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Philosophie der Individualität

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Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Philosophie der Individualität

Multivolume work

Persistent identifier:
1690450622
Author:
Abbe, Ernst
Title:
Gesammelte Abhandlungen
Type of content:
Aufsatzsammlung
Year of publication:
1904
Place of publication:
Jena
Publisher of the original:
Verlag von Gustav Fischer
Identifier (digital):
1690450622
Language:
German
Additional Notes:
Bände 1-5 erschienen von 1904-1940
Document type:
Multivolume work

Volume

Persistent identifier:
1690453176
Author:
Abbe, Ernst
Title:
Vorträge, Reden und Schriften sozialpolitischen und verwandten Inhalts
Sub title:
mit 1 Porträt des Verfassers
Scope:
XIII, 402 Seiten
Year of publication:
1906
Place of publication:
Jena
Publisher of the original:
Verlag von Gustav Fischer
Identifier (digital):
1690453176
Illustration:
1 Porträt
Signature of the source:
a 943(3)
Language:
German
Other Title:
Nebentitel: Sozialpolitische Schriften
Usage licence:
Public Domain Mark 1.0
Publisher of the digital copy:
Technische Informationsbibliothek Hannover
Place of publication of the digital copy:
Hannover
Year of publication of the original:
2020
Document type:
Volume
Collection:
Natural sciences
Humanities and social sciences

Chapter

Title:
V. Zur Frage der Sonderbesteuerung des Konsum-Vereins.
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Philosophie der Individualität
  • Cover
  • ColorChart
  • Title page
  • DEM PHILOSOPHEN JULIUS SCHULTZ IN DANKBARER VEREHRUNG
  • Vorwort.
  • Inhaltsverzeichnis.
  • Einleitung.
  • I. Teil. Die Irrationalität der Individualität.
  • "Die Quelle kann nur gedacht werden, [...]
  • I. Kapitel. Die sieben Erscheinungsweisen der Individualität.
  • Il. Kapitel. Die Veränderungen der Individualität.
  • III. Kapitel. Die Spaltungen der Individualität.
  • IV. Kapitel. Die Nichtabgrenzbarkeit der Individualität.
  • Abschluß des ersten Teils.
  • II. Teil. Die Rationalisierung der Individualität.
  • "Laßt fahren hin das Allzuflüchtige! [...]
  • I. Kapitel. Wesen und Formen der Rationalisierung.
  • II. Kapitel. Die natürliche Rationalisierung.
  • III. Kapitel. Die künstliche Rationalisierung (Die Erziehung).
  • IV. Kapitel. Die fiktive Rationalisierung.
  • V. Kapitel. Die Rationalisierung der Individualität in Wissenschaft und Kunst.
  • Abschluß des zweiten Teils.
  • III. Teil. Das Individuum und die Werte.
  • [...] "Ich will auch in Dingen des Geistes Krieg und Gegensätze..." [...]
  • I. Kapitel. Analyse des Wertungsprozesses.
  • II. Kapitel. Die Subjekte der Wertung.
  • III. Kapitel. Die Objekte der Wertung.
  • IV. Kapitel. Die Irrationalität auf den einzelnen Wertgebieten.
  • V. Kapitel. Das Problem der Rangordnung der Werte.
  • Abschluß des dritten Teils.
  • IV. Teil. Die Individualität und das Leben.
  • Es gibt kein Werden aus dem Nichts, [...]
  • I. Kapitel. Die Individualität als Kategorie.
  • II. Kapitel. Die Realität der Individualität.
  • III. Kapitel. Die Individualität in der nichtmenschlichen Natur.
  • IV. Kapitel. Zum Problem der Freiheit.
  • V. Kapitel. Die Probleme des Todes und der Unsterblichkeit.
  • VI. Kapitel. Die Philosophie der Individualität und das praktische Leben.
  • Anmerkungen.
  • Cover

Full text

IV. Kapitel. Die fiktive Rationalisierung. 1 
1 halb jedes Menschen, hinter schillernder und wahdelbater Ober- 
" fläche, ein truhender Pol in der Erscheinungen Flucht, den man 
» herauslösen könne wie den festen Kern aus einer Aprikose. In 
; diesem Sinne heißt’s im Wallenstein: 
; „Hab’ ich des Menschen Kern erst untersucht, 
: so weiß ich auch sein Wollen und sein Handeln.“ 
Diese fiktive Rationalisierung ist so stark und verbreitet, 
daß man sich im Leben wie in der Wissenschaft, in der Kunst 
wie sogar in der Psychologie nicht darüber klar wird, daß ein 
solcher, die ganze Individualität in ihrem Wesen umschließender 
Kern gar nicht besteht, daß ein Glas Wein zuviel diese ganze 
angeblich so festgefügte Individualität aus den Fugen heben 
und sie zu Taten veranlassen kann, die sie selber wenige Stunden 
naeh der Tat nicht mehr begreift, daß sie sich spalten kann, daß 
die Außenwelt sie überspülen kann wie das Meer bei Sturm einen 
Strandsee. Es ist eine Fiktion und nicht mehr, wenn man inner- 
halb des wechselnden Stroms des individuellen Lebens einen 
konstanten Tenor zu erkennen behauptet, der sich rational fassen 
ließe. Wenn man die Veränderungen des Ich mit den Variationen 
eines musikalischen Themas vergleichen will, so ist doch zu be- 
denken, daß wir nur die Variationen kennen, aber nicht das Thema, 
das wir höchstens ahnen, aber nicht mit Sicherheit ermitteln 
können. Gewiß gibt es Kontinuitäten und Ähnlichkeiten, aber 
sie gehen niemals ein in eine feste Formel. Noch niemand hat 
jenen „Kern“ des Individuums Goethe festzustellen vermocht, 
aus dem sich zugleich der Werther, die Natürliche Tochter, der 
Chorus mysticus im Faust, die Liebe zu Frau von Stein und die 
zu Christiane Vulpius, die Briefe aus der Schweiz und die Farben- 
lehre ableiten ließen. Nur als Fiktion, das heißt als zu praktischen 
Zwecken brauchbare Selbsttäuschung ist eine solche Rationali- 
sierung angängig: einen wirklichen Erkenntniswert hat sie nicht, 
Die praktische Brauchbarkeit jener Fiktion täuscht eben 
vielfach darüber hinweg, daß es sich um eine Fiktion handelt. 
Gewiß läßt sich auf Grund der vorindividuellen, der natürlichen 
und künstlichen Rationalisierung mancherlei voraussagen, man 
pflegt nur — wie bei anderen Weissagungen — die nicht zutref- 
238
	        

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Müller-Freienfels, Richard. Philosophie Der Individualität. Felix Meiner Verlag, 1923.
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