$. 9. Das Reinigen der Oberfläche von
Dryd,
Um das durch's Glühen erzeugte Metalloryd
aufzulöſen, wird das Metallſtü> abgebra nnt,
d. h., in ſehr verdünnte Schwefelſäure getaucht und
hierauf mit einer ſcharfen Bürſte gekraßt , in reinem
Waſſer abgewaſchen, dann in Salpeterſäure von 360
B. eingetaucht und mit einem Pinſel abgerieben,
weil nämlich na dem Abbrennen die Oberfläche des
Stückes noch regenbogenfarbig zu ſcyn pflegt. Zus
leßt wird das Metallſtück, um es recht blank zu ma-
chen, nochmals in ſtarker Salpeterſäure herumgenom-
men, welcher Kochſalz und etwas Nuß zugeſcßt wor-
den iſt. Sorgfältiges Abſpülen in reinem Waſſer
und nachheriges Trocknen in Kleie oder Sägeſpänen
macht den Beſchluß.
Ein beſſeres Beißungsmittel, als Salpeterſäure,
iſt die ſchwache Schwefelſäure , ſowohl für die zu
vergoldenden Stücke, welche in einem ſolchen Bade,
ohne zu verderben, länger liegen bleiben können, als
auch für die Gefundheit der Arbeiter, weil bei ihr
feine ſchädlichen Dünſte entſtehen. Indeſſen hat die
Erfahrung gelehrt, daß man fich der Schwefelſäure
zum Abbrennen nicht allein bedienen könne, da dieſe
Säure das Zink, aber nicht ſo Kupfer, Blei und
Zinn, angreiftz Salpeterſäure wirkt dagegen weit
vollſtändiger, ſie hinterläßt aber Zinnoryd auf der
Metallfläche, welches dur< das aus Salpeterſäure
und Salz gefertigte Königswaſſer fortgeſchafft wird;
auch die im Ruß enthaltenen Chloride mögen dazu
mit beitragen. Es iſ daher zu dieſem Behufe ſogar
paſſend, wenn die anzuwendende Salpeterſäure etwas
Chlor enthält. Darin liegt der Grund, weshalb
man am zwe>mäßigſten das Abbrennen mit verdünn-
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