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Weltgeschichtliche Betrachtungen (7. Band)

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Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Weltgeschichtliche Betrachtungen (7. Band)

Multivolume work

Persistent identifier:
1757202838
Author:
Brachelli, Hugo Franz
Title:
Deutsche Staatenkunde
Sub title:
ein Handbuch der Statistik des deutschen Bundes und seiner Staaten mit Einschluss der nichtdeutschen Provinzen Oesterreichs und Preussens : nach den besten und neuesten Quellen
Year of publication:
1856
Place of publication:
Wien
Publisher of the original:
Wilhelm Braumüller, k. k. Hofbuchhändler
Identifier (digital):
1757202838
Language:
German
Additional Notes:
Bände 1-2 erschienen von 1856-1857
Document type:
Multivolume work

Volume

Persistent identifier:
175720413X
Author:
Brachelli, Hugo Franz
Title:
Die Norddeutschen Bundesstaaten
Scope:
XVI, 924 Seiten
Year of publication:
1857
Place of publication:
Wien
Publisher of the original:
Wilhelm Braumüller, k. k. Hofbuchhändler
Identifier (digital):
175720413X
Signature of the source:
a 1901(2)
Language:
German
Usage licence:
Public Domain Mark 1.0
Printer:
Braumüller, Wilhelm
Publisher of the digital copy:
Technische Informationsbibliothek Hannover
Place of publication of the digital copy:
Hannover
Year of publication of the original:
2021
Document type:
Volume
Collection:
Homeland and regional geography
History

Cover

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Cover

Contents

Table of contents

  • Gesamtausgabe
  • Weltgeschichtliche Betrachtungen (7. Band)
  • Cover
  • Title page
  • Title page
  • [Inhalt]
  • Weltgeschichtliche Betrachtungen Herausgegeben von Albert Oeri
  • Vorwort des Herausgebers
  • I. Einleitung
  • II. Von den drei Potenzen
  • III. Die Betrachtung der sechs Bedingtheiten
  • IV. Die geschichtlichen Krisen
  • V. Das Individuum und das Allgemeine (Die historische Größe)
  • VI. Über Glück und Unglück in der Weltgeschichte
  • Historische Fragmente aus dem Nachlaß Herausgegeben von Emil Dürr
  • Bemerkungen und Ergänzungen zum Text
  • Inhalt
  • Cover

Full text

20 
II. Bon den drei Potenzen 
Was die Entstehung der Religionen betrifft, so scheint eine große Un- 
möglichkeit obzusc<hweben, uns die primitive Entbindung des Geistigen über- 
haupt vorzustellen; denn wir sind später abgeleitete Leute, Gegen das pri- 
mus in orbe deos fecit timor wendet sih Renan,“ indem er aus- 
führt, daß, wenn die Religionen bloß dur< Bere<hnung des Screens 
entstanden wären, der Mens< nicht in seinen erhöhten Momenten religiös 
sein würde; sie seien auch nicht, wie die italienischen Sophisten des 16. Jahr- 
hunderts glaubten, dur< die Einfältigen und die Shwacen erfunden, sonst 
wären nicht die edelsten Naturen die religiösesten; vielmehr sei die Religion 
eine Schöpfung des normalen Menschen. So richtig dies ist, gibt es doc< 
Religion der Bangigkeit genug. Wir finden bei den Urvölkern einen teils 
verehrenden, teils ers<hro>enen Kult von Naturgegenständen, Naturkräften 
und Naturerscheinungen, sodann den Kult der Ahnen und den Kult von 
Fetischen, wobei der Mensc< das Gefühl seiner Abhängigkeit in einen ein- 
zelnen, ihm individuell gehörenden Gegenstand legt. Diese Religionen ent- 
sprechen zum Teil unheimlichen Kinderträumen, deren Sc<reFgestalten ver- 
söhnt werden, zum Teil dem Staunen vor den Himmelslichtern und Ele- 
menten; sie sind bei den Nationen, die noh keiner Literatur fähig sind, die 
bisweilen einzige Urfunde des Geistes. 
Richtiger als die Annahme eines ursprünglihen Gottesbewußtseins ist 
jedenfalls die eines langen, unbewußten metaphysischen Bedürfnisses. Ein 
großer oder schre>licher Moment oder ein zum Religionsstifter begabter 
Mens< bringt dies zum Bewußtsein; das, was in den begabteren Stammes- 
genossen ohnehin schon verhüllt lebt, findet seinen Ausdru; der Prozeß 
fann sich bei Neumischung und Trennung der Völker wiederholen. 
Entscheidend ist jedenfalls das Gefühl der Abhängigkeit von einem Ge- 
waltigeren, das Bangen mitten im Gefühl der subjektiven Kraft und Ge- 
walttat. 
Da nun der Anlässe zum Screen, d. h. zur Versöhnung des Furcht- 
baren viele sind, so hat die stärkste Präsumption der Priorität der Poly- 
theigmus für sich;** jene Einheit des primitiven Gottesbewußtseins ist nichts 
als ein Traum. 
Das Urgefühl des Bangens war vielleicht ein großartiges; denn sein 
Objekt war das Unendliche; dagegen gewährte der Beginn der Religion 
eine Begrenzung, Verkleinerung, Definition, welche etwas sehr Wohl- 
tuendes haben mochte; man glaubte vielleicht plößlich zu wissen, wie man 
10 Questions contemp. S. 416. 
11 Vgl. Strauß, Der alte und der neue Glaube, S. 95 ff. und bes. 101 ff.
	        

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Oeri, Albert, et al. Weltgeschichtliche Betrachtungen. Deutsche Verlags-Anstalt, 1929.
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