleiter und zu be- 
stimmten Perioden. Er schwankt nun beständig: Sollen die Produktivkräfte 
von Staats wegen gefesselt werden, um sie den Produktionsverhältnissen 
adäquat zu machen, oder die Produktionsverhältnisse, um sie den Produk- 
tıvkräften adäquat zu machen? Er flüchtet sich dabei oft in die Vergangen- 
heit; wırd laudator temporis acti? oder möchte auch durch andre Regelung 
der Revenue ım Verhältnis zum Kapital oder der Distribution im Verhält- 
nıs zur Produktion die Widersprüche bändigen, nicht begreifend, daß die 
Distributionsverhältnisse nur die Produktionsverhältnisse sub alıa specie® 
sind. Er beurteilt die Widersprüche der bürgerlichen Produktion schlagend, 
aber er begreift sie nicht und begreift daher auch nicht den Prozeß ihrer 
Auflösung. Was aber bei ihm zugrunde liegt, ist in der Tat die Ahnung, daß 
den im Schoß der kapitalistischen Gesellschaft entwickelten Produktiv- 
kräften, materiellen und sozialen Bedingungen der Schöpfung des Reich- 
tums, neue Formen der Aneignung dieses Reichtums entsprechen müssen; 
daß) die bürgerlichen Formen nur transitorische und widerspruchsvolle 
sind, in denen der Reichtum immer nur eine gegensätzliche Existenz er- 
hält und überall zugleich als sein Gegenteil auftritt. Es ist Reichtum, der 
immer die Armut zur Voraussetzung hat und sich nur entwickelt, indem 
er sie entwickelt. 
Wir haben nun gesehn, in welcher schönen Weise Malthus sich den 
Sismondi aneignet. Übertrieben, und in noch viel ekelhaftrer Form aus- 
geführt, findet sich Malthus’ Theorie in: Thomas Chalmers (Professor of 
Divinity*) „On Political Economy in Connection with the Moral State and 
Moral Prospects of Society“, second ed., London 1832. Hier tritt nicht nur das 
pfäffische Element theoretisch mehr hervor, sondern auch praktisch das 
member der „established church“?, das ihre „loaves and fishes“® und den 
ganzen Zusammenhang der Institutionen, mit denen diese church steht und 
fällt, „ökonomisch“ verteidigt. 
Malthus’ Sätze (oben angespielt) mit Bezug auf die Arbeiter sind: 
„Der Konsum und die Nachfrage, veranlaßt durch Arbeiter, die mit produktiver 
Arbeit beschäftigt sind, kann für sich allein nie ein Motiv für die Akkumulation und 
Anwendung von Kapital bilden.“ („Principles of Political Economy“, [second ed.,] 
p.315.) 
  
1 Daher - ? Lobredner der Vergangenheit (Horaz) -® unter anderem Gesichtspunkt - 
4 Professor der Theologie - ° Mitglied der „Staatskirche“ - ® (wörtlich: „Brote und 
Fische“; hier im Sinne von:) „irdische Wohlfahrt“ 
4* 
     
   
   
  
  
   
    
   
  
  
  
   
   
   
   
  
   
  
   
   
  
  
   
    
  
   
  
  
  
   
   
   
   
   
   
   
    
   
   
	        
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