Full text: Konspekt über "Das Kapital"

  
zu können, in denen seine Arbeit vergegenständlicht ist, vielmehr 
in der Lage sein, seine Arbeitskraftselbstals Ware 
verkaufen zu müssen. P. 131 [175-176]. 
Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer 
also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in 
dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft 
verfügt als seine Ware, und daß er andrerseits andere Waren nicht 
zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirk- 
lichung seiner. Arbeitskraft nötigen Sachen. P. 132 [176]. 
Beiläufig ist das Verhältnis von Geldbesitzer und Arbeitskraft- 
besitzer nicht ein natürliches, oder allen Zeiten gemeinsames, ge- 
sellschaftliches, sondern ein historisches, das Produkt vieler öko- 
nomischen Umwälzungen. So haben auch die bisher betrachteten 
ökonomischen Kategorien ihren geschichtlichen Stempel. Um Ware 
zu werden, darf das Produkt nicht mehr als unmittelbares Subsi- 
stenzmittel [Unterhaltsmittel] produziert werden; die Masse der 
Produkte kann Warenform erst annehmen innerhalb einer be- 
stimmten, der kapitalistischen Produktionsweise, obwohl Waren- 
produktion und Zirkulation schon stattfinden können, wo die Masse 
der Produkte nie Ware wird. Geld ditto [desgleichen] kann zü 
allen Perioden existieren, die eine gewisse Höhe der Warenzirku- 
lation erreicht haben; die besondren Geldformen vom bloßen Äqui- 
valent zum Weltgeld, setzen verschiedene Stufen der Entwicklung 
voraus, trotzdem kann eine sehr schwach entwickelte Warenzirku- 
lation sie alle hervorbringen. Dagegen Kapital entsteht nur unter 
obiger Bedingung, und diese eine Bedingung schließt eine Welt- 
geschichte ein. P. 133 [177-178]. 
Die Arbeitskraft hat einen Tauschwert, der bestimmt wird wie 
der aller andren Waren: durch die zu ihrer Produktion, also auch 
Reproduktion, nötige Arbeitszeit. Der Wert der Arbeitskraft ist 
der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers nötigen Lebensmittel, 
und zwar zu seiner Erhaltung in normaler Arbeitsfähigkeit. Diese 
richtet sich nach Klima, nach Naturbedingungen, etc. wie nach 
dem historisch in jedem Land gegebenen standard of life [Stand 
der Lebenshaltung]. Sie wechseln, sind aber für ein bestimmtes 
Land und für eine bestimmte Epoche gegeben. Ferner schließt sie 
die Lebensmittel der Ersatzmänner d. h. der Kinder ein, so daß 
die Rasse dieser eigentümlichen Warenbesitzer sich verewigt. Fer- 
ner, bei geschickter Arbeit, die Bildungskosten. P. 135 [178—180]. 
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