Full text: Grundlagen für eine Theorie der Functionen einer veränderlichen reellen Größe

Zwölftes Kap. Sätze über die Ableitungen u. ihre Existenz. § 162. 291 
stens auf der einen Seite stetig und überdies auch numerisch 
kleiner als eine endliche Zahl sind. 
Wenn nun (a lf bj) einer dieser Theile von (a, ß) ist, so 
ist die Function d x in ihm entweder überall oder nur im 
Allgemeinen (§ 39) stetig oder sie ist eine punktirt unstetige 
Function (§ 153). Es müssen deshalb innerhalb (a t , bj stets 
unendlich viele Punkte existiren, in denen d x durchaus stetig 
ist und nach § 148 hat die Function f(x) in diesen Punkten 
auch eine bestimmte und endliche Derivirte im gewöhnlichen 
Sinn des Worts. Damit ist denn ein Theil des aufgestellten 
Satzes bewiesen. 
Wenn ferner die f(x) zwischen und b t nicht immer 
constant ist, so kann die Ableitung d x nach dem Satz der 
§§79 oder 146 nicht in jedem Punkt von (a 1} b x ) Null sein, 
sondern es müssen unendlich viele Punkte dieses Intervalls 
vorhanden sein, in denen sie von Null verschieden ist. Da 
nun die Function d x in jedem Punkt von (a 1} b x ) wenigstens 
auf einer Seite stetig ist, so existiren zwischen a t und b { auch 
Intervalle von endlicher Ausdehnung, in denen die Func 
tion d x in jedem Punkt endlich und von Null um mehr als 
eine bestimmte Grösse verschieden ist und immer dasselbe 
Vorzeichen hat. Beachtet man dann, dass dieser letzte Um 
stand auch bedingt, dass die Function f(x) in denselben Inter 
vallen immer wächst oder immer abnimmt, so ist damit der 
oben aufgestellte Satz in allen seinen Theilen vollständig 
bewiesen. 
§ 162. Fassen wir nun die verschiedenen hier gewon 
nenen Resultate zusammen, so gelangen wir ohne alle Schwie 
rigkeit zu dem folgenden Satz, von dem wir schon im Anfang 
des §158 sprachen: Wenn eine endliche und continuir- 
liche Function f(x) in einem ganzen Intervall (a, b) 
nicht unendlich viele Maxima und Minima hat und 
sie auch nicht durch Subtraction (oder Addition einer 
beliebigen Linearfunction fix -f- v erlangt; oder auch: 
wenn unter den unendlich vielen Functionen cp(x), 
welche sich so ergeben (die f(x) eingeschlossen), für 
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