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Statistik - Zwischenhandel (6. Band)

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Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Statistik - Zwischenhandel (6. Band)

Multivolume work

Persistent identifier:
1760974358
Title:
Handwörterbuch der Staatswissenschaften
Type of content:
Wörterbuch
Info on language/writing:
In Fraktur
Year of publication:
1890
Place of publication:
Jena
Publisher of the original:
Verlag von Gustav Fischer
Identifier (digital):
1760974358
Language:
German
Additional Notes:
Die Bände 1-6 der 1. Auflage mitsamt Ergänzung erschienen 1890-1897
4. Auflage von Ludwig Elster, Adolf Weber und Friedrich Wieser herausgegeben
Neuauflage unter dem Titel: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften
Editor:
Conrad, Johannes
Elster, Ludwig
Lexis, Wilhelm
Loening, Edgar
Document type:
Multivolume work

Volume

Persistent identifier:
176164937X
Title:
Statistik - Zwischenhandel
Scope:
X, 959 Seiten
Year of publication:
1894
Place of publication:
Jena
Publisher of the original:
Verlag von Gustav Fischer
Identifier (digital):
176164937X
Signature of the source:
a 2047(6)
Language:
German
Usage licence:
Public Domain Mark 1.0
Editor:
Conrad, Johannes
Elster, Ludwig
Lexis, Wilhelm
Loening, Edgar
Publisher of the digital copy:
Technische Informationsbibliothek Hannover
Place of publication of the digital copy:
Hannover
Year of publication of the original:
2021
Document type:
Volume
Collection:
Humanities and social sciences
Law

Chapter

Title:
T.
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
Trunksucht.
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Handwörterbuch der Staatswissenschaften
  • Statistik - Zwischenhandel (6. Band)
  • Cover
  • Title page
  • Title page
  • Uebersicht der im 6. Bande zum Abdruck gebrachten Artikel.
  • S.
  • T.
  • Tabak und Tabakbesteuerung.
  • Taille, Tallia, Tallagia.
  • Tamassia, G., [...]
  • Taubstumme und Taubstummenanstalten.
  • Tauschwert s. Wert.
  • Taxation, landwirtschaftliche.
  • Taxen s. Preistaxen [...]
  • Teilbarkeit der Grundstücke s. Bodenzersplitterung [...]
  • Teilban, Teilpacht s. Pacht [...]
  • Telegraphie und Telephonie.
  • Temple, Sir William, [...]
  • Termingeschäfte s. Zeitgeschäfte.
  • Thomas von Aquin (Tommaso d'Aquino), [...]
  • Thomas de Vio (Tommaso da Vio), mit dem Zunamen Cajetanus, [...]
  • Thomasius, Christian, [...]
  • Thompson, Robert Ellis, [...]
  • Thompson, William, [...]
  • Thornton, William Thomas, [...]
  • Thünen, Johann Heinrich von, [...]
  • Thür- und Fenstersteuern s. Häusersteuer [...]
  • Tiere, Tierfang s. Jagd [...]
  • Tierärzte.
  • Toniolo, Giuseppe, [...]
  • Tontinen.
  • Tooke, Thomas, [...]
  • Torrens, Robert, [...]
  • Totgeburten s. Geburtenstatistik [...]
  • Townsend, Joseph, [...]
  • Toynbee, Arnold, [...]
  • Trades unions s. Gewerkvereine [...]
  • Tracy, Destutt de, [...]
  • Transitzölle s. Durchfuhrzölle und Durchfuhrverbote [...]
  • Transport.
  • Transportsteuern.
  • Transportversicherung.
  • Trauungen s. Heiratsstatistik [...]
  • Trinkerasyle s. Trunksucht.
  • Trödelhandel.
  • Trucksystem.
  • Trunksucht.
  • Tucker, Josiah, [...]
  • Turbolo, Gian Donato, [...]
  • Turgot, Anne, Robert, Jacques, Baron d'Aulne, [...]
  • U.
  • V.
  • W.
  • Y.
  • Z.
  • Nachträge.
  • Berichtigungen.
  • Verzeichnis der Mitarbeiter unter Angabe der von einem jeden bearbeiteten Artikel.
  • Cover

Full text

Unter⸗ 
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Trunksucht. 
„. T. als Zustand des Einzelnen. 
1. Charakter und Entstehung. 2. Ursachen. 
3. Begleiterscheinungen und 7— 4. Be⸗ 
handlung. I. T. als sozate Erschei— 
nung. 5. Charakter und eisthichee 6. Be⸗ 
leiterscheinungen und Folgen. 7. ntstehung. 
z Bekämpfung. 
Die landläufige Unterscheidung der konstauten 
ZSäufer und der Quartalfäufer ist in der Wissen⸗ 
chaft nicht mehr üblich, da man etzt die Krankheit 
her letzteren, die „periodische Trunksucht“ oder „Dipso— 
nanie“ als eine periodisch auftretende Geistesstörung 
auffaßt, die durch unsinniges Trinken zum Ausdruck 
zelangt. Von den gewöhnlichen Trinkern sucht man 
setzt überhaupt diejenigen scharf zu trennen, bei denen 
die Trunksucht nur ein Symptom eines psychopathischen 
Zustandes ist. Hierzu gehören viele Personen, die 
an Melancholie, Altersbloͤdsinn, Manie oder anderen 
Formen des Irreseins leiden und diese Hauptkrank⸗ 
seit auch durch Trunksucht zum Ausdruck bringen. 
dierhin gehören auch diejenigen lange Zeit maͤßig 
jebliebenen Trinker, welche plöhlich Säufer werden, 
veil sie durch einen Fali oder Stoß auf den Kopf 
ine Gehirnverletzung oder eine Wunde am Kopfe er⸗ 
itten haben oder weil sie am Sonnenstiche erkrankt 
ind oder weil das Gehirn durch große Aufregungen 
oder übermäßige Anstrengungen geschwächt ist. 
Auch in zahlreichen aͤnderen Fällen ist schwer zu 
entscheiden, ob man Alkoholismus oder Geisteskrank⸗ 
jeit vor sich hat, oder weiche von beiden Krankheiten 
die primäre ist. So ist die Trunksucht häufig ver— 
bunden mit der Tobsucht, mit der Melancholie, mit 
dem Verfolgungswahn, mit der krankhaften Neigung 
zur Brandstiftung oder zum Selbstmord oder Mord, 
nit der Kleptomanie, mit krankhafter Eifersucht ꝛc. 
Nach Mitteilungen Pelmans und anderer halten 
oiele Trunksüchtige ohne jede Ursache ihre Frauen 
ür untreu; Norman Kerr erzählt von einer Wasch— 
rau, die 200mal wegen Trunkenheit und Diebstahl 
„estraft wurde und allemal in der Trunkenheit ein 
Waschfaß gestohlen hatte; eine andere Frau hatte 
50mal in der Trunkenheit Fenster zerschlagen; ein 
trunksüchtiger Mann pflegte Bibeln zu siehlen; ein 
runksüchtiges Mädchen versuchte in zwei Jahren 28⸗ 
nal sich das Leben zu nehmen. Bekannt ist auch der 
nnige Zusammenhang zwischen Epilepsie und Alko— 
jolismus, wobei sowohl die erstere als auch der letztere 
ie ursprüngliche und vielleicht ursächliche Erkrankung 
arstellen kann. Auch bei den geistig gesundesten 
Trinkern bezeichnet man doch die Folge des Ueber— 
naßes, den Rausch, als „zeitweiligen Wahnsinn“ 
und Trinker allerlei Art gelangen durch fortgesetztes 
lebermaß zu einer zweifellosen Geisteskrankheit, dem 
Delirium tremens. 
2. Arsachen. Unter den Ursachen der Trunk— 
ucht spielt die Vererbung eine wichtige Rolle. 
I. Schmitz, Besitzer einer Trinkerheilanfialt 
n Bonn, beseichnete 18901 9000 seiner Pa— 
ienten als erblich belastet. Andere Fach— 
nänner würden geringere Angaben machen, 
alle legen jedoch der Vererbung große Be⸗ 
deutung bei. Nicht immer sind die Eltern 
oder Großeltern trunksüchtig oder doch starke 
Trinker gewesen, sondern oft tritt auch Epi— 
epsie oder irgend eine Form der Geiftes— 
törung bei dem Nachkommen als die ver— 
vpandte Krankheit Trunksucht wieder auf. 
Die Trunksucht ist ebenso häufig Symptom 
der Degeneration, wie sie Ursache der— 
jelben ist. 
Als z3weite wichtige Ursache der Trunk— 
ucht muß die verfruͤhte Angewöhnung an 
die berauschenden Getränke bezeichnet werden 
Während es unseren Voreltern wohl bekannt war, 
aß Kinder keine geistigen Getränke vertragen, ist diese 
krkenntnis jetzt aus dem Wissensschatze der civilifier 
en Nationen fast entschwunden. Unt doch wirkt der 
J. T. als Zustanoͤ des Einzelnen. 
. Charakter und Entstehung. Man be— 
trachtet allgemein die Personen als trunf 
üchtig, die sich den geistigen Getränken gegen⸗ 
über nicht beherrschen können, sondern auch 
dann trinken, wenn Vernunft oder Gewissen 
ie zurückhalten sollte. 
Eine strengere Auffassung bezeichnet auch die⸗ 
jenigen schon als Trinker, die eine probeweise aufzu⸗ 
nehmende völlige Enthaltung von einer Woche oder 
vier Wochen nicht oder nur schwer durchzuführen ver— 
mögen; zu einer solchen Selbstprüfung von Zeit zu 
Zeit wird neuerdings vielfach geraten. Die englische 
Habitual Drunkards' Act versteht unter Trinkern 
„die Personen, die, ohne gerade geistesgestört zu sein, 
durch gewohnheitsmäßigen Mißbrauch berauschender 
Hetränke zeitweise gefaͤhrlich für sich selbst oder andere 
werden oder unfähig sind, sich zu beherrschen und 
ihren Geschäften vorzustehen.“ 
Eine deutliche Scheidelinie zwis chen Trunk⸗ 
jüchtigen und anderen Trinkern giebt es 
natürlich nicht; ein Umstand, der der gesetz⸗ 
geberischen Behandlung der Naterie sehr im 
Wege steht. Das Gleiche gilt von der That⸗ 
sache, daß noch heute unter ihren Beurteilern 
eine Einigung über den Charakter der 
Trunksucht erzielt ist. Ob sie ein Laster 
oder eine Krankheit sei, wird vielfach be— 
prochen; die meisten Medigziner und ihre 
Besinnungsverwandten wollen die Trunk—⸗ 
sucht rein als Krankheitszustand aufgefaßt, 
die Alkoholisten demgemaͤß als unverant⸗ 
vortlich behandelt und nur der Heilung 
zugeführt wissen, während zahlreiche Theo— 
ogen, Juristen ꝛc. die Trunksucht als Laster 
oder Sünde hinstellen, die Trunksüchtigen 
auch bestrafen oder vornehmlich durch sitt⸗ 
lich⸗religiöse Einwirkung bessern wollen. In 
der Mitte stehen diejenigen, die die Trunk⸗ 
sucht zwar als einen krankhaften Zustand 
bezeichnen, diese Krankheit jedoch als Folge 
eines Lasters, nämlich des übermäßigen, 
leichtsinnigen Trinkens, behandelt wissen 
vollen. Durch diesen Zwiefpalt der An⸗ 
ichten wird die Bekämpfung der Trunksucht 
erheblich gehemmt, da unterdessen weder 
für die Heilung noch für die Bestrafung der 
Trinker etwas Ausreichendes geschieht. 
Dieser Zwiespalt findet sich sowohl bei den 
Fachmänneen als bei den Laien, ohne daß 
die letzteren sich dessen bewußt werden. 
Daß die Trunksucht in den verschiedensten 
Graden und bei verschiedenen Individuali⸗ 
täten in den mannigfachften Formen auftritt, 
braucht hier nicht ausgeführt zu werden
	        

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