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Kaustik bis Langenau (10. Band)

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Public Domain Mark 1.0. You can find more information here.

Bibliographic data

Full text: Kaustik bis Langenau (10. Band)

Multivolume work

Persistent identifier:
831953055
Author:
Mädler, Johann Heinrich
Title:
Geschichte der Himmelskunde von der ältesten bis auf die neueste Zeit
Year of publication:
1873
Place of publication:
Braunschweig
Publisher of the original:
Westermann
Identifier (digital):
831953055
Language:
German
Document type:
Multivolume work

Volume

Persistent identifier:
831954388
Author:
Mädler, Johann Heinrich
Title:
Geschichte der Himmelskunde
Scope:
590 Seiten
Year of publication:
1873
Place of publication:
Braunschweig
Publisher of the original:
Westermann
Identifier (digital):
831954388
Signature of the source:
Astr. 5902(2)
Language:
German
Usage licence:
Public Domain Mark 1.0
Publisher of the digital copy:
Technische Informationsbibliothek Hannover
Place of publication of the digital copy:
Hannover
Year of publication of the original:
2015
Document type:
Volume
Collection:
Astronomy

Section

Title:
DRITTER ABSCHNITT. DIE HIMMELSKUNDE IN NEUERER ZEIT.
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Section

Section

Title:
II. DIE HIMMELSKUNDE IM 19. JAHRHUNDERT.
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Section

Section

Title:
§ 156. Vergebens hatten Brinkley, Calandrelli und Piazzi alles aufgeboten, [...]
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Section

Contents

Table of contents

  • Meyers Konversations-Lexikon
  • Kaustik bis Langenau (10. Band)
  • Cover
  • Title page
  • Title page
  • K.
  • Kaustik - [Kephallinia]
  • Kephaloedion - [Kieler Busen]
  • Kielfüßer - [Kirchengesang und Kirchenlied.]
  • Kirchengesangverein - [Klafsky]
  • Klafter - [Klettervögel]
  • Kletterweiche - [Knochendrains]
  • Knochenentzündung - [Kohle]
  • Kohlehydrate - [Kolmar]
  • Kolmarden - [Kombinationsfiguren.]
  • Kombinationsgeschwulst - [Kongo]
  • Kongofarbstoffe - [Konservieren]
  • Konsiderabel - [Kopenhagen]
  • Köpenick - [Körös-Ladány]
  • Körösmezö - [Kowalewsky]
  • Kowalski-Wierusz - [Krankentransport]
  • Krankentransportkommissionen - [Kreling]
  • Krell - [Kriminalistische Vereinigung]
  • Kriminalität - [Krotonöl]
  • Krotonsame - [Kummer]
  • Kummerfeldsches Waschwasser - [Küraß]
  • Kürassiere - [Kyzyl]
  • L.
  • Verzeichnis der Abbildungen im X. Band.
  • Cover
  • Spine

Full text

  
  
die Italiener erſt im 15. Jahrh. in den Beſiß der | 
Binnglafur; bis dahin Hatten fie nur die Bleiglafur, 
welche die Grundfarbe des Thones durchſcheinen ließ, 
weshalb man diefem einen weißen Überzug (Anguß- 
farbe, engobe) gab. Zinnglafur haben die Reliefs 
(Tafel, Fig. 12), Büſten 2c. der berühmten Floren- 
tiner Bildhauerfamilie della Robbia (\. d.), die ſogen. 
terra invetriata. Jn Peſaro, Gubbio, Urbino und 
andern Städten entſtand um dieſelbe Zeit die mezza 
majolica, unechte oder Halbmajolika, mit Malereien, 
auf denen der weiße Grund noh den Fleiſchton ver- 
tritt; in Faënza und Florenz in der zweiten Hälfte 
des 15. Sahrh. die echte oder majolica fina (mit gelben 
Fleiichpartien), für welche vielfach die Kompoſitionen 
der großen Maler des 16. Jahrh., insbeſ. Raffaels 
und ſeiner Schule, benußt worden find. Sm 16. 
Jahrh. waren Hauptorte der italieniſ<en Majolika- 
fabrikation Caffagiolo bei Florenz (Tafel, Fig. 7), 
Gubbio, wo Maeſtro Giorgio (f. d. 2) Majoliken mit 
Rubinlüſter (Tafel, Fig. 6) anfertigte, Urbino (Tafel, 
Fig. 8) und Caſtel Durante. Einzelne Fabrikorte lie- 
ferten die ſogen. Sgraffiti, wobei das Ornament mit- 
tels eines Metallgriffels in die Angußfarbe graviert 
und dann farbig glaſiert wurde. Da man vermutet, 
daß dieſe Methode in Città di Caſtello aufgelommen 
ſei, nennt man das Genre auch à la Caſtellane. Jun 
Ferrara erfreute fi die Majolika beſonderer Pflege 
unter Alfons I. im 16. Jahrh., gegen deſſen Ende 
der Verfall der Majolika beginnt. Jnzwiſchen hatten | 
Veit Hirſchvogel (\. d.) und deſſen Söhne Auguſtin | 
ſowie Veit der jüngere in Nürnberg bereits im lezten 
Drittel desſelben Jahrhunderts die deutſhe Majolika 
geſchaffen, die vornehmlich für Krüge (ſ. Hirſhvogel- 
früge) und Ofenkacheln (Tafel, Fig. 1 u. 16) benußt 
wurde, und in welcher fich die farbige Emailmalerei 
mit dem Relief verband. Dieſer Zweig, aber auch 
die Fayence mit ebener bemalter Oberfläche, ferner 
das graue oder gelbliche Steingut mit Reliefverzie- 
rungen oder mit blauer Malerei fanden raſh über 
ganz Deutſchland Verbreitung. Durch ein emailliertes 
Thongefäß, vermutli<h deutſhen Urſprungs, fam 
Bernhard Paliſſy (\. d.) auf den Gedanken, etwas 
Keramik (Geſchichtlihes, Erfindung des Porzellans), 
  
Ähnliches zu erfinden, und dur< bewundernswür- 
dige Ausdauer brachte er das na< ihm benannte 
Genre zu ſtande: Gefäße mit Pflanzen und Tieren, | 
welche er na< der Natur abgeformt hatte, in Relief 
belegt und mit Emailfarben gemalt (Tafel, Fig. 9). 
Aus dex Mitte des 16. Jahrh. ſammen auch die Henri- 
deux genannten merkwürdigen Gefäße von gelblicher 
Färbung mit bräunlichen Ornamenten, aufgelegten 
Mascaronsu.dal.,anjcheinendDilettantenarbeiten aus 
Diron (f. Tafel, Fig. 4, u. Urt. » Henrisdeug-Gefähe«). 
Die eigentliche franzöſiſche Fayence, weißes Geſchirr, 
mit Benußung chineſiſcher, perjiſcher u. andrer Motive 
in Blau, Braun und Gelb bemalt, iſt in Nevers zu 
Ende des 16., in Rouen im 17. Jahrh. aufgekommen. 
In den Niederlanden wurde Delft im 16. Jahrh. der 
Hauptſ\iß einer Fayenceinduſtrie, deren Fabrikate, na- 
mentlich Krüge mit eiförmigem Körper, ſhlankem Hals 
1. Ihön angejeßten Henkel (Tafel, Fig. 10), Eßgeräte, 
Figuren, Kurioſitäten verſchiedener Art und beſonders 
Platten zum Belegen der Fußböden, Kamine, Tiſche2c., 
meiſt blau, doch auch braun, ſelten ſchwarz bemalt, im 
17. Jahrh. die größte Vollendung erreichten (f. Delfz 
ter Fayencen). Auf die Entwickelung dieſer holländi- 
jchen wie überhaupt der Fayenceinduſtrie der neuern 
Zeit gewann das Bekanntwerden des chineſiſhen Por- 
  
zellans beſtimmenden Einfluß. Uberall bemühte man 
  
   
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
   
  
  
   
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
   
  
59 
ſich, das Porzellan zu erfinden, und aus den zahlloſen 
Verſuchen reſultierte, da die Hauptſache, die Porzellan=- 
erde, mangelte, das Auftreten einer Menge verſchiede- 
nex Arten der Fayence, deren Formen u. Dekorations- 
ſtil wenigſtens häufig Verwandtſchaft mit den ojtafta- 
tiſchen Erzeugniſſen hatten, während bei andern Fa- 
brikaten, beſonders im 18. Jahrh. , die naturaliſtiſche 
Blumenmalerei oder die Landſchaft im Geſchmack der 
Zeit vorherrſcht. Straßburg, Frankenthal, Höchſt, 
Nürnberg, Bayreuth, Holitſh im Preßburger Komitat 
und zahlreiche andre deutſche Städte beſaßen im vori- 
gen Jahrhundert blühende Induſtrien, deren Erzeug- 
niſſe heute geſucht werden. Beſonders thaten ſich auch 
die Sachſen in Siebenbürgen darin hervor. Holländer 
und Deutſche verpfſlanzten ihre Technik und deren Stil 
nad) England, wo in der zweiten Hälfte des Sahr- 
hunderts Joſiah Wedgwood zuerſt in Burslem, ſeit 
1770 in Etruria ein vorzügliches, in antikiſierender 
Weiſe dekoriertes Steingut, namentlich die in ſchwachem 
Relief weiß auf Blau bemalte Queensware (Tafel, 
Fig. 11) herſtellte. Die Fabriken von Rörſtrand und 
Marieberg in Schweden, Montelupo, Mailand, Capo 
di Monte in JFtalien thaten ſih ebenfalls durch ihre 
Fayencen hervor, während ſi< in Spanien und Por- 
tugal in den Flieſen (Azulejos, f. d.) die mauriſche 
Tradition lebendig erhielt. Die Auffindung des Kao- 
lins in mehreren Ländern Europas wies aber für 
lange Zeit aller Fayence eine untergeordnete Stellung 
an, und die Mehrzahl der Fabriken verſ<hwand, wenn 
ſie niht in Porzellanfabriken verwandelt wurden. 
Die Erfindung des Porzellans. 
Die Angaben über das Alter des Porzellans bei 
er 
den Chineſen ſind no< äußerſt unſicher; doh ſcheint 
es feineswegs ſo weit zurüc zu datieren, wie man 
früher glaubte, vielleiht nur etwa bis 200 v. Chr. 
Mit Sicherheit iſt es in China erſt ſeit dem 7. Jahrh. 
nachzuweiſen. Steingut mit ſehr harter, halbdurch- 
fihtiger Glaſux in mannigfachen Schattierungen von 
rötlichem Grau bis Meergrün (Seladon), mit wenigem, 
oft etwas erhabenem Ornament oder abſichtlih mit 
einem Net von Haarriſſen (craguelé) überzogen, ſoll 
mehrere Jahrtauſende vor Chriſto fabriziert worden 
ſein; andre Farben werden als fpätere Entdedungen 
angeſehen. Beſtimmte Daten über die chineſiſhe Por- 
zellanfabrikation haben wir aus dem Anfang unſers 
Jahrtauſends, um welche Zeit die Fabrik zu Kingte- 
tſchin gegründet wurde; unter der Ming-Dynaſtie 
im 14. Jahrh. nahmen alle Künſte in China einen 
größern Aufſchhwung, und das 15. und 16. iſt auh 
dort die Zeit der höchſten Kunſtblüte. (Damals wurde 
auch der Turm zu Nanking gebaut.) Die Marken aus 
jenen Zeiten werden aber im Lande ſehr geſchi>t ge- 
fälſcht, und da die Elemente der Dekoration faſt un- 
verändert die nämlichen geblieben ſind (Gottheiten, 
heilige Tiere, wie der Drahe Mang, der Hund des 
30, der einem Paradiesvogel ähnliche Fong - Hoang, 
geometriſhe Kombinationen, naturalijtiihe Blu- 
men 2c.), ſo bleibt als einigermaßen zuverläſſiges 
Kennzeichen nur die farbige Glaſur übrig. Die blaue 
Glaſur gilt für die älteſte, und zwar erſcheint infolge 
der noch mangelhaften Technik das Blau nicht ‘gleich- 
mäßig tief und glänzend. Die Dekoration der neuern 
vielfarbigen Gefäße ijt faſt immer von geſuchter Un- 
regelmäßigkeit, und neben den einheimiſhen Motiven 
finden ſih ſolche benachbarter Völkerſchaften (Tafel, 
Fig. 14). Nach Japan ift die Porzellanfabrikation im 
16. Jahrh. von China aus gekommen, iſt aber dort 
zu viel höherer Vollkommenheit in der Bereitung der 
  
  
  
  
  
  
   
  
  
   
	        

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Siedentopf, Paul, and Karl Friedrich Leonhardt. Das Buch Der Alten Firmen Der Stadt Hannover Im Jahre 1927. Jubiläums-Verlag Walter Gerlach, 1927.
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