192
P. A. Hansen,
[8
gleichungen für sich schon in grosser Anzahl vorhanden sind, so können
die obigen Gleichungen, selbst wenn nur Eine derselben vorhanden
wäre, schon die Arbeit, die die Auflösung der Endgleichungen verur
sacht, beträchtlich vermehren. Es wird daher von Nutzen sein ein Ver
fahren zu besitzen, durch welches man diese Bedingungsgleichungen
berücksichtigen kann, ohne die Zahl der Endgleichungen zu vergrössern.
Es wird um so mehr die Kcnntniss eines richtigen Verfahrens zu diesem
Zweck ein Erforderniss der Gegenwart sein, da ein vor zwanzig Jahren
veröffentlichtes Verfahren durchaus unrichtig ist.
Ich habe bereits im IX. Bande der Astr. Nachr. gezeigt, wie man
die Bedingungsgleichungen mit den Stationsgleichungen verflechten kann,
und dieses Verfahren in ausgedehnterer Weise auch in der Abhandlung
»Von der Methode der kleinsten Quadrate u.s.w.« angegeben. In dieser
Abhandlung habe ich unter andern auch gezeigt, wie man die »localen«
Bedingungsgleichungen den Stationsgleichungen einverleiben kann, ohne
die allgemeine Auflösung zu ändern, und werde hier in Bezug auf die
oben bezeichnten Gleichungen ein ähnliches Verfahren entwickeln. Diese
letztgenannten Gleichungen kann man zwar auch locale Bedingungsglei
chungen nennen, aber das Verfahren, welches sie erfordern, fällt etwas
anders aus als das für die in der Abhandlung eben so genannten Glei
chungen anzuwendende. Ich werde mich in den Entwickelungen fürs
Erste an die Gleichungen halten, die die im Art. 1 angegebene Form
haben, und erst darauf zeigen, wie sie auch auf die Gleichungen an
gewandt werden können, die das Dreiecksnetz als solches liefert.
3.
Zur vollständigen Begründung der folgenden Auflösung unserer
Aufgabe bringe ich in Erinnerung, dass in dem Falle, wo, wie hier, die
Veränderlichen nicht von einander unabhängig sind, die Theorie der
Maxima und Minima drei verschiedene Verfahrungsarlen beweist, deren
jedes man nach Belieben, oder nach Massgabe der Umstände, anwen
den kann.
Man kann erstens im Voraus durch die zwischen den Veränder
lichen statt findenden Bedingungsgleichungen so viele Veränderliche
eliminiren, wie Bedingungsgleichungen vorhanden sind, und da hierauf
die noch vorhandenen Veränderlichen von einander unabhängig sind,
so kann man auf diese die Theorie der Maxima und Minima an wenden,