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Die Provinz Hannover

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Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

fullscreen: Die Provinz Hannover

Monograph

Persistent identifier:
191721586X
Title:
Die Provinz Hannover
Sub title:
in Geschichts-, Kultur- und Landschaftsbildern : mit 83 Abbildungen im Text, 5 Vollbildern und einem Doppelbild, sowie einer Karte der Provinz Hannover von C. Diercke
Scope:
XII Seiten, 1686 Spalten, 5 ungezählte Blätter Bildtafel, 2 ungezählte gefaltete Blätter Bildtafeln
Info on language/writing:
In Fraktur
Edition title:
Zweite, vollständig umgearbeitete und wesentlich vermehrte Auflage
DOI:
10.14463/KXP:191721586X
Year of publication:
1888
Place of publication:
Hannover
Publisher of the original:
Verlag von Carl Meyer (Gustav Prior)
Identifier (digital):
191721586X
Illustration:
Illustrationen, Karte
Signature of the source:
G 38-3
Language:
German
Usage licence:
Public Domain Mark 1.0
Editor:
Meyer, Johannes
Diercke, Carl
Ebert, Adolf
Görges, Ernst
Printer:
Meyer, Carl
Publisher:
Carl Meyer, Hannover
Publisher of the digital copy:
Technische Informationsbibliothek (TIB)
Place of publication of the digital copy:
Hannover
Year of publication of the original:
2025
Document type:
Monograph
Collection:
Geography
Homeland and regional geography

Chapter

Title:
Das Bergland im Westen der Weser nebst dem angrenzenden Tieflande.
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
Die Bewohner
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Die Provinz Hannover
  • Cover
  • ColorChart
  • [Abbildung]
  • Figure
  • Title page
  • Seiner Excellenz dem Wirklichen Geheimen Rat Herrn Hilmar von Leipziger Ober-Präsidenten der Provinz Hannover Ritter höchster Orden ehrfurchtsvoll gewidmet.
  • Vorwort.
  • Inhalt.
  • Verzeichnis der Abbildungen.
  • Title page
  • Einführung.
  • Das Gebirgsland des Harzes.
  • [Einleitung]
  • Die Gliederung des Gebirges.
  • Brockenfahrten.
  • Der Brocken in Sage und Dichtung.
  • Wuotan als wilder Jäger, wilder Mann und als Hackelberg.
  • Die Torfmoore des Oberharzes.
  • Bilder aus dem Waldleben des Oberharzes.
  • Die Bergstädte.
  • Der Hübichenstein.
  • Der Bergmann und seine Arbeit.
  • Die Aufbereitung der Erze.
  • Die Silberhütte.
  • Der Hüttenrauch.
  • Elbingerode und seine Umgebung.
  • Bodfeld.
  • Die Harzburg.
  • Ohrum.
  • Die Reichspfalz Werla.
  • Goslar.
  • Der Rammelsberg.
  • Die Kupferhütten.
  • Osterode.
  • Herzberg.
  • Die Einhornhöhle und die Steinkirche bei Scharzfeld.
  • Scharzfels und Lauterberg.
  • Burg Honstein.
  • Ilfeld.
  • Das Klima des Harzes.
  • Die Bewohner des Harzes.
  • Politische Einteilung.
  • Das Leine-Bergland.
  • [Einleitung]
  • 1. Die Leine bis zur Mündung der Ruhme.
  • 2. Die Ruhme und ihr Gebiet.
  • 3. Die Leine von Northeim bis Sarstedt.
  • 4. Die Innerste und ihr Gebiet.
  • Politische Übersicht.
  • Das Weser-Bergland.
  • [Einleitung]
  • Die Weser.
  • Münden.
  • Das Weserthal von Münden bis Bodenfelde
  • Bramburg
  • Der Solling.
  • Das Uslar
  • Neuhaus.
  • Das Weserthal von Bodenfelde bis Holzminden
  • Polle.
  • Köterburg
  • Bodenwerder.
  • Emmer
  • Hämelschenburg
  • Ohrberg.
  • Das Hummethal
  • Hameln.
  • Grenzbeziehung
  • Die Lachsfischerei in der Weser.
  • Der Rattenfänger von Hameln.
  • Hannovers Kohlengebirge
  • Hilsmulde
  • Der Deister
  • Die Stadt Springe.
  • Stadt Münder
  • Der Süntel.
  • Das Weserthal von Hameln bis zur Porta.
  • Die Bewohner.
  • Fürstentum Kalenberg.
  • Politische Übersicht.
  • Das Weser-Tiefland bis zur Mündung der Aller.
  • [Einleitung]
  • 1. Das Gebiet der Leine.
  • 2. Das Gebiet der Weser.
  • 3. Das Gebiet der Hunte.
  • Politische Übersicht.
  • Das Bergland im Westen der Weser nebst dem angrenzenden Tieflande.
  • [Einleitung]
  • Teutoburger Wald
  • Benno II.
  • Westsüntel oder das Wiehengebirge.
  • Piesberges
  • Karlsteine.
  • Das Kloster Rulle.
  • Hase.
  • Osnabrück.
  • Kampf Karls d. Gr. mit den Sachsen
  • Der Sachsenfürst Wittekind (Widukind)
  • Justus Mösers
  • Johann Carl Bertram Stüve
  • Tieflande
  • Giersfeld
  • Quakenbrück.
  • Die Stadt Fürstenau.
  • Die klimatischen Verhältnisse
  • Die Bewohner
  • Verkehrswege
  • Regierungsbezirk Osnabrück.
  • Das ehemalige Bistum (Hochstift, Fürstentum) Osnabrück
  • Politische Übersicht.
  • Das Gebiet der Ober- und Mittel-Ems.
  • Das Gebiet der Unter-Ems.
  • [Einleitung]
  • 1. Das Geest- und Moorgebiet.
  • 2. Das Marschgebiet.
  • [3. Die Küste]
  • Politische Übersicht.
  • Das Gebiet zwischen Elbe und Aller.
  • [Einleitung]
  • Marsch, Klei, Geest; Wald, Bruch, Moor.
  • Drift- und Eiszeit.
  • Hünengräber.
  • Ein Besuch der sieben Steinhäuser im Amte Fallingbostel.
  • "Infusorienerde."
  • Das Erdöl.
  • Die Bewohner.
  • Lüneburg.
  • Heinrich der Löwe.
  • Das Lüneburger Blutbad im Jahre 1371.
  • Der lüneburgische Prälatenkrieg.
  • Die Reformation im Lüneburgischen.
  • Das Gefecht bei Lüneburg am 2. April 1813.
  • Ebstorf und die Normannenschlacht im Jahre 880.
  • Die Schlacht bei Soltau.
  • Das Gefecht an der Göhrde.
  • Ülzen.
  • Celle.
  • Gifhorn.
  • Burgdorf
  • Die Schlacht bei Sievershausen im Jahre 1553.
  • Harburg.
  • Das hannoversche Wendland.
  • Dannenberg und der Waldemar-Turm.
  • Hitzacker.
  • Politische Begrenzung und Gliederung des Gebietes.
  • Das Land zwischen Unterelbe und Unterweser.
  • [Einleitung]
  • [1.] Die Geest.
  • [2.] Die Moorgebiete.
  • [3.] Die Marschen.
  • Politische Übersicht.
  • Verwaltung, Rechtspflege, Kirchen- und Schulwesen.
  • Statistischer Anhang.
  • Register.
  • Karte der Provinz HANNOVER
  • Map
  • Cover

Full text

  
  
1093 Die Bewohner. er, 1094 
  
ihre Kotneſter angeklebt und erhaſcht in raſchen 
Zügen ihre Beute unter den zahllos über den 
Miſthaufen und Tümpeln umherſhwärmenden 
Mücken und Fliegen. Uber den Pferdeköpfen 
ſteht auf dem Rande ſeines Neſtes der Stor, 
ein treuer Wächter bei den altheidniſchen Götter- 
bildern, und läßt fich in feiner erhabenen Groß- 
mut al3 zudringlice Mietsleute ein niht ſehr 
ruhiges Spaßenpaar gefallen, welches in einer 
Lücke ſeines Reiſigneſtes für ſih und ſeine Brut 
ein flaumiges Neſt gebaut hat. In einer Länge 
von über 33 m dehnen ſich die niedrigen Seiten- 
wände aus, und über ihnen erhebt fich das 
mächtige, vauchgeihwärzte, mit grünem Moofe 
bede>te Strohdah. Neben dem Hauptwohn- 
hauſe liegen an der einen Seite das Backhaus 
und der Speicher (Spifer, Schuppen) mit dem 
Schmeinehofe, an der anderen Seite die Wagen- 
remiſe, in etwas weiterer Entfernung die Kotten, 
d. t. die Häufer für die Heuerlinge, ferner die 
Lerbzucht, d.i. ein Nebenhaus, in welchem die 
alten Eltern des Hofbefigers ihre lezten Lebens- 
tage zubringen, alle von mächtigen Eichenfronen 
überſchattet. Auch der Fliederbaum, unter 
welchem das Hühnervolf gern feine Siefta hält, 
fehlt niht. Er ſteht am Speicher, und feine 
duftigen Blüten weiß die ſorgſame Hausfrau 
zur rechten Zeit für vorkommende Krankheits- 
fälle, als Erkältung, Huſten, einzuſammeln, auf 
dem Boden zu tro>nen und in einem kleinen 
Beutel aufzubewahren. 
Das ijt der Regierungsbezirk des echten 
weſtfäliſhen Bauern, hier handelt er, ordnet 
er an und kommandiert. Ein folhes Terrain 
ſchildert uns Immermann in feinem „Ober- 
hof“: „Da liegt der geräumige, veinlich ge- 
haltene Hof mit ſeinem großen Strohdach, von 
einem Blütenregen des nahen knorrigen Birn- 
baums beſtreut, an ein Gehölz ſi< lehnend, 
deſſen auffallend ſaftiges Grün der üppigſte 
Epheu umrankt; geſchäftig umherwirken im 
Speicher und Backhaus alle die ſtehenden Cha- 
raktere einer ſolhen Landwirtſchaft: der ver- 
drießlih gutmütige Großfnedht ſpannt die Pferde 
ein; der Bauer hämmert an einem ſchadhaft 
gewordenen Rade und jchlägt dem Füllen auf 
die Schnauze, das ihm ſ{nuppernd Kneifzange 
und Nägel auseinander ftöbert; die Enten auf 
dem Teiche ſchreien ihre langgezogenen melan- 
<oliſhen Töne aus; die Lerche trillert gellende 
Laute; einer der Knechte ſ{härft mit Hammer: 
ſhlägen ſeine Senſe — überall Geräuſch und 
Lärmen und dennno<h eine tiefe Stille, eine 
  
wie ruhig \{lummernde Natur: es iſt, als ob 
die Töne aus der Natur hervorquellen, das 
Geräuſch ihres arbeitenden Schaffens wären; 
die Menſchen, die Tiere ſind eins mit ihr, 
Teile von ihr, fie ftören ihren Willen, ihr 
Weſen nicht, und ihr Weſen iſ ruhige Stille. 
Sebßt eine Fabrik, eine Dampfmaſchine hierher, 
und das Geräuſch wird euh unerträglich er- 
ſcheinen: der Lärm, den der hämmernde Knecht 
macht, ſtört eu< niht, und wäre er zehnmal 
Aarger. “ 
Wir treten durch die große Einfahrtsthür, 
vor welcher in ſeinem Hundehauſe angekettet 
der Hofhund uns vergebens den Eintritt zu 
verwehren ſut, in das Innere des Hauſes. 
Doch halt, haſt du ſchon den am Geſims- 
balken ausgehauenen Spru<h bemerkt? Den 
mußt du leſen: 
„Wir bauen Häuſer groß und feſt, 
Und ſind do< Wandrer nur und Gäſt'; 
Und da wir ſollen ewig ſein, 
Da bauen wir gar wenig ein.“ 
Auch noh andere frommſinnige Sprüche 
lieſet man, niht bloß an dem Geſimsbalken, 
ſondern au über den anderen Thitren der 
Bauernhäuſer, ſelbſt an den Viehſtällen. Manche 
ſind oft jehr jchalfhafter, launiger und ori- 
gineller Natur, no< andere fpielen auf Neid 
und Mißgunſt der Nachbarn an. Lieber Leſer, 
einige führe ich dir an: 
„Laß tadeln, wer tadeln will; 
Ich hab gebaut nad) meinem Sinn.” 
Wo ein vorhergegangenes Brandunglücd 
den Neubau veranlaßt hat, lieſt man oft: 
„Da durch die große Feuersglut 
Auch unſer Haus mit Hab und Gut 
©o plöglich ward vernichtet, 
Da gab es Gott uns in den Sinn, 
Daß wir nach dieſer Stelle hin 
Das Haus hab'n aufgerichtet.“ 
Ein häufiger Spruch iſt: 
„Aus: und Eingang jegne Gott 
Und bejhüß’. uns bis zum Tod.“ 
Über der nad) außen führenden Kammer: 
thür, der fogen. Notthür, ſtehen oft folgende 
mahnende Worte: 
„sebt Schlaf’ ich hier im Kämmerlein, 
Einſt wird die Erd’ mein Bette fein.” 
9r 
DD 
       
    
     
   
    
      
     
   
   
   
   
   
   
  
   
  
   
  
   
  
  
    
   
  
   
   
  
   
   
   
  
  
  
  
    
   
   
  
   
  
   
     
   
   
    
   
   
   
   
  
  
    
  
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BL SD mat... U. 220, e on en _ EE as 
  
	        

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Meyer, Johannes, et al. Die Provinz Hannover. Verlag von Carl Meyer (Gustav Prior), 1888.
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